Auf Tour mit dem Aston Martin DBS aus „The Persuaders“

Er ist der zweite berühmte Aston Martin der Popkultur neben James Bonds DB5 – der bahamagelbe Aston Martin DBS aus der Siebzigerjahre-TV-Serie „The Persuaders“ mit Roger Moore and Tony Curtis. Classic Driver hatte nun Gelegenheit, den DBS nochmals zu fahren, bevor er im Mai versteigert wird.

Gerade komme ich zurück von einer Reise, die wir Journalisten gerne als „Auftragsmission“ bezeichnen. Teil des Jobs war es, mit dem neuen Aston Martin V8 Vantage N430 vom Flughafen von Nizza nach Monaco zu fahren, dort einige Tage zu verbringen und den Sportwagen schließlich wieder zurück zum Flughafen zu bringen. Klingt erträglich, doch schon der erste Teil der Tour – rund 25 Kilometer Strecke – dauerte dank eines Rolex Masters Tennistuniers, den Osterferien und dem bevorstehenden Grand Prix ganze 90 Minuten. Es sagt viel aus über die Errungenschaften des Fortschritts, dass Roger Moore am Steuer eines Aston Martin DBS mit sechs Zylindern vor 44 Jahren für haargenau die selbe Strecke nur unglaubliche zwei Minuten und 32 Sekunden benötigte. So zumindest erschien es in der Eröffnungsszene der ersten Folge von „The Persuaders“ – in Deutschland war die Kultserie unter dem Titel „Die Zwei“ bekannt – mit Roger Moore als ruppiger Riviera-Agent Lord Brett Sinclair und Tony Curtis als der noch ein wenig ungehobeltere Danny Wilde. 

Lord Sinclairs Aston Martin unter'm Hammer

Wer sich für Aston Martin interessiert, wird mitbekommen haben, dass Sinclairs berühmter Sechszylinder-DBS im Farbton „Bahama Yellow“ mit seinen charakteristischen V8-Felgen und Emblemen am 17. Mai 2014 von Bonhams beim alljährlichen Aston-Martin-Works-Sale in Newport Pagnell versteigert werden soll. Der Wagen hatte in allen 24 Folgen der Serie eine entscheidende Rolle gespielt und war nach den Dreharbeiten mit gerade einmal 5.000 Meilen auf dem Tacho zunächst an Aston Martin zurückgegeben, gewartet und weiterverkauft worden. 

Unter Fans

Über die Jahre haben nur vier Sammler den DBS besessen: Derzeit gehört der berühmte Aston Martin dem 57-jährigen Persuaders-Fan (und ehemaligen Teil des legendären Achtzigerjahre-House-Duos „Jack ‚N’ Chill“) Ed Stratton, der seiner Leidenschaft für die Serie gefolgt war und den Wagen im Jahr 2010 erworben hatte. Der damalige Besitzer, ein weiterer Anhänger von Curtis und Moore, hatte den DBS bereits 1994 gekauft und bei Aston Martin Works Services aufwändig restaurieren lassen, so dass der Aston Martin sich fast wieder in jenem Zustand befand, in dem er in den 1970er Jahren zu den Dreharbeiten geliefert worden war. 

Vom Comer See nach Dartmoor

Den Persuaders-Aston als makellos zu beschreiben, wäre dabei sogar noch untertrieben. Völlig zurecht war der DBS anlässlich des 100. Geburtstags von Aston Martin beim renommierten Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2013 zu sehen. Und umso dankbarer sind Wir Ed Stratton, dass er uns den Wagen noch kurz vor der Auktion für eine letzte exklusive Fotoproduktion auf den verlassenen Straßen von Dartmoor bereitgestellt hat. 

Ein großes Vergnügen!

Und es ist tatsächlich ein großes Vergnügen, den Tag mit dem Aston Martin zu verbringen. Der einzige von neun produzierten DBS in Bahama Yellow, der noch seine ursprüngliche Lackfarbe trägt, ist jedoch nicht nur wegen seiner TV-Vergangenheit ein besonderes Erlebnis – denn der Wagen fährt tatsächlich auch so gut, wie er aussieht!

Der Charme des Sechszylinders

Wie bereits erwähnt, verbirgt sich hinter der Hülle eines V8 der Standard-Sechszylinder-DBS. Lange Jahre stand das Modell im Schatten der sportlicheren V8 und V8-Vantage-Variationen, doch schon nach einigen Meilen auf den kurvigen Straßen verfalle ich dem Charme des sogenannten „Cinderella“-Modells: Er fährt sich butterweich, ist absolut ausreichend schnell – und ist als echter Langstrecken-GT deutlich entspannter als der aggressive V8. 

Ein Stück TV-Geschichte

Wer auch immer am 17. Mai bei Bonhams den Zuschlag erhält, ersteigert nicht nur ein besonderes Stück TV-Geschichte, sondern auch einen Sportwagen, der absolut glücklich macht. Angesichts eines Schätzpreises von 350.000 bis 550.000 Pfund Sterling müsste man jedoch einigen Mut aufbringen, um mit dem DBS noch einmal wie Lord Sinclair durch Monaco zu rasen – und dabei eine solch extravagante Krawatte zu tragen. 

Fotos: Simon Clay for Classic Driver / ITV/REX