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5 Sammlerautos, die Sie diese Woche in Ihre Garage stellen sollten

Haben wir mal erzählt, wie schwer es ist, nur fünf Autos aus einer Fülle an wundervollen Automobilen, die jede Woche im Classic Driver Markt angeboten werden, zu wählen? Es könnten 10, 20, 50 Sammlerautos sein und das wäre nur die Spitze des Eisbergs. Wir alle brauchen ganz schnell größere Garagen!

Il Mostro als Werks-Racer

Wir hören uns zwar wie eine Schallplatte mit Sprung an, weil wir Ihnen seit Jahren erzählen, dass der Alfa Romeo SZ mit seinem postmodernen Zagato-Design und dem stark modifizierten 3,0-Liter-V6 von Giuseppe Busso zu den wichtigsten Sammlerautos aus den 90ern gehört, das man kaufen – und unbedingt behalten – sollte. Leistungsstark und bestens ausgewogen, wurde der Alfa Romeo SZ für die Rennstrecke entwickelt. Also wurde 1993 die SZ Trophy als Markenpokal geboren. Von den 1.036 Coupés, die gebaut wurden, waren nur 13 Exemplare für die Rennserie konvertiert worden – laut Messina Classic wurde dieser Werksrennwagen für das Monaco Grand Prix VIP-Rennen 1993 gefertigt. Auf dem Track getestet wurde es seinerzeit von Walter Röhrl, Karl Wendlinger und Joachim Winkelhock, damit ist dieser besondere Alfa Romeo Sprint Zagato Trofeo eines der bemerkenswertesten, straßenzugelassenen Rennwagen seiner Epoche.

 

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So blau wie der Golf von Monaco

Gulf Racings Lackierung in blau und orange zählt längst zu den Ikonen unter den Stallfarben und fraglos zu den überstrapaziertesten Kombinationen – man begegnet ihr scheinbar überall, vom Lieferwagen bis zu den Socken. Und tatsächlich hat der inflationäre Gebrauch der Gulf-Livree auch uns vergessen lassen, was für einen außergewöhnlichen Blauton das Rennteam damals auswählte. Als folglich dieser atemberaubende 992 Porsche 911 GT3 RS aus Monaco diese Woche im Classic Driver Markt auftauchte, war uns klar, dass es keine gelungenere Farbe aus der PTS-Palette hätte geben können (eine Option, die den Wert um 18.000 Euro erhöhte). Dieses blaue Wunder erhielt zudem das Weissach-Paket sowie eine Fülle weiterer unverzichtbarer Extras. Gebaut im May 2023, wurde der Elfer bislang 13.500 Kilometer bewegt. Wenn es um reines Fahrvergnügen geht, dann kann allenfalls der Himmel dieser faszinierenden blauen Maschine Grenzen setzen. 

 

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En Plein Air

Weil der Frühling nicht mehr weit ist, planen wir schon sehnsuchtsvoll die ersten Ausflüge an den Strand, was bedeutet, dass man über das richtige Auto für diesen Anlass nachdenken muss. Obwohl die elegantesten Vertreter für den Shuttledienst ans Wasser aus Italien stammen – wir erinnern an den Fiat Jolly und den kürzlich vorgestellten Autobianchi Giovani  -, haben auch die Franzosen in diesem mediterranen Subgenre klassischer und zeitgenössischer Autokultur überzeugen können. Der Citroën Méhari mag wohl als erste Wahl des Jetsets für kleinere Genusstouren rund um Cap d´Antibes im Schneckentempo gelten, aber für uns ist dieser Renault 4 Plein Air von 1990 mit seiner flippigen Präsenz, dem ausgeschnittenen Dach, blauen Sitzen und orangefarbenen Holzstoßfängern die cool-charaktervolle Alternative.

 

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Meno è meglio

Die Feststellung, dass weniger mehr ist, klingt auch auf italienisch zwingend und tatsächlich gibt es auch am Ferrari 206 Dino etwas verführerisch Bescheidenes, vor allem, wenn er wie hier in Silber, statt im stereotypischen Rot auftritt. Er strahlt somit eine gewisse funktionale Schönheit aus, eine luftig-leichte Allüre, wie sie auch dem Glasfaser-Stuhl von Charles Eames oder Ed Ruschas Tankstellen- und Swimmingpool-Bildern oder dem Case Study House von Richard Neutra, einer Mid-Century-Ikone, zu eigen ist. Da erscheint es nur passend, dass dieser Matching Numbers-206 GT Dino mit Ferraris Classiche-Zertifizierung mehr als zwei Jahrzehnte seines Lebens in Südkalifornien verbracht hat, dort, wo eleganter Minimalismus immer verehrt wurde, ehe er den Weg zurück in die Alte Welt nahm. Nur 152 Ferrari 206 GT Dino sind gebaut worden: Dieses frühe Exemplar mit der subtilen „Argento 106-E-1“-Lackierung und den Similpelle Nera 161-Sitzen mit den legendären Panno Bleu-Einsätzen spricht uns auf eine Art an, wie es keines seiner schier unerhältlichen Stallgefährten mit Colombo-V12 vermochten. 

 

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Es ist kompliziert!

Wenn Sie ein Buch illustrieren wollten über das kreative Chaos der italienischen Autoindustrie in den siebziger und achtziger Jahren mit ständig wechselnden Besitzverhältnissen, verrückten Synergien und wilden Sonderanfertigungen, dann wäre dieser Innocenti De Tomaso das ideale Auto für Ihr Cover. Seit den 60er Jahren produzierte Innocenti mit großem Erfolg die italienischen Pendants zum Mini, bis die Marke von der British Motor Corporation BMC gekauft wurde. Aber die Dinge entwickelten sich nicht wie erhofft und bald kehrte Innocenti nach Italien und in die Hände von Alejandro de Tomaso zurück, der Mitte der 70er Jahre eine von Bertone gezeichnete Sportversion des Mini-basierten Pocket Rocket auf den Markt brachte. 

In 1984 wurde das Auto, dass Sie hier sehen, einer experimentellen Umwandlung in einer Werkstatt in Bassano del Grappa unterzogen, welche den ursprünglichen Motor zu einem Turbodiesel wandelte – inspiriert vom Erfolg des Golf TD jener Jahre. Nach der Konstruktion war dieses Auto als Werkstattfahrzeug im Einsatz und leistete spezialisierte Hilfestellung für liegengebliebene De Tomaso und Maserati – eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Das Auto wird zwar in nicht-restauriertem Zustand angeboten, aber wir sind überzeugt, dass es eine eigenwillige und coole Ergänzung für jede Sammlung von italienischen Sportwagen der 70er und 80er Jahre darstellt.

 

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