


Sich fühlen wie Bernd Schneider im DTM CLK
Zur Feier des Gesamtsieges von Bernd Schneider in der DTM-Saison 2003 und des erneuten Gewinns der Teamwertung startete AMG ein ehrgeiziges Projekt: eine Art Über-CLK als ultimativer Ausdruck der hauseigenen Motorsporterfolge. Das daraus hervorgegangene Modell CLK DTM AMG wurde 2004 in einer Auflage von 100 Coupés und 80 Cabriolets vorgestellt, angetrieben von AMGs 5,5-Liter-V8-Kompressormotor. Noch seltener war jedoch eine kleine Serie von Versuchsfahrzeugen, die hinter verschlossenen Türen in Affalterbach ausgebrütet wurde. Unter der Bezeichnung „CLK DTM AMG P900“ dienten sie als technische Prototypen und Entwicklungsplattform für das erste vollständig im eigenen Haus konstruierte Triebwerk: den 6,2-Liter-V8-Saugmotor (M156).
Dieses Fahrzeug ist einer von nur vier CLK DTM AMG P900 und eines von lediglich zwei, die – soweit bekannt – bis heute erhalten geblieben sind. Es zeichnet sich durch zahlreiche Komponenten aus, die AMG speziell für das P900-Programm entwickelte, darunter Lexan-Scheiben, Türen aus Kohlefaser, belüftete vordere Kotflügel, Außenspiegel im DTM-Stil, vordere Canards und ein zweiteiliger Heckflügel.
Bevor das Fahrzeug in Privatbesitz überging, wurde es von AMG und AMG USA zu Demonstrations- und Entwicklungszwecken genutzt. Zudem gilt es als das einzige noch existierende Exemplar, das über eine authentische DTM-Fahrgestellnummer verfügt. Als einzigartige Verbindung aus Prototypenbau, DTM-Rennsporttechnik und AMG-Handwerkskunst kommt dieser seltene CLK DTM – der zum Zeitpunkt der Katalogisierung weniger als 225 km auf der Uhr hatte – Mitte August bei der RM Sotheby’s-Auktion in Monterey unter den Hammer.



Von der grauen Maus zum Publikumsliebling
Hand aufs Herz: Wenn wir an den Ford Mustang denken, sind die Modelle der dritten Generation nicht unbedingt die ersten, die uns in den Sinn kommen. Ford fertigte diese umgangssprachlich als „Fox-Body“-Mustangs bekannten Pony Cars zwischen 1979 und 1993, auf Basis der unternehmenseigenen Fox-Plattform. In jüngster Zeit sind diese kantigen Fahrzeuge mehr und mehr aus dem Schatten ihrer ikonischen Vorgänger getreten und erfreuen sich bei Liebhabern wachsender Beliebtheit. Nicht zuletzt dank des geräumigen Motorraums, der sie für die Tuning- und Performance-Branche besonders attraktiv macht.
Das hier vorgestellte, aktuell in Belgien angebotene Cabriolet aus dem Jahr 1988 gehört zu den wenigen Fox-Mustangs, die seinerzeit von Ford Deutschland nach Europa importiert wurden. Angetrieben wird es vom legendären 4,9-Liter-V8 in der „High Output“ (H.O.)-Ausführung, gekoppelt an ein Borg-Warner-T-5-Fünfganggetriebe mit Overdrive. Das Auto verfügt über das originale GT-Paket und ist in „Oxford White“ lackiert, kombiniert mit einer Innenausstattung aus Stoff in „Scarlet Red“. Es weist bereits die Merkmale eines umfassenden Facelifts auf, das Ford zum Modelljahr 1987 einführte: Wie die neu gestaltete Front im abgerundeten „Aero“-Look und ohne Kühlergrill sowie die bündig integrierten Hauptschein- und ovalen Nebelscheinwerfer. Abgerundet wird die mehr an die damalige Ford Design-DNA angelehnte Optik durch aerodynamisch geformte Seitenschweller im kontrastierenden Grauton.
In den letzten fünf Jahren wurde dieser Fox-Body-Mustang umfassend gewartet und durchgecheckt, wobei auch einige wichtige Komponenten erneuert wurden. Ob beim nächsten Treffen des lokalen Mustang-Clubs oder beim Vorfahren zu ihrer Lieblings-Eisdiele – mit diesem Pony Car ziehen sie garantiert alle Blicke auf sich.



Letzter Heckantriebs-Held
Der Lancia 037 war das letzte Fahrzeug mit Heckantrieb, das den WRC-Herstellertitel gewann. Das war 1983, also noch vor Ankunft der alles beherrschenden Allrad-Integrale. Neben den von Martini gesponserten Werksfahrzeugen wurde der 037 auch von namhaften Privatteams eingesetzt, darunter jenes des unabhängigen französischen Lancia-Importeurs André Chardonnet. Dieser schätzte sich glücklich, für die Saison 1983 mit Jean-Claude Andruet einen der talentiertesten französischen Allround-Piloten jener Ära unter Vertrag zu haben. Das hier beschriebene Fahrzeug – derzeit von Movendi aus Düsseldorf (Deutschland) angeboten – wurde im Juli 1983 fertiggestellt und ist im offiziellen 037-Register als „Andruet-Testwagen“ gelistet.
Es gehört zu den 200 „Stradale“-Exemplaren, die von Lancia und Abarth gefertigt wurden, um die für die WRC-Teilnahme erforderlichen Homologations-Papiere zu erhalten. Man geht davon aus, dass der Wagen Teil von Chardonnets Fuhrpark aus Trainings-, Entwicklungs- und Pressefahrzeugen war. Andruet selbst nutzte ihn zudem als Erkundungsfahrzeug zur Streckenbesichtigung; dabei trug das Auto dieselbe blau-weiße Lackierung der Hauptsponsoren Pioneer und Total wie sein „echter“-037. Abgesehen von kleineren Modifikationen entsprach es auch technisch weitgehend der Stradale-Spezifikation.
Der 037 erfuhr kürzlich eine umfassende Überholung von Motor und Getriebe und wurde vom damaligen Lancia-Werksfahrer Walter Röhrl (Zweiter in der Fahrerwertung der WRC 1983) bei der AvD Histo Monte Rallye 2026 gefahren. Es weist einen Kilometerstand von 4776 km auf und befindet sich in einwandfreiem Betriebszustand. Diese seltene Kombination aus historischem Werksbezug und zeitgenössischer Prominenz verleiht diesem 037 eine außergewöhnliche Authentizität und macht ihn für Sammler historischer Rallye-Autos besonders attraktiv.



Mit maximalem Elan
Anfang der 1990er-Jahre tauschte Lotus bei der zukunftsweisenden Studie Elan M200 eine herkömmliche Windschutzscheibe gegen kleine Windabweiser aus. Im Gegensatz zu den meisten rein statischen Concept Cars ist dieses Unikat – basierend auf einem blauen Elan, den ein Kunde retourniert hatte – voll funktionsfähig und fahrbereit. Erstmals vorgestellt wurde es auf der Frankfurter IAA von 1991. Designer Julian Thomson gelang es hervorragend, den Ur-Entwurf seines Kollegen Peter Stevens in eine aufregendere Alternative zum M100 Elan zu verwandeln.
Die Speedster-Studie M200 zeichnete sich durch feststehende schmale Scheinwerfer, einen tiefer gezogenen Frontspoiler, Brems-Kühlkanäle, einen in Wagenfarbe lackierten und nach vorn geneigten Überrollbügel sowie einen dezenten Heckspoiler aus. Für die getönten, sich um das Cockpit ziehenden Windabweiser ließ sich Thomson von den Verkleidungen eines Ferrari 312 B Formel 1 aus den 1970er Jahren inspirieren. David Brisbourne wiederum gab an, sich beim Interieur an Damenbademode orientiert zu haben. Doch noch spektakulärer als die leuchtend gelbe Karosserie ist das geteilte Cockpit.
Unter der stark modifizierten Außenhaut arbeitet dagegen unspektakuläre Technik in Gestalt des serienmäßigen 1,6-Liter-Turbobenziners von Isuzu, der seine Kraft über ein Schaltgetriebe an die Vorderräder schickt. Dieser atemberaubende kleine Lotus wird vom Schweizer Andreas Wüest angeboten und hat erst 100 km zurückgelegt.



Eine Legende neu interpretiert
Der Porsche Carrera GT wurde im Jahr 2000 zunächst als Konzeptfahrzeug vorgestellt und ab 2003 im Werk Leipzig in Serie gebaut. Als ein Meilenstein in der Geschichte von Porsche brillierte er mit einem Kohlefaser-Monocoque und einem als Mittelmotor verbauten 5,7-Liter-V10-Saugmotor, der ursprünglich für ein später dann aber eingestelltes Le-Mans-Projekt vorgesehen war. Bruce Canepa, langjähriger Porsche-Spezialist und Sammler aus Kalifornien, hat sich nun der Herausforderung gestellt, den ikonischen Carrera GT neu zu interpretieren („Reimagining“), um der wachsenden Nachfrage seiner Kunden nach Updates gerecht zu werden. Das hier gezeigte Fahrzeug ist das erste Exemplar seines „SPORT Canepa GT“ – mit der Nummer 001.
Für das neue Programm wandte sich Canepa an die renommierten Carrera-GT-Spezialisten von Repasi Motorwerks. Das Spenderfahrzeug – ein silbernes Modell aus 2005 mit einer Laufleistung von lediglich 1527 Kilometern – traf Anfang 2025 ein. Die technischen Optimierungen begannen mit einer Mehrscheiben-Stahlkupplung und überarbeiteten Nockenwellen, um die Langlebigkeit dieser zu vorzeitigem Verschleiß neigenden Komponenten zu erhöhen. Verbesserte Keramik-Bremsen verzögern noch effizienter, bei gleichzeitig geringeren Austauschkosten, während ein Gewindefahrwerk mit einer Höherlegung um 1,5 Zoll drohende Schäden durch Bordsteinkontakte oder schlafende Polizisten verringert. Schließlich steigert eine maßgefertigte Abgasanlage die Leistung des V10 um mehr als 40 PS und spart zugleich 25 Kilo.
Zu den kosmetischen Aufwertungen gehören Karosserieteile aus Kohlefaser im Farbton „Liquid Metal Green“, Überrollbügel mit Sichtcarbon-Laminat und im Klarlack-Finish sowie Motorlufteinlässe, die in Wagenfarbe, jedoch in matter Ausführung, lackiert sind. Das maßgeschneiderte Interieur schließlich wurde in-house mit Leder im Farbton „Café Latte“, passenden Alcantara-Akzenten und Teppicheinsätzen im klassischen Porsche-Quadratgeflecht ausstaffiert.
Nach Fertigstellung im März 2026 wurde das Auto beim Amelia Concours vorgestellt, wo Canepa Interesse an weiteren Umbauten verzeichnete. Wir sind gespannt, was da noch als Nächstes kommt.




























