Summary

  • Lot number 
    5231
  • Location

Description

Königreich Ungarn, um 1460, Matthias I. Corvinus (1458–1490), ohne Jahrgang.
Gold geprägt, Durchmesser: ca.2,1 cm. Gewicht: 3,526 g
Die seit 1252 in Florenz geprägten Goldgulden und die seit 1284 in Venedig geprägten Dukaten, beides Feingoldmünzen im Gewicht von 3,54 g, revolutionierten die mittelalterliche Währungsstruktur Europas. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts beteiligte sich fast der ganze Kontinent an der Ausgabe dieser hochwertigen Handelsmünzen, so auch das Königreich Ungarn ab 1323/25 unter Karl Robert von Anjou (1308–1342). Im Geldumlauf des Spätmittelalters spielten die ungarischen Goldgulden eine herausragende Rolle, im 15. Jahrhundert war Ungarn sogar der wichtigste europäische Goldmünzenproduzent. Das Stück zeigt auf der Vorderseite einen Wappenschild mit den Feldern für Alt-Ungarn (Querstreifen) und Neu-Ungarn (Doppelkreuz) oben bzw. unten mit den persönlichen Zeichen des Königs, dem Raben mit Ring (Corvinus) und dem steigenden Löwen (Hunyadi); die Umschrift benennt Matthias als von Gottes Gnaden König von Ungarn (+ MATHIAS D[ei] G[ratia] R[ex] VNGARIE). Die Rückseite zeigt einen stehenden gekrönten Heiligen, in der Rechten eine Hellebarde, in der Linken den Reichsapfel haltend; die Umschrift identifiziert ihn als heiligen König Ladislaus (S[anctus] LADISLAVS REX). Dabei handelt es sich um Ladislaus I. (1077–1095), der 1192 kanonisiert worden war und seitdem – neben Stephan I. (1000–1038) – als ungarischer Nationalheiliger fungierte. Links des Heiligen findet sich der Buchstabe H für die Münzstätte, Hermannstadt im heutigen Rumänien.