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Magazin

Gordon Murray schreibt mit seinem neuen S1 erneut Geschichte

Der neue S1 von Gordon Murray überführt die Hardware des S1 LM in ein elegantes Touringkonzept. Ein V12-Saugmotor mit 690 PS, ein manuelles Sechsganggetriebe, aktive Aerodynamik und eine zentrale Sitzposition verschmelzen zu einem wunderbar zivilisierten Erlebnis.

Es ist erfrischend, dass Gordon Murray beschlossen hat, eines seiner Autos weniger extrem zu gestalten. Natürlich ist der Wagen nicht langsam, aber es geht ihm weniger darum, physikalische Gesetze in Kurven neu zu definieren, sondern vielmehr darum, vor dem Mittagessen noch entspannt einige Landkreise zu durchqueren. Der S1 wurde im Rahmen der Monterey Car Week bei der Veranstaltung The Quail enthüllt. Er ist eine auf Touren ausgelegte Weiterentwicklung des S1 LM mit der gleichen familiären DNA, aber einem völlig anderen Temperament. Während der S1 LM den Le-Mans-Sieg von Gordon Murray aus dem Jahr 1995 mit purer Rennsportintensität feiert, ist der S1 für schnelles, einnehmendes Fahren auf langen Strecken konzipiert.

Das Rezept bleibt erfreulich klassisch. Ein maßgeschneiderter 4,2-Liter-V12-Saugmotor von Cosworth leistet bis zu 690 PS bei 12.100 Umdrehungen pro Minute. Ein manuelles Sechsganggetriebe, das über einen speziell auf Langstrecken ausgelegten sechsten Gang verfügt, bindet den Fahrer aktiv in das Geschehen ein. Der Motor liefert 80 Prozent seines Drehmoments bereits ab 2.500 Umdrehungen und etwa 500 Nm bei 7.000 Touren. Dadurch bietet der S1 deutlich zugänglichere Kraftreserven für müheloses Reisen.

Optisch hat der Wagen sichtbar abgespeckt. Der riesige Heckflügel, der lange Frontsplitter und die tief gezogenen Seitenschweller des S1 LM sind verschwunden. Sämtliche Karosserieteile sind neu und schaffen eine klarere Silhouette, die sich an klassischen Proportionen orientiert. An ihrer Stelle kommt ein integriertes, aktives Aerodynamiksystem am Heck zum Einsatz. So kann sich der S1 auf mechanischen Grip, eine gute Balance und ein vertrauenerweckendes Fahrverhalten konzentrieren, anstatt auf extremen Abtrieb zu setzen.

Das Fahrwerk wurde einer ähnlichen Überarbeitung unterzogen. Die Bodenfreiheit ist um 10 Millimeter gestiegen und die Dämpfung wurde für mehr Fahrkomfort neu abgestimmt. Dennoch behält das Auto die Breite, die Spurweite, die Leichtbauarchitektur und die breiteren Reifen des S1 LM bei. Das angestrebte Gewicht liegt sogar unter dem des T.50, obwohl der S1 über ein luxuriöseres Interieur, ein besseres Soundsystem und eine optimierte akustische Isolierung verfügt.

Im Innenraum bleibt die zentrale Sitzposition erhalten, aber das Ambiente ist deutlich zivilisierter. Hochwertiges Leder, speziell gefertigte Stoffe, bequeme Touring-Sitze, eine verbesserte Geräuschdämmung, ein überarbeitetes Infotainment-System und eine maßgeschneiderte, leichte Audioanlage machen den S1 zu einem absolut herrlichen Aufenthaltsort. Die neuen Dihedral-Türen verfügen nun über integrierte, versenkbare Fensterscheiben und lassen sich zudem weiter öffnen. Es werden lediglich 64 Exemplare des S1 gebaut, die von jedem Besitzer individuell in Auftrag gegeben werden. Das Faszinierendste am S1 ist am Ende also vielleicht gar nicht das, was Gordon Murray hinzugefügt hat, sondern das, was er weggelassen hat.

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