Direkt zum Inhalt

Magazin

Großbritanniens geheimnisvollster Autobauer lässt seinen V10-Supersportler wiederauferstehen

Totgesagte leben bekanntlich länger. So auch die zuletzt 2020 in die Liquidation gegangene Marke Bristol. Passend zum 80-jährigen Firmenjubiläum stellen die Briten ein erstes von fünf Continuation-Modellen des 2009 eingestellten „Fighter" aus. Ein Strohfeuer – oder neuer nachhaltiger Anlauf?

 

Jaguar hat das Thema „Continuation Car" vor einigen Jahren salonfähig gemacht. Mit originalgetreuen Nachbauten des D-Type und anderer Ikonen der Firmengeschichte. Solch ein „Reborn"-Modell zeigt nun auch die nach der Insolvenz von 2020 zum wiederholten Mal neu auferstandene Marke Bristol. Noch bis zum Sonntag steht auf dem Salon Privé im Park von Blenheim Palace der „Fighter". Er knüpft an den gleichnamigen zweisitzigen Sportwagen an, der mit Flügeltüren und aus Dodge-Viper-Beständen stammendem Achtliter-V10 als letzter komplett neu entwickelter Bristol bis 2009 zusammengebaut wurde. In welcher Stückzahl der Fighter entstand – dazu schwanken die Angaben zwischen neun und 14.

 

Der nun auferstandene Fighter basiert auf einem originalen, aber noch nicht komplettierten Chassis und soll ebenso wie vier weitere noch nicht fertiggestellte Exemplare zusammen mit einem noch nicht kommunizierten Partner aus dem UK entstehen. Zumindest an PS wird es ihnen nicht mangeln: Schon in der 525 PS starken Basisversion soll der erdgebundene Kampf-Jet 338 km/h erreichen; sogar eine Tuningstufe mit 600 PS ist geplant.

Bristol Cars wurde 1945 als Ausgründung der Bristol Aeroplane Company gegründet und stellte 1946 mit dem Bristol 400 sein erstes und noch stark von BMW-Vorkriegs-Technik beeinflusstes Auto vor. Von Beginn an beschritten die Briten ihren eigenen Weg und nutzten ihre Wurzeln in der Luftfahrt, um Automobile zu schaffen, die britischen Luxus, Leistungsstärke (Chrysler-Motoren) und Individualität verbanden. Das auf Understatement setzende Design der immer nur in kleinen Stückzahlen gebauten Autos dagegen polarisierte.

 

Ob der Reborn-Aktion nun weitere und nachhaltige Projekte – wie ein neuer Viersitzer oder die bei der Neugründung 2022 angekündigten Modelle mit Hybrid- und sogar reinem Elektroantrieb – folgen, dazu ließen die neuen Bristol-Eigentümer unter Leitung von Paul King noch nichts Konkretes verlauten.

Watch our latest YouTube videos