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5 Sammlerautos, die Sie diese Woche in Ihre Garage stellen sollten

Ein im Stil der frühen Fünfzigerjahre maßgeschneiderter Ferrari 812 Superfast, ein radikaler Baja-Bronco, ein Achtziger-Keil in "green over tan" und das seltene Urmeter aller Leichtbau-911er. Erleben Sie die spektakuläre Vielfalt des Classic Driver Marktes!

 

Der perfekte Mille-Miglia-Lastesel

Bei nur wenigen Oldtimer-Events wird so viel Wert auf zeitgenössischen Stil gelegt wie bei der Mille Miglia der Neuzeit – vollkommen verständlich, schließlich sollen Mensch und Maschine nicht zu sehr mit der pittoresken und traumhaft schönen italienischen Umgebung kontrastieren. Um einen möglichst geschmackvollen Auftritt hinzulegen, ergibt es daher natürlich Sinn, auch bei der Wahl des Begleitfahrzeugs keine Kompromisse einzugehen – selbst wenn die obligatorische Baujahrsgrenze bis 1957 nur für die Hauptakteure gilt.

Dieser Lancia Appia Furgoncino aus dem Jahre 1955 verkörpert die Ästhetik der goldenen Ära des weltberühmten Straßenrennens perfekt, weshalb der charmante Transporter tatsächlich schon mal im Tross der modernen Mille Miglia dabei war. Schon allein die mit edlem Holz ausgeschlagene Ladefläche macht den praktischen und in der Nutzfahrzeug-Variante überaus seltenen Lancia, der von dem luxemburgischen Händler „Eau de Pétrole" angeboten wird, zu einem echten Hingucker. Aber auch technisch sticht er aus der Masse der gesichtslosen Fiat Ducato der Neuzeit heraus – unter der Motorhaube werkelt ein 38 PS leistender V4-Motor, dessen Layout in der Autowelt auch über siebzig Jahre später eine echte Besonderheit darstellt. Falls der neue Eigentümer ihn bei der nächsten Ausgabe des Rennens wieder als treuen Begleiter einsetzt, dürfte der hemdsärmelige Italiener mehr Köpfe verdrehen als der Großteil des offiziellen Startfelds.



 

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Reinkarnation einer Rennsport-Ikone

Es gibt Autos, die eine echte Geschichte erzählen und nicht einfach nur um jeden Preis auffallen wollen. Während moderne Ferraris heute oftmals in Bonbon-Farben und mit Unmengen an Carbon vorfahren, schlägt dieser über das „Tailor Made“-Programm veredelte 812 Superfast einen zeitlosen und gleichzeitig wunderbar nostalgischen Pfad ein. Das von dem britischen Händler DK Engineering mit lediglich 112 Kilometern auf der Uhr angebotene Coupé ist eine stilistische Hommage an den Ferrari 166 MM mit der Seriennummer 0146E, der 1953 beim 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring seine Feuertaufe erhielt.

Anstatt auf aggressiven Downforce-Look setzt dieser Grand Tourer auf die schlichte und zeitgleich edle Ästhetik der frühen Pinin-Farina-Klassiker. Die Lackierung in Dunkelblau, bei der es sich um eine Maßanfertigung handelt, und das kontrastierende silberne Dach gehen eine perfekte Symbiose ein. Auf die sonst üblichen Scuderia-Wappen an den Kotflügeln hat der anspruchsvolle Ferrari-Kunde verzichtet und zudem hochglanzpolierte Felgen in Auftrag gegeben, die an die alten Chrom-Speichenräder aus der Frühzeit des Herstellers erinnern. Auch im Innenraum sucht man vergeblich nach neumodischem Sichtcarbon. Stattdessen dominieren plissiertes Leder und in Dachfarbe lackierte Armaturen. Das absolute Highlight ist die Mittelkonsole mit einem Einsatz aus edlem Holz, der eine Hommage an den hölzernen Schaltknauf des historischen Ahnen darstellt.

 

 

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Der ungezähmte Baja-Bezwinger

Der aktuelle Ford Bronco ist ein durch und durch talentierter Offroader, in den Vereinigten Staaten fristet er aufgrund seines kultigen Retro-Designs häufig jedoch das triste Dasein eines Vorstadt-Ponys, dem die Fahrt zum örtlichen Walmart als Auslauf ausreichen muss. Dieser spektakuläre Ford Bronco DR aus dem Jahr 2023, der von Broad Arrow Auctions im Rahmen der „The Quail“-Auktion versteigert wird, lässt jegliche Allüren moderner Lifestyle-SUVs hinter sich. Der hochgelegte Bolide ist der geistige Nachfolger des berühmten „Big Oly“-Broncos, mit dem Parnelli Jones 1970 die berüchtigte mexikanische Wüste bezwang.

Das auf 50 Exemplare limitierte Biest setzt dem verweichlichten Image herkömmlicher SUVs eine hemdsärmelige und zweckorientierte Brutalität entgegen, die man so nur im professionellen Motorsport findet. Die maßgeschneiderte Fiberglaskarosserie in Gold und Weiß macht sofort deutlich, dass es dieser Bronco mehr als ernst meint. Gewaltige 37-Zoll-Reifen und ein extrem schluckfreudiges High-End-Fahrwerk stellen sicher, dass der Wagen selbst bei Höchstgeschwindigkeit die tiefsten Krater wegbügelt. Befeuert von einem 418 PS starken 5,0-Liter-Coyote-V8 wartet das Sammlerstück mit gerade einmal 19 Meilen auf der Uhr auf seinen ersten echten Einsatz. Der künftige Besitzer hat die Wahl, ob er das reinrassige Wildpferd tatsächlich durch den Staub der SCORE-Unlimited-Klasse peitscht oder es einfach nur als brachialen Hingucker in seine Sammlung stellt – was allerdings im höchsten Maße verschwendetes Potenzial wäre.

 

 

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Green over Tan-Testarossa

Vergessen Sie das tiefe Schwarz, das die Wall-Street-Yuppies der Achtzigerjahre bevorzugten, oder das vorhersehbare, fast schon ermüdende Einheitsrot von Maranello. Wer an einen Ferrari Testarossa denkt, hat unweigerlich das Bild eines koksweißen Keils vor Augen, mit Sonny Crockett hinter dem Steuer und Rico Tubbs auf dem Beifahrersitz, die gemeinsam in Miami Ganoven auf den Fersen waren. Genau so erblickte auch dieses frühe Exemplar aus dem Jahr 1987 bei seiner Erstauslieferung im saudi-arabischen Riad in „Bianco Fer 100“ das Licht der Welt. Doch als der flache Zwölfzylinder 1990 nach Frankreich importiert wurde, entschied sich der damalige Besitzer für ein grundlegendes Umstyling, das sich im Nachhinein als absoluter Geniestreich entpuppen sollte: Er ließ die Ikone in dem eleganten Ton „Verde Scuro Metallizzato“ lackieren, was ihr einen vornehmen, fast schon britischen Touch verleiht.

In Kombination mit dem makellos erhaltenen beigen Leder-Interieur entstand so eine Traum-Spezifikation, die es laut der „Ferrari Classiche“-Abteilung ab Werk eigentlich gar nicht geben dürfte. Ein Look, der dem von Mecanicus angebotenen Coupé eine unfassbar noble Grand-Tourer-Aura verleiht. Technisch steht die fast vierzig Jahre alte Diva mit einer Laufleistung von rund 45.000 Kilometern bestens im Saft: Erst 2024 wurden der Zahnriemen und die Kupplung erneuert, während das Triebwerk eine aufwendige Trockeneis-Reinigung erhielt.

 

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Uhrwerk Orange

Vor genau zehn Jahren löste der wohl unverfälschteste 911er der Moderne einen echten Hype in der Porsche-Szene aus – für den limitierten Handschalter 911 R der Generation 991 legten Sammler von heute auf morgen astronomische Summen auf den Tisch. Doch so spektakulär dieser puristische Elfer auch war, ist er im Vergleich zu seinem historischen Vorbild fast schon ein Luxusdampfer. Etwa ein halbes Jahrhundert früher wurde ein Mythos begründet, den man nicht im Marketingbüro replizieren kann.

Mit dem ursprünglichen 911 R schnürten die Zuffenhausener Ende der Sechziger eines der radikalsten Diätprogramme der Automobilgeschichte: Ein auf das absolute Minimum reduziertes Werksexperiment, das dank Karosserieteilen aus Kunststoff und dem völligen Verzicht auf Komfort gerade einmal 800 Kilogramm auf die Waage brachte. Nach nur 24 gebauten Einheiten war wegen einer Regeländerung zwar schon wieder Schluss, doch der Ur-R wurde zur Blaupause für den Carrera RS und somit zum Nukleus für die gesamte GT-Philosophie der Marke. Seine mechanische Präzision steht der einer edlen Schweizer Uhr in nichts nach.

Das von Mechatronik angebotene Fahrzeug ist die Nummer 14 dieser winzigen Sonderserie und verkörpert perfekt die Essenz des damaligen Motorsports. 1968 wurde der Wagen einst im unschuldigen Hellelfenbein an seinen französischen Erstbesitzer ausgeliefert, bevor das seltene Stück ein paar Jahre später über Umwege in Spanien landete. Dort bekam es sein bis heute charakteristisches, oranges Kleid des Rennteams „Escuderia Orense“ verpasst, in dem es eine erfolgreiche Rennkarriere hinlegte. Unter der hauchdünnen Motorhaube werkelt kein braver Serienmotor, sondern das hochdrehende und 210 PS starke Zweiliter-Triebwerk aus dem Rennprototypen Porsche 906. Nach sensationellen vier Jahrzehnten im Besitz des französischen Rennfahrers Guy Chasseuil steht dieser geschichtsträchtige Elfer mit lückenloser Historie und FIA-Pass nun bereit für sein nächstes Kapitel.

 

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