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Auktionsrekorde auf Amelia Island — Fünf zentrale Erkenntnisse

Bei der Auktion von Broad Arrow auf Amelia Island wurden gleich mehrere Preisrekorde gebrochen. Exklusive Ferraris und Porsches aus einer einzigen Privatsammlung führten den massiven Wertanstieg an. Besonders Supercars aus den 2000er-Jahren gewinnen mit jeder Auktion weiter an Popularität.

Die Broad Arrow Auktion auf Amelia Island hatte es in sich und sorgte für einige echte Paukenschläge in der Klassiker und Sportwagen-Szene. Die erzielten Preise waren teilweise echt überraschend: Autos, die noch vor kurzem für deutlich weniger als die Hälfte unter den Hammer kamen, erzielten an diesem heißen Frühlingstag in Florida astronomische Summen. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse einer Auktion, die Porsche- und Ferrari-Fans in Erinnerung bleiben wird. Interessanterweise stammten gleich vier der Rekord-Brecher – der 959 Sport, der Enzo, der Monza SP2 und der F12tdf – stammten aus derselben privaten Sammlung von der US-Ostküste.

Der Porsche 959 schließt zu den ganz Großen auf

Der erste echte Supersportwagen aus Zuffenhausen nahm in der Welt der Sammlerfahrzeuge über Jahre hinweg eine eher zwiespältige Rolle ein. Er galt zwar technologisch als bahnbrechend und aufgrund seiner Gruppe-B-Wurzeln, seinen Motorsport-Erfolgen sowie seiner Pionierrolle als historisch bedeutsam, wenn es um die Wertentwicklung geht, stand er bisher aber im Schatten seines italienischen Erzrivalen. Während die meisten Porsche 959 für deutlich unter zwei Millionen Dollar den Besitzer wechselten und nur selten mit spektakulären Auktionsergebnissen von sich reden machten, wechselte der Ferrari F40 in den letzten Jahren regelmäßig drei Millionen Dollar oder mehr den Besitzer.

Die jüngste Auktion von Broad Arrow könnte hier jedoch eine Trendwende markieren. Dem zum Hagerty-Konzern gehörenden Auktionshaus gelang mit einem 959 Sport ein Rekordergebnis von 5,5 Millionen Dollar – einer radikaleren Variante des 80er-Jahre-Supersportwagens, von der die Schwaben lediglich 29 Exemplare bauten. Das Rekordfahrzeug ist historisch besonders relevant, da es einer der ersten 959 war, die den Weg über den Atlantik fanden. Schon die Schätzung von 4,25 bis 5 Millionen Dollar war ambitioniert, doch das Ergebnis der Florida-Auktion beweist: Der Markt erkennt die historische Bedeutung des 959 nun endlich auch preislich an.

Der Enzo-Hype reißt noch nicht ab

Der Ferrari Enzo hat sich fest als die ultimative Blue-Chip-Anlage unter den Supercars etabliert. Dadurch, dass Broad Arrow einen Enzo in "Nero D.S." für 15,185 Millionen Dollar versteigert hat, bestätigt diesen Status. Das Ergebnis lag ganz eindeutig am oberen Ende des Estimates von 12 bis 16 Millionen Dollar. Mit weniger als 450 Meilen auf dem Tacho und nur einem Vorbesitzer, handelte es sich um ein nahezu perfektes Exemplar dieser heißblütigen Gattung.

Dennoch deutet der Verkaufspreis darauf hin, dass wir möglicherweise eine Marktobergrenze erreicht haben. An den Rekord vom Anfang des Jahres kommt der schwarze Ferrari nicht heran: Damals wurde Enzo in "Giallo Modena" aus der Phil-Bachman-Sammlung trotz einer etwas höheren Laufleistung für 17,9 Millionen Dollar versteigert. Jenes gelbe Unikat rechtfertigte den Aufpreis durch seltene Werksdetails wie einen in Wagenfarbe lackierten Heckdiffusor und spezielle zweifarbige Sitze in Rosso und Giallo. Das Ergebnis von Broad Arrow könnte ein Plateau auf sehr hohem Niveau signalisieren, auch wenn die Nachfrage nach dem V12-Flaggschiff weiterhin extrem hoch bleibt.

Der Hype um die 2000er-Supercars nimmt immer mehr Fahrt auf

Ein weiterer Star der 2000er-Riege auf Amelia Island war ein Porsche Carrera GT von 2005 mit der Fahrgestellnummer 0555. Diese Exemplar ist ein echtes Unikat: Er ist der einzige nach Nordamerika gelieferte Carrera GT, der in der legendären Sonderfarbe Gulf Blau ausgeliefert wurde. Kombiniert wurde das Ganze von einer Lederinnenausstattung in Ascot Braun. Diese vom 917 inspirierte Konfiguration, die 2005 15.500 Dollar Aufpreis kostete, verhalf dem Wagen mit nur 2.807 Meilen auf dem Tacho zu einem Hammerpreis von 6,7 Millionen Dollar.

Damit landete das Ergebnis punktgenau im Schätzbereich von 6 bis 7 Millionen Dollar und verdoppelte praktisch die bisherigen Auktionsrekorde für dieses Modell – auch wenn der Ferrari Enzo weiterhin souverän achtstellige Beträge erzielt. Besonders dieser Porsche-Rekordverkauf beweist, dass das Interesse an V10- und V12-Ikonen aus dieser Ära weiter wächst. Zudem hat sich die Finanzkraft sichtlich hin zu Sammlern verlagert, die Wert auf seltene Werkslackierungen und ein modernes, aber noch analoges Fahrerlebnis legen.

 

Der Miura gehört noch lange nicht zum Alteisen

Während andere Ikonen der Sechzigerjahre aktuell eher an Wert verlieren, bleibt der Lamborghini Miura dank seines Status als Design-Ikone eine Klasse für sich. Der von Marcello Gandini gezeichnete Pionier unter den Supersportwagen scheint gegen diesen allgemeinen Trend immun zu sein. Fahrgestellnummer 4976 sprengte auf Amelia Island alle Erwartungen und wechselte für 6,6 Millionen Dollar den Besitzer – womit der bisherige Rekord um über 1,7 Millionen Dollar pulverisiert wurde.

Dieses Ergebnis ist besonders beeindruckend, wenn man den patinierten Zustand dieses SV berücksichtigt, der weit von einem makellosen Restauration entfernt ist. Dieser SV wurde in den späten 1970er-Jahren von Silber zu Dunkelblau umlackiert. Seine Patina zeugt von echten 18.212 Meilen. Die seltene US-Ausführung mit Split-Sump-Schmierung in Kombination mit einer Klimaanlage ließ den Preis fast 3 Millionen Dollar über der Schätzung von 3,5 bis 4 Millionen Dollar liegen.

Limitierte moderne Ferrari spielen bereits ganz oben mit

Die Lücke zwischen neuen Ferraris und etablierten und begehrten Sammlerstücken schließt sich rasant, da limitierte Sondermodelle kurz nach ihrer Produktion zu Investment-Objekten werden. Niedrige Kilometerstände und maßgeschneiderte Spezifikationen sorgen dafür, dass ihre Preise die Schätzwerte in Rekordzeit fast verdoppeln. Die Ergebnisse von Broad Arrow für den Monza SP2 und den F12tdf unterstreichen, dass Maranellos moderne Sonderserien mittlerweile feste Größen im siebenstelligen Bereich sind.

Der Ferrari Monza SP2 von 2021, eine Barchetta der "Icona"-Serie in Rosso Corsa mit nur 16 Meilen auf dem Tacho, kam für 4,96 Millionen Dollar unter den Hammer. Dieses Ergebnis lag über der Schätzung von 4,25 bis 4,75 Millionen Dollar und beweist, dass der Markt das einzigartige Open-Air-V12-Erlebnis hoch schätzt. Wobei das unbenutzte "Racing Driver Set" als Zubehör das Tüpfelchen auf dem i war. Noch explosiver entwickelte sich der Ferrari F12tdf von 2017. Dieses "Tailor Made"-Exemplar in Azzurro California hatte weniger als 100 Kilometer gelaufen und pulverisierte seine Schätzung von 2 bis 2,5 Millionen Dollar mit einem Verkaufspreis von 4,18 Millionen Dollar.

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