


7,0 Liter purer Luxus
In den späten 1990er-Jahren, als Mercedes-Benz seine Roadster noch mit der ruhigen Selbstsicherheit eines Uhrmacher-Meisters konstruierte, stand die SL-Generation R129 für mühelos-lässige Autorität. Kaum war dieses Spitzenmodell der Baureihe, ein SL600 Baujahr 1997, vom Band gerollt, wurde es bereits in die exklusive Welt von AMG in Affalterbach aufgenommen. Dort erhielt der polarweiße (149) SL neue Multikontursitze, Xenon-Scheinwerfer, das begehrte AMG-Stylingpaket und zweiteilige AMG-Felgen. Damit war das Styling abgehakt, worauf es zügig an den Austausch des serienmäßig 394 PS starken 6,0-Liter durch einen auf 496 PS gekitzelten 7,0-Liter-V12 von AMG ging. Fertig war der AMG SL70.
Von AMG veredelte Mercedes-Modelle, die eine perfekte Synthese aus nutzbaren modernen Klassikern und echten Sammlerstücken darstellen, haben in den letzten Jahren einen Wertanstieg erlebt. Dieses zunächst nach Japan, von dort 2012 in eine prominente Sammlung in Abu Dhabi und schließlich 2022 in die USA gelangte Exemplar bildet da keine Ausnahme. Schon gleich nach der Ankunft in Amerika erhielt es das AMG Classic Conversion Zertifikat. Mit nur 46.000 Kilometern auf der Uhr und dem begehrten Panorama-Glasdach wird dieser seltene AMG Roadster bei der bevorstehenden Auktion von Broad Arrow Auction am 6./7. März auf Amelia Island voraussichtlich über $ 250.000 erzielen.



Baby-Lambo mit Scherentüren
Der über ein ganzes Jahrzehnt entwickelte Gallardo avancierte schließlich zum meistverkauften Modell der Marke. Dank eines seltenen Lamborghini-Cocktails, der einen sonoren 5,0-Liter-V10 mit einer für ein Auto aus Sant'Agata gewissen Zurückhaltung im Auftreten und einer gewissen Benutzerfreundlichkeit verband. Einige fanden, dass der Gallardo zu zahm war, um das Wappen des wütenden Stiers tragen zu dürfen, auch weil er zu eng mit den Audis derselben Ära verbunden war. Aber in Wirklichkeit hatte Lamborghini unter Leitung von Chefdesigner Luc Donckerwolke einen Supersportwagen entwickelt, der in einem Moment über die Autobahn donnern und im nächsten gemächlich durch die Straßen einer Stadt rollen konnte. Allerdings sorgte er nicht für denselben Volksauflauf wie frühere Lamborghini, wenn man vor einem Nachtclub oder einem ausgebuchten Restaurant vorfuhr. Was vor allem an seinen konventionellen Türen lag.
Dieser zunächst neu in Deutschland ausgelieferte und dann in die Niederlande gewechselte „Baby-Lambo“ aus 2004 mit nur zwei Vorbesitzern stellt diese Theorie auf den Kopf. Denn er trumpft mit nachgerüstete Scherentüren auf, die das Erscheinungsbild erheblich aufwerten und ebenso wie das schwarz/gelbe Interieur zweifellos für Aufsehen sorgen wird, wo immer der knallgelbe Lambo parkt!



Die prunkvolle Göttin
Mit der DS, der Göttin, revolutionierte Citroën 1955 die Automobilwelt. So weit, so bekannt. Im Laufe der 20-jährigen Produktionsspanne wurden viele Versionen entwickelt, aber ein Coupé gab es zumindest offiziell nie. Der Ex-Designer bei Peugeot, Heuliez und später Venturi, Gérard Godefroy (heute 79), machte es sich persönlich zur Aufgabe, diese Lücke mit dem „Grand-Palais“ zu füllen. Noch unglaublicher: dieses Exemplar wurde nicht in der historischen Ära der DS gebaut, sondern erst im Jahr 2019. Es wurde vom Mutterkonzern Stellantis homologiert und zugelassen, basiert auf einem originalen DS 21-Spenderfahrzeug von 1972 und kommt mit einem Barré-Rouge-Zulassungsdokument (nationale Typgenehmigung).
Insgesamt entstanden von diesem extrem luxuriös ausstaffierten Restomod-Coupé beim kleinen Karosseriebauer Automotive in Le Mans in Handarbeit insgesamt sechs Exemplare, von denen das hier gezeigte das einzige mit Straßenzulassung ist. Ein wirklich einzigartiger Citroën, der eleganter wirkt als die von Chapron gebauten DS Coupés. Eine Hommage an den DS-Designer Flaminio Bertoni, die den Geist der „Déese“ in ein modernes Coupé-Format überträgt.



Der perfekt spezifizierte 16M?
Der Ferrari F430 Scuderia Spider 16M feiert Maranellos 16. und bislang letzten Formel-1-Konstrukteurs-Titel, errungen in der Saison 2008. Eine Leistung, die im Motorsport bis heute unübertroffen ist. Der auf Basis des F430 Scuderia entwickelte Spider ist die vielleicht ultimative Version eines Performance Cars aus den frühen 2000er-Jahren. Der offene 16M wurde in einer limitierten Auflage von nur 499 Exemplaren gebaut. Angetrieben von einem kraftvollen 4,3-Liter-V8-Saugmotor, der perfekt hinter den Ohren der Insassen platziert war und beeindruckende 503 PS leistete. Die über das F1-SuperFast 2-Sechsganggetriebe auf die Hinterachse übertragen wurden.
Während viele 16M Maranello in einem roten Farbton verließen, hebt sich dieses in den USA 2009 zugelassene Exemplar durch eine Lackierung in Blu Pozzi und eine Innenausstattung in Terra Bruciata von den anderen ab. Es handelt sich vermutlich um das einzige nach Amerika gelieferte Fahrzeug in dieser Farbkombination, die noch durch Karosseriestreifen in Argento Nürburgring und Nero ergänzt wird. Da die Preise für limitierte Ferrari-Modelle astronomische Höhen erreichen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in solche Exemplare zu investieren! Und am 14. Februar, also schon nächstes Wochenende, bei RM Sotheby’s Cavallino Palm Beach-Auktion mitzubieten.



Der million-dollar Porsche 968
Man kann mittlerweile mit Sicherheit konstatieren, dass wir uns alle daran gewöhnt haben, dass die Preise für einige der besten Kreationen aus Stuttgart einem die Tränen in die Augen treiben. Carrera RS der Generation 964 erreichen fast eine halbe Million, und so gut wie jede Version des 993 erzielt einen Preis, der sogar Schätzungen von Experten übertrifft. Es gab jedoch schon immer eine günstigere Alternative zum beliebten 911, nämlich die Transaxle-Modelle von Porsche. Bei der Amelia-Island-Auktion von Gooding Christie's könnte dieser 968 aus 1993 nun sogar die Millionen-Dollar-Grenze überschreiten.
Natürlich handelt es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Porsche 968, sondern um einen Turbo S. Er wurde in extrem limitierter Stückzahl gebaut und in erster Linie für den Rennsport konzipiert. Als letzte und ultimative Evolution des mit dem 924 initiierten Frontmotor-Transaxle-Konzepts, bevor sich das Unternehmen wieder voll und ganz auf den 911 konzentrierte. Mit offiziell 305 PS aus dem von einem KKK-Turbolader zwangsbeatmeten Dreiliter-Vierzylinder stand der 968 Turbo S bestens im Futter. Anfangs waren bis zu 100 Exemplare geplant, doch am Ende entstanden zwischen Anfang 1993 und Frühjahr 1994 inklusive eines Prototyps nur 14 Einheiten.
Dieses Exemplar in der Sonderlackierung Zermatt Silver Metallic mit schwarzem Kunstleder-Interieur und Cord-Einsätzen wurde neu von der tschechischen Tennis-Spielerin Helena Sukova direkt bei der Porsche Rennabteilung bestellt. Sie behielt das Auto bis 2014, ehe es über Porsche Dresden an Andreas Knapp-Voith aus Düsseldorf ging. Um 2021 kam das Auto zum bekannten Porsche-Sammler Michael Kelter aus Birmingham (Michigan); sein bislang letzter Besitzer stellte ihn Anfang 2024 in die Garage. Mit einem km-Stand von knapp über 30.300 Kilometer ist dieses einmalige Modell aus Porsches langer Geschichte mit Homologations-Specials noch relativ frisch und um so mehr in der Lage, die magische Millionen-Hürde zu überspringen.



























