


Was Konstrukteurs-Karrieren im Rennwagen- und Seriensportwagenbereich anbelangt, gehört die des Südafrikaners Gordon Murray ohne Zweifel zu den erfolgreichsten. Nachdem er in den 1980er-Jahren für die Formel-1-Teams Brabham und McLaren zahlreiche WM-Siegerfahrzeuge entwickelt hatte, überzeugte er Anfang der 1990er-Jahre den damaligen McLaren-Chef Ron Dennis, den ersten McLaren-Straßensportwagen zu entwickeln. Das Ergebnis ließ keine Wünsche offen: Mit seiner atemberaubenden Karosserie aus der Feder von Peter Stevens und dem 627 PS starken BMW-V12-Motor war der McLaren F1 bei seiner Markteinführung im Jahr 1993 mit 370 km/h das schnellste Serienfahrzeug der Welt. Zudem ist er bis heute der letzte zugelassene Serien-Sportwagen, der die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat.



Dieses 1994 produzierte Exemplar war das 14. von nur 64 jemals gebauten Straßenversionen des McLaren F1 und wurde in der Farbe Titanengelb über einem schwarzen Interieur an ein Mitglied der Königsfamilie von Brunei ausgeliefert. Später wurde es nach Großbritannien zurückexportiert und war dort eine Zeit lang im Besitz von David Clark, dem ehemaligen Geschäftsführer von McLaren Cars, bevor es in die USA verschifft wurde. 2006 erwarb ein neuer und dann auch langjähriger Besitzer das Fahrzeug und schickte es nach Woking, wo es 2007 komplett überholt, in der aktuellen Farbe Ibis-Weiß lackiert und als eines von nur acht F1-Modellen mit dem begehrten „High-Downforce“-Kit bestückt wurde. Auch der Innenraum wurde auf die LM-Spezifikation inklusive eines neuen Fahrersitzes im Rennsport-Stil umgebaut. Mit nur 13.711 Meilen (22.060 km) auf dem Tacho trägt Chassis 014 die Unterschriften zweier legendärer Formel-1-Piloten: Michael Schumacher und Sir Lewis Hamilton. Schumacher unterschrieb (auf dem Türschweller) 1996 und damit vor dem Umbau, während Hamiltons Signatur noch immer auf dem linken Gepäckraumdeckel zu sehen ist!



31 Jahre nach dem Roll-out des McLaren F1 aus dem Werk in Woking stellte Gordon Murray Automotive diese großartige Hommage an den legendären dreisitzigen Supersportwagen fertig. Dieser GMA T.50 aus dem Jahr 2025 ist das 35. von nur 100 produzierten T.50-Modellen und vereint als spiritueller Nachfolger des F1 alle Erkenntnisse und technologischen Fortschritte der letzten drei Jahrzehnte. Dazu gehört auch einer der beeindruckendsten Motoren aller Zeiten: Cosworths 4,0-Liter-V12 mit 661 PS und einer Höchstdrehzahl von 12.000 U/min. Der nur knapp unter einer Tonne wiegende T50 verfügt als technisches Schmankerl über ein Gebläse im Stil des nur einmal 1978 in Schweden eingesetzten Brabham BT46B Formel 1 („Fan-car“), das je nach Situation im Zusammenspiel mit dem Diffusor sowohl den Abtrieb erhöht als auch durch Absaugen der Luft von den Oberflächen den Luftwiderstand um 12,5 Prozent reduziert. Und das alles ohne störende Spoiler, die die elegante Form des T.50 schmälern würden.



Dieser T.50 befindet sich in einem absolut neuwertigen Zustand und wurde kaum gefahren; der Kilometerstand beträgt lediglich 217 km. Mit seiner attraktiven Farbkombination – Harrier-Grau mit glänzendem Carbon-Dekor, luxuriöse Innenausstattung aus Anthrazit-Alcantara, Chromit-Schwarz und Matrix-Orange-Leder – ist dieser T.50 zweifellos eines der begehrenswertesten Sportwagen der letzten zehn Jahre. Wie der oben erwähnte F1 wird auch dieser T.50 am 5. Dezember auf der RM Sotheby’s Abu Dhabi Auktion versteigert.








































