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Ground control: Dieser Matra Djet hat die Landerlaubnis erhalten ... in Ihre Sammlung

Versteckt in einer französischen Garage steht eines der ersten Serienfahrzeuge der Welt mit Heckmittelmotor. Ist es ein Lamborghini, ein Ferrari, ein Porsche? Nein, dieser Matra Djet von 1965 sieht aus wie aus dem Weltall und ist bereit, bei der kommenden Auktion von Osenat am 25. Juni abzuheben.

Anfang der 1960er-Jahre brachte fast jeder Autohersteller, der sich mit Sportwagen beschäftigte oder davon träumte, etwas Sportlicheres zu bauen, seine neuesten und manchmal auch besten Modelle auf den Markt. 1962 hatte Enzo Ferrari die Welt mit dem 250 GT Lusso beglückt, doch während dieser schnittige Boulevardflitzer im Rampenlicht stand, war eine kleine französische Firma namens Automobiles René Bonnet damit beschäftigt, ihren eigenen Sportwagen namens Djet zu entwerfen und zu bauen. 

Für René Bonnet war es das erste Projekt nach der Trennung von seinem langjährigen Partner Charles Deutsch. Bei seinem Vorhaben fand er Unterstützung von Matra (Herstellung der Kunststoff-Karosse bei einem Matra-Tochterunternehmen) und Renault (Motoren, Getriebe, Fahrwerk). Das Fahrgestell bestand aus einem Zentralrohrrahmen, einer Gitterkonstruktion aus Vierkantrohren. Ungewöhnlich war das aufklappbare Heckfenster, das problemlosen Zugang zum Motor ermöglichte.

Auch aufgrund von Altlasten geriet Bonnet in finanzielle Schieflage, so dass Matra im Oktober 1964 René Bonnet Automobiles ein Verkaufsangebot unterbreitete , inklusive der Übernahme der Schulden. Der Deal kam zustande, ab dann lief der zu den ersten Mittelmotor-Sportwagen der Welt zählende Fronttriebler als Matra Djet (ab 1966 Matra Jet) weiter und wurde bis 1967 (zuletzt als Version 5 und 6) unter Leitung des Ex-Simca-Ingenieurs Philippe Guédon mehrmals weiterentwickelt. Der neue Djet wurde auch etwas größer als seine Vorgänger (Länge von 3,80 auf 4,20 Meter) und brachte jetzt statt 540 an die 660 Kilo auf die Waage.

Dieser spezielle Matra Djet 5VS MB8S aus dem Jahr 1965 befindet sich seit 45 Jahren im Besitz der gleichen Familie und wurde in dieser Zeit mit einigen beeindruckenden Upgrades versehen. Der ursprüngliche Motor aus dem R8 Gordini (70 PS) wurde durch das hochdrehende Triebwerk eines Renault 5 Alpine (93 PS) ersetzt, der an das Fünfgang-Getriebe eines R20 gekoppelt ist, was sowohl die Leistung als auch die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit erheblich steigert 2018 wurde dieser Djet restauriert (Hinterachse mit Schräglager, neue Kardanwelle und Heckscheibe) und im atemberaubenden Farbton „Bleu de France“ über einem rubinroten Lederinterieur lackiert. Unglaublich, dass der Wagen seit der langwierigen Restaurierung nie gefahren wurde und jetzt zumindest eine mechanische Überholung wieder angeraten wäre. Dieser einzigartige Sportwagen ist vielleicht nicht so bekannt wie andere Fahrzeuge dieser Epoche, aber was ihm an Berühmtheit fehlt, macht er durch seinen Charakter wieder wett!

Dieses einzigartige Exemplar kommt zusammen mit einer Reihe anderer verlorener Schmuckstücke bei der kommenden Classic Car Sale von Osenat am 25. Juni unter den Hammer