Die Eleganz bedeutender Automobile glänzte beim Salon Privé 2019

Im 14. Jahr des Bestehens hat sich der Salon Privé vor Blenheim Palace längst als mit Spannung erwarteter Termin in der Welt der Autosammler etabliert. Hier sind unsere Highlights von dieser ultra glamourösen Gartenparty.

Blickt man auf die barocke Pracht von Blenheim Palace, dem gewaltigen Stammsitz der Herzöge von Marlborough in Oxfordshire, fragt man sich durchaus, ob die ersten Bauherrn die Vision schöner Automobile vor Augen hatten, die vor dieser Kulisse 300 Jahre später ausgestellt werden würden. Der Palast, der vor allem als Geburtsort von Winston Churchill berühmt ist, bereitet heute dem Salon Privé eine Bühne, die standesgemäß Schönheit, Glanz und Luxus kostbarer Automobile und allem, was zu ihrer Welt gehört, zelebriert.

Der Premier Status, den der Salon Privé heute einnimmt, wurde offiziell im letzten Jahr von The Peninsula Classics verliehen. Das bedeutet, dass der Concours d´Elegance sich nun als Partnerwettbewerb für dessen „Best of the Best Award” einreihen darf zusammen mit weiteren -Concours von Rang wie Pebble Beach und Villa d´Este. Ein Zuwachs an Prestige, der sich in den 55 Fahrzeugen, die zur diesjährigen Hauptveranstaltung zugelassen sind, ausdrückt.

Das Teilnehmerfeld, das sich 2019 versammelte, war in 16 Klassen unterteilt worden, die von Sportrennwagen der Vorkriegszeit bis zu den Klassikern reichte. Eigene Kategorien feierten das 100. Jubiläum der Brough Superior sowie den 60. Geburtstag des Ferrari 250 GT „Short Wheelbase”. 

Nicht weniger als sechs der von Pininfarina mit sinnlichem Schwung entworfenen „SWB” konnten beim Salon Privé bewundert werden, darunter als unser absoluter Liebling die Nummer 2845GT - ein „SEFAC Hot Rod”, der in Scuderia Serenissimas sensationell samtigen Burgunderrot leuchtete. Wir übertreiben nicht, wenn wir behaupten, dass dieses Exemplar schlicht das schönste Auto ist, dass wir je zu Gesicht bekommen haben. 

Zu den anderen Fahrzeugen, die beim Salon Privé im Rampenlicht standen, gehörte der einmalige Alfa Romeo 6C 1750 GS Spider von Aprile aus dem Jahr 1931 aus der Sammlung Lopresto, der 2014 bei der Villa d´Este mit dem Publikumspreis Coppa d`Oro gekürt wurde und ein fantastischer Fiat Otto Vu von 1953, der im selben Jahr bei der Mille Miglia den insgesamt 18. Platz sicherte. An dessen Steuer stieg der Stern des legendären italienischen Rennfahrers Lorenzo Bandini auf. 

Unser Tipp für „Best of Show” ist allerdings entweder der geradezu schmerzhaft schöne Talbot Lago T26 GS von 1946, der als Reverenz an seinen ursprünglichen Besitzer, einem Unternehmer, das wohl einzige Auto weltweit mit einem Reißverschluss auf der Motorhaube ist. Wir setzen außerdem auf den majestätischen Bentley Corniche von 1939, der bis vor zehn Jahren als verschollen galt und nun bei Bentley in Crewe eine umfassend sorgfältige Restaurierung erfahren hat. Im 100. Jahr der Marke wäre dieses Auto fraglos ein adäquater Sieger. 

Ein weiteres Indiz für die gewachsene Bedeutung des Salon Privé in der Autowelt ist die Tatsache, dass nicht weniger als zwölf Hersteller - von kleinen Startups bis zu Branchenriesen - diesen exklusiven Event gewählt haben, um ihre jüngsten Modelle vorzustellen oder sogar debütieren zu lassen.

Natürlich hat sich Bentley mit dem extremen EXP100 GT Concept die größte Präsenz auf Instagram gesichert, aber es war auch spannend zu sehen, wie sich der über-schnittige Automobile Pininfarina Battista in Richtung nahender Serienreife weiter entwickelt. Übrigens, auch der über 1.887 PS starke Rimac C_Two, der sich einen Großteil der Antriebstechnologie mit dem Battista teilt, feierte sein britisches Debüt vor Blenheim Palace. 

Allerdings gibt es keinen elektrischen Hochleistungsportwagen, der unseren Puls derart beschleunigt wie der schöne Porsche 911 Restomod von Ateliers Diva. Obwohl dessen 4-Liter-Boxermotor lange nicht so herrlich brüllte wie bei unserer Ausfahrt in Frankreich in diesem Jahr, war es trotzdem ein Genuss bei einem Glas Champagner die feinen Details dieses Targa zu goutieren.

Die Klassensieger sowie der begehrte Preis „Best of Show” dieses Concours d`Elegance werden im Rahmen des morgigen Ladies Day verkündet, ehe das Wochenende ganz im Zeichen der bislang größten Geburtstagparty zum 100. Jubiläum Bentleys steht.

Unter dem Titel „Bentley Masters” richten sich alle Augen am Samstag auf einen weiteren Schönheitswettbewerb für 50 der opulenten Beautys, die im Lauf eines Jahrhunderts in Cricklewood, Derby und Crewe gefertigt wurden. Zu den Highlights für die feste Zusagen vorliegen, zählen der EXP 2 von 1920 als ältester erhalten gebliebener Bentley und zugleich der erste, der ein Rennen gewann, der Barnato Hassan Special von 1932 und wohl wichtigste R-Type Continental von allen: Chassis BC1A von 1952 als erster serienmäßige R-Type, der aus der Werkshalle rollte.

Weitere 1.000 Bentley aus Großbritannien und ganz Europa geben sich am Sonntag für den Salon Privé Classic & Supercar for the Bentley Drivers Club Concours die Ehre vor dem Palast. Es verspricht, ein durch und durch britisches Spektakel zu werden. 

Sollte Ihnen der Champagner zu Kopf gestiegen sein und Sie alle Vorsicht in den Wind geschrieben haben, dann gab es beim Salon Privé gleich eine ganze Reihe von Classic Driver-Händlern mit unwiderstehlichen Angeboten wie Dylan Miles LtdGraeme Hunt Ltd., DK Engineering, und Simon Furlonger Specialist Cars

Hätten wir selbst unsere Scheckbücher gezückt, dann hätten da mit Dylan Miles beeindruckendem  BMW M1 in Procar-Ausführung oder bei DK  Kirk F. Whites ehemaligen Ferrari 365 GTB/4 Competizione zwei Favoriten den Besitzer gewechselt. Der Ferrari hat mehr als anderen Autos so lautstark auf sich aufmerksam gemacht, dass bei der Zündung die Fundamente des gewaltigen Palasts von Blenheim zu beben schienen. 

Es gibt kaum ein größeres Vergnügen, als bei Pommery und Hummer den Anblick dieser grandiosen klassischen und modernen Autos in sich aufzusaugen. Vor allem, wenn sich das englische Wetter von seiner schönsten Seite zeigt. Wenn Sie Lust haben sollten, die gesellige Atmosphäre des Salon Privé persönlich erleben zu wollen, dann besuchen Sie doch morgen oder am Wochenende Blenheim Palace.

Fotos: Will Broadhead für Classic Driver © 2019 

Die Herstellung dieses Artikels wurde freundlich durch den Salon Privé unterstützt. Für weitere Informationen oder wenn Sie für die folgenden Tage der Veranstaltung Eintrittskarten kaufen möchten,  klicken Sie bitte hier.