Wir können einfach nicht aufhören, diese Kurven zu lieben

Seit zehn Jahren schon träumen wir mit Stefan Bogners Magazin «Curves» von den schönsten Straßen der Welt. Vor allem in Zeiten des globalen Stillstands sind die Serpentinenverherrlichungs-Schriften wunderbare Inspirationen zum Reisen in Gedanken.

Wir erinnern uns noch genau an diesen Tag im Jahr 2011: Zwischen all den Pressemappen, die man damals tatsächlich noch analog geschickt bekam, rutschte aus der Tagespost ein griffiges, elegant gelayoutetes Magazin mit der Aufschrift «Curves» hervor. Nach kurzem Reinblättern waren wir so überrascht wie begeistert: Im ganzen Heft fand sich kein einziges Auto – dafür aber umso betörendere Fotografien menschenverlassener Alpenstraßen, begleitet von wunderbar experimentellen Texten aus dem Grenzgebiet zwischen Popjournalismus und Literatur. «Und während man sich mit feuchten Fingern von den Haarnadelkurven des Col du Petit Saint-Bernard im Norden bis hin zum mediterranen Col de Turini durchblättert, meint man in alpiner Ferne bereits die Reifen quietschen und Jane Birkin ihr „Je t’aime“ stöhnen zu hören», frohlockten wir damals in unserer ersten Rezension.

In den letzten zehn Jahren hat der umtriebige Münchener Produktgestalter, Blattmacher und Fotograf Stefan Bogner sein Magazin «Curves» konsequent weiter geführt – und mit beeindruckender Konsequenz und Zielstrebigkeit die schönsten Straßen der Welt kartografiert. Dabei stehen nicht nur die beeindruckenden Landschaften im Zentrum, die man mittels der Straßen erfahren kann, sondern auch die Asphaltbänder selbst. «Warum verehren wir eine Golden Gate Bridge und zählen die Rhätische Bahn zum Welterbe, vergessen aber die kunstvollen Straßen der Alpen?», fragt Bogner immer wieder. Und verneigt sich mit seinen «Curves»-Heften vor den Baumeistern und Ingenieuren, die uns Meisterwerke wie das Stilfserjoch, den Sustenpass oder die Tremola geschenkt haben. 15 Bände umfasst die beim Delius Klasing Verlag erschienene Reihe bereits, darunter finden sich die großen europäischen Road-Trip-Klassiker in den Alpen, aber auch Norddeutsche Küstenstraßen, schottische Hochlandrouten, Dschungelpisten in Thailand, kalifornische Highways und Landstraßen im portugiesischen Hinterland. Dieses Frühjahr erscheint die Norwegen-Ausgabe, die Straßen durch atemberaubende Fjordlanschaften verspricht. Ein Ende ist nicht in Sicht. 

Im Gegensatz zu anderen Publikationen gelingt «Curves» das Kunststück, nicht zu altern – sondern stets relevant zu bleiben und seinen Lesern einen echten Mehrwert zu bieten. Gerade in diesen Zeiten des Stillstands haben wir immer wieder eine alte Ausgabe aus dem Regal gezogen, um darin zu blättern, in Gedanken durch die Serpentinen zu preschen, den Fahrtwind im Gesicht zu spüren – und Reisepläne zu schmieden für die Zeit nach dem Lockdown. Unterstützt wird Stefan Bogner von Porsche. Und es macht Freude zu beobachten, wie aus der naheliegenden Liaison eine authentische und kreative Partnerschaft entwickelt hat, die scheinbar immer neue Höhen erreicht. Wir jedenfalls würden uns freuen, wenn «Curves» einmal unsere ganze Regalwand füllen würde – schließlich hat Stefan Bogner erst einen Bruchteil der 194 Länder Weltweit dokumentiert. Und in Neuseeland, Südkorea, Sibirien, Patagonien, Abchasien oder Somaliland gibt es ja auch sicher schöne Kurven, die unbedingt noch dokumentiert werden müssen.

Falls Sie sich ebenfalls Inspiration wünschen oder Ihnen noch eine Ausgabe von «Curves» in der Sammlung fehlt: Im Classic Driver Shop können Sie alle bisherigen Ausgaben bequem online bestellen. Neben dem Magazin «Curves» hat Stefan Bogner zudem zahllose Bücher herausgegeben – zusammen mit dem Autor dieser Zeilen etwa die Alpenpass-Serien «Escapes» und «Porsche Drive» sowie das Designbuch «Porsche Unseen». Auch diese Bildbände finden Sie bei uns im Shop

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