Warum Michael Caine der coolste Typ auf dem Planeten ist

Er gab den Womanizer, Gauner, Geheimagenten und Batmans Butler - immer mit jener typisch britischen Mischung aus Ironie und Ernst. Im achtzigsten Jahr ist Michael Caine ganz unangestrengt das, worum sich die Jungen bemühen: einfach unnachahmlich cool.

Die Caine war tatsächlich sein Schicksal

Die Caine war tatsächlich sein Schicksal. Maurice Micklewhite wollte zum Theater und Film, aber der junge Mann aus einfachen Londoner Verhältnissen hatte einen sperrigen Namen. Er entdeckte das Filmplakat zu "Die Cain war ihr Schicksal", hatte eine Eingebung, wie er später erzählen sollte, und Michael Caine war geboren. Nachdem ihn die Queen im Jahr 2000 zum Ritter schlug, änderte er auch endlich seinen Eintrag im Pass. Der Ordnung halber, denn da war er schon längst einer der größten Filmschauspieler von der Insel, der an einer Grenze eher um ein Autogramm, als um einen Ausweis gebeten wurde.

Lange bevor urbane Nerds und Hipster die großformatige Hornbrille für sich wieder entdeckten, trug sie Michael Caine in unzähligen Rollen. Zum Beispiel in der großartigen Harry-Palmer-Reihe aus den sechziger Jahren. In Filmen wie „The Ipcress File” oder „Finale in Berlin” gab er schon damals den Gegenentwurf zu James Bond: Ein blonder, schlaksiger Antiheld, der mit dem Markenzeichen auf der Nase eher widerwillig ins düstere Agentenmilieu gerät. Aber er konnte genauso gut auch den Verführer „Alfie” - ein melancholischer Don Juan im London der Swinging Sixties. Ein Dauer-Geheimtipp unter Kennern: Die Originalversion von „The Italian Job” mit einem entfesselten Michael Caine alias Gauner Charlie Croker am Steuer eines Mini in einer der besten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte.

Über 90 Mal stand der Star unter den Charakterdarstellern seitdem vor der Kamera, sechsmal wurde er für den Oscar nominiert, zweimal erhielt er die goldene Statuette - einmal für Woody Allens „Hannah und ihre Schwestern” und „Gottes Werk und Teufels Beitrag” von Lasse Hallström. In den letzten Jahren hat ihn auch ein größeres Kinopublikum in „Austin Powers” und als Batmans Butler Alfred Pennyworth in Erinnerung. Mit so einem coolen, gelassenen Faktotum an der Seite konnten die Mächte des Bösen keine Chance haben. Zumal Caine auch hier wieder Gelegenheit hatte, sein angeborenes Cockney-Englisch zu zelebrieren. Er hat mit seiner Frau Shakira, einer früheren Miss Guyana, zwei Kinder und ist unermüdlich für Kinderhilfsprojekte unterwegs. Wenn er nicht gerade dreht, denn die Rollenangebote lassen nicht nach. Derzeit kann man den großen Mimen in dem Illusionistenfilm „Die Unfassbaren - Now You See Me” bewundern.