Instagram Takeover – Hinter der Kamera mit Piotr Degler

Im Fokus unserer neuen Instagram Takeover Serie steht in dieser Woche Piotr Degler, der kreative Spanier hinter den Degler Studios. Aus dem in letzter Zeit viele aufregende Fotoprojekte hervorgegangen sind...
Als in Spanien geborener Spross einer Familie aus Architekten und Musikern war Piotr Degler ein kreativer Beruf quasi in die Wiege gelegt. Nach einem Studium in Italien und einer darauf folgenden Stelle als Autodesigner erkannte er bald seine wahre Berufung: lieber hinter der Kamera als hinter dem Zeichenbrett zu stehen. Seitdem hat er die Möglichkeit genutzt, einige der weltweit seltensten und wertvollsten Automobile abzulichten. Wir trafen uns mit Piotr, um auf ein Jahrzehnt seines mit unverwechselbarer Handschrift angefertigten Oeuvres zurückzublicken.

Wie würden Sie Ihren persönlichen Stil bezeichnen? 

Es ist nicht einfach für mich, meinen eigenen Stil zu beschreiben. Zumeist habe ich Konzeptstudien und Unikate fotografiert, vorzugsweise im Dunkeln. Das „Malen“ mit Licht erlaubt es mir, die Linien und Flächen besser herauszuarbeiten. Jedes Auto ist anders und erfordert einen eigenen Zugang. Da ich selbst Autodesigner bin, kann ich die hinter einem Entwurf stehenden Ideen besser nachvollziehen. Daher ist es mein Ziel, ihnen mit den richtigen Perspektiven und Blickwinkeln gerecht zu werden. 

Der Stil variiert natürlich auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Location. Eine Werbekampagne für ein großes Unternehmen unterscheidet sich zum Beispiel extrem von meiner Dokumentation „Carros de Cuba“.

Woraus ziehen Sie Ihre Inspirationen? 
Ich würde nicht von Inspiration sprechen. Es geht eher um die Begeisterung  für das, was man am liebsten macht und den Drang, etwas Neues zu erschaffen. Im Internet-Zeitalter ist es sehr schwierig, noch originell oder sogar einmalig zu sein. Daher versuche ich, die Autos so gut ich kann zu porträtieren. Jedes Auto hat eine Seele, und das versuche ich durch meine Bilder auszudrücken. 

Warum haben Sie angefangen Autos zu fotografieren? Und was war Ihr erstes Modell? 

Meine Begeisterung für Autos geht bis auf meine Kindheit zurück. Obwohl es in meiner Familie gar keine Autonarren gab. Seit frühen Jahren habe ich mich zugleich auch schon für die Fotografie interessiert. 

Ich bin nach Italien gezogen, um dort Automobil-Design zu studieren. Und dort begannen dann auch meine ersten richtigen Shootings. Ich erinnere mich an Aufnahmen mit einem Maserati Birdcage, einem Pagani Zonda und vielen mehr für ein spanisches Automagazin. Zu jener Zeit war mein Italienisch noch nicht sehr gut, doch das liegt nunmehr zehn Jahre zurück. 

Was war Ihr erinnerungswürdigstes Shooting?

Jedes Fotoshooting hat eine Geschichte. Manchmal geht es um das Auto, manchmal um das Szenario oder die Leute, die man dabei trifft. Es gab viele Highlights und es ist unmöglich, sie alle aufzuzählen. Ich erinnere mich aber zum Beispiel, wie ich eine von einem echten Feuer umgebene Designstudie (Icona Vulcano – Shanghai) oder die offiziellen Fotos des teuersten Serienwagens aller Zeiten (WMotors Lykan – UAE) fotografierte. Unvergessen auch der Zugang zur gesamten Sammlung von Bertone, die Entdeckung des vor sich hin rostenden Mercedes Gullwing nach Wochen intensiver Suche auf Kuba oder das Shooting des Abarth Monoposto Rekordwagen, den ich nach Jahrzehnten wieder auf die Steilstrecke von Monza zurückbrachte. 

Auf welche Teile in Ihrer Kameratasche könnten Sie auf keinen Fall verzichten? 
Natürlich auf meine Kamera und ein gutes Objektiv. Doch geht es noch viel mehr darum, das richtige Objekt im richtigen Moment und Kontext aufzuschnappen. Die Ausrüstung ist nicht so entscheidend, um ein wirklich gutes Bild zustande zu bekommen. Man kann ja heute schon mit einem iPhone sehr passable Fotos machen. Einige Bilder, die ich auf meinem Instagram Profil gepostet habe, habe ich mit dem Handy gemacht – Sie würden es wahrscheinlich nicht erahnen...

Welche Schnittsoftware nutzten Sie? Und warum?

Photoshop. Ich versuche, möglichst wenig Zeit für die Postproduction aufzuwenden oder die Motive stark zu modifizieren. Bei kommerziellen Fotoproduktionen ist dies allerdings schon ein „Muss“. Da kann man leicht fünf Stunden mit der Bearbeitung eines einzigen Bildes verbringen. Bei anderen Projekten, wie dem Carros de Cuba-Buch, benutze ich das Programm nur, um die Farben und Kontraste zu kalibrieren, ehe es in den Druck geht. Doch das ist eine ganz normale Prozedur. 

Wie sähe Ihr ideales Fotoshooting aus? 

Ein Shooting, bei dem ich endlich einmal ohne Hektik arbeiten kann! 

An diesem Wochenende wird Piotr den Classic Driver Instagram Account beobachten und dabei seine persönlichen Favoriten unter den eingegangenen Bildern posten. Sie können auch Piotrs eigenen Account unter diesem Link folgen.