Zu Besuch bei Eagle und den legendären E-Types

Wer jemals einen Jaguar E-Type besessen oder mit dem Gedanken gespielt hat, sich einen der legendären Sportwagen aus Coventry zuzulegen, dem dürfte der Name Eagle geläufig sein. Seit 1984 ist das Eagle-Team auf die Jaguar-Ikone spezialisiert. Classic Driver war zu Besuch.

Ein Auto, 30 Jahre


Fragt man Henry Pearman, den Gründer von Eagle, warum er sich bei der großen Auswahl an legendären Klassikern ausgerechnet auf den E-Type von Jaguar spezialisiert habe, erhält man eine überzeugende Antwort: "Der E-Type und ich, das ist eine Liebesgeschichte, die begann, als ich drei Jahre alt war." Für den Automobilfachmann ist klar: "Der E-Type ist nicht nur für mich ein Liebesobjekt." Seiner Meinung nach gibt es kein anderes Auto, dass so verehrt und geliebt werde wie der E-Type. In Pearmans Augen geht von dem Sportwagen eine Magie aus, der früher oder später jeder erliegt – ganz gleich, ob alt oder jung.

Auch wenn sich die Firma Eagle auf alles spezialisiert hat, was den Jaguar E-Type betrifft, so sind es doch die berühmten Eagle-E-Type-Aufbauten, mit denen sich Pearman und sein Team weltweit einen Namen gemacht haben. Ähnlich wie bei der kalifornischen Porsche-Retro-Schmiede Singer, dient auch bei Eagle ein Original-Modell als Grundlage für den Aufbau, der in Qualität und Sicherheit das Original übertrifft. Auch wenn dies Paradox klingen mag, bei Eagle legt man besonderen Wert darauf, dass jeder Neo-E-Type trotz der Modifikationen möglichst dem Serienmodell entspricht. Mit dieser Prämisse überzeugen die Engländer mittlerweile Kunden in aller Welt. So wurde der "Adler" mit Nummer 31 gerade an einen Käufer aus Monaco geliefert. Der E-Type war von den Technikern mit einem modernen Automatikgetriebe, einer In-House entwickelten Klimaanlage und einer Lederausstattung, die der von Martin Brundles E-Type entsprach, ausgestattet worden.

Feinfühlige Modifikation


Für Pearman und sein Team ist es das Wichtigste, die Originalität der Autos auch nach ihrer Modifikation zu erhalten. “Würde der E-Type noch heute produziert werden  – so wie der  911 –, entspräche unsere Interpretation wohl in etwa dem, was auch Jaguar heute anbieten würde. Unsere Eagle haben alle die echten XK-Motoren, keine elektrischen Fensterheber und wir werden uns hüten, ein elektrisches Verdeck anzubieten," lacht Pearman. Bei Eagle wird alles in Eigenregie gefertigt: Karosseriearbeiten, Ersatzteilbau bis hin zur Lackierung. Dazu gehört auch die neue Fünfgangautomatik, die von Eagle-Ingenieuren entwickelt und getestet wurde.  

Jeden Cent wert?


Eine so intensive Restaurierung hat natürlich ihren Preis: Für einen Jaguar E-Type der Serie I kann - je nach Zustand - auch die 300.000-Pfund-Grenze überschritten werden. Allerdings stecken dann in diesem E-Type mehr als 4.000 Arbeitsstunden.  Interessenten, denen diese Investition das eigene Budget sprengen würde, können sich aber auch für einen "Endorsed E-Type" von Eagle entscheiden. So nennt Pearman jene E-Types, die im Originalzustand sind und ohne Modifikationen restauriert wurden. In diese Klassiker wurden "nur" 400 bis 600 Stunden Arbeit investiert. Mit Stolz sagt der Raubkatzen-Pfleger Pearman: "Dies sind die besten Jaguar E-Types, die am Markt zu bekommen sind." In der Regel hält Eagle 25 dieser Sportwagen im Bestand, der Preis liegt bei rund 130.000 Britischen Pfund. Auf Wunsch bietet Eagle auch "Upgrade-Pakete" an, allerdings nur für E-Types, die bei Eagle erworben wurden. Ob Jaguar-Vordenker Sir William Lyons mit der Arbeit von Eagle zufrieden wäre, lässt sich heute nicht mehr sagen. Doch die Passion, mit der das Eagle-Team sich für den Erhalt seines Lieblingsmodells einsetzt, dürfte auch Sir William gefallen haben.

Fotos: Amy Shore for Classic Driver © 2014

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