Zeugte ein Lord sein erstes Kind in diesem Aston Martin DB4?

Kurz nach Übernahme seines brandneuen Aston Martin DB4 begab sich der 21. Earl of Suffolk mit seiner künftigen Braut auf eine über 6.000 Kilometer lange vorhochzeitliche Rundfahrt durch Europa. Neun Monate später wurde ihr erstes Kind geboren.

Sommer-Affäre

Die Story hat ihren Ursprung Anfang 1960, als Lord Howard, Earl of Suffolk und Berkshire, bei Brooklands of Bond Street einen Aston Martin DB4 aus der zweiten Serie bestellte. Lackiert war der Aston in der gleichen Farbe wie sein geliebter DB2: Deep Carriage Green. Vor der für Oktober anberaumten Eheschließung hatte der Lord für Juli noch eine vorweggenommene Hochzeitsreise mit seiner Angetrauten eingeplant. Zu den für diese Reise bestellten Extras zählten ein Motorola-Radio für gute Stimmung und ein am Lufteinlass unter dem Stoßfänger zu erkennender Ölkühler für Fahrten in südeuropäischen Gefilden. Am Ende legte das aristokratische Paar in einem Monat über 6.500 Kilometer zurück. Dabei trafen sie in Südfrankreich zufällig auf den berühmten Promi-Fotografen Edward Quinn, der dieses Foto von ihnen schoss. Ob da der kleine Lord wohl schon unterwegs war?

Frisch restauriert und in seiner Originalfarbe lackiert, steht der fragliche Aston Martin DB4 Series II mit Baujahr 1960 nun beim Londoner Aston Martin-Spezialisten Nicholas Mee zum Verkauf. Die Serie II gilt nicht nur wegen ihres Hecks mit senkrechten „Kathedralen-Rückleuchten“ als die schönste der insgesamt fünf Varianten des DB4. Das hier gezeigte Exemplar hat zwei Vorbesitzer und 115.000 Kilometer auf dem Tacho.  Der Reihensechszylinder mit 290 BHP nach der Konstruktion von Tadek Marek wurde von 3,7 auf 4,2 Liter vergrößert und liefert so Drehmoment satt. Innen gefällt der Linkslenker mit weißen Ledersitzen und grünen Teppichen. Angesichts der engen Platzverhältnisse im Fond dürfte die Urlaubsschwangerschaft allerdings anderswo besiegelt worden sein...

Fotos: Nicholas Mee / Edward Quinn archive