Wie aus einem Range Rover ein indianischer Traumfänger wurde

Eva Kindler hat ihren Range Rover für nur 1.000 Euro und eine Flasche Tanqueray Gin erstanden. Statt das etwas mitgenommene Fahrzeug konventionell in Stand zu setzen, hat sie daraus eine Hommage an die Kultur der amerikanischen Ureinwohner geschaffen.

„Es fing alles damit an, dass wir die Fußmatten entfernten,” erinnert sich die einstige Marketing-Managerin Eva Kindler, die heute wieder studiert, bloggt und Mutter von zwei Kindern ist. „Um es kurz zu machen: Es sah fürchterlich aus. Weil die Reparatur erheblich war, wurde der Range Rover für sechs Wochen in eine Werkstatt geschickt. In der Zwischenzeit haben meine Familie und ich eine Reise durch den Nordwesten der USA und der Rocky Mountains unternommen. Auf dem Rückweg nach Seattle haben wir beschlossen, einen kleinen Umweg über Pendleton, ebenfalls im Bundesstaat Oregon, zu machen.”

Schweres Gepäck

Die Stadt erlangte Berühmtheit als Sitz von Pendleton Woolen Mills, dem traditionsreichen Unternehmen für indianische Decken, das im späten 19. Jahrhundert von einem eingewanderten englischen Weber gegründet worden war. Im Lauf der Jahre avancierten die Produkte der Weberei zu bedeutenden Beispielen des amerikanischen Erbes und seiner Handwerkskunst. Einige der ersten Decken sind inzwischen begehrte Sammlerstücke. „Ich war schon immer begeistert von den traditionellen indianischen Motiven der Pendleton-Wolldecken,” sagt Eva Kindler. „Jedes Design erzählt eine Geschichte, deren Ursprung sehr alt ist. Wir sahen diese großen Stoffballen, die in der Weberei ausgestellt sind, und hatten plötzlich diese Idee. Man könnte doch diese Ikone des traditionellen amerikanischen Designs mit einer britischen Ikone des Designs verbinden – dem Range Rover Classic.” Irgendwie gelang Eva Kindler das Kunststück, mit sieben Quadratmetern des schweren Stoffs  zurück nach Deutschland zu fliegen. 

Das Traumfänger-Mobil

Kurz danach war auch der Range Rover wieder zuhause. Er leuchtete zwar äußerlich wie neu in Hunter Green, aber das Interieur ließ noch sehr zu wünschen übrig. „Das Material des Dachhimmels und der Seitenbespannung war dünn wie ein T-Shirt und ziemlich schlaff geworden. Also fragten wir einen örtlichen Sattler, ob man es mit dem schweren Deckenstoff ersetzen könnte. Wir waren eher verhalten optimistisch, aber das Resultat übertraf unsere Erwartungen.” Jetzt mussten abschließend nur noch einige britisch-indianische Details wie ein Traumfänger, alte Pendleton Round Up-Sticker und ein Porträt der Queen für das Armaturen platziert werden, um die einzigartige Koproduktion zu würdigen.

Familienbär

„Dieses Auto hat einfach einen enormen emotionalen Wert,” betont Eva Kindler. „Nach der intensiven Instandsetzung sowohl innen wie außen ist es wunderschön. Es ist unverkäuflich. Unsere Kinder lieben das Auto und weinen und protestieren, wenn ich sie mit unserem modernen Range Rover in den Kindergarten fahren will. Sie wollen nur im „braunen Bär” chauffiert werden – wir nennen ihn so, weil er ursprünglich in Metallic Braun lackiert war und auf meine Kinder wie ein freundlicher großer Bär wirkte.” 

Sie können Eva Kindlers Blog über nordamerikanische Kultur auf waldfriedenstate.com lesen und ihren Innenarchitektur-Abenteuern auf Instagram folgen. Im Classic Driver Markt finden Sie übrigens ein breites Angebot moderner und klassischer Range Rover, von denen sich sicherlich einige Exemplare zur Individualisierung eignen.