Wer einen Dino fahren möchte, braucht keinen Ferrari zu kaufen

Sein ganzes Leben kämpfte der Ferrari Dino um Anerkennung, doch mittlerweile hat der Sechszylinder an Fahrt aufgenommen – und ist kaum unter 300.000 Euro zu haben. Wer jedoch über den Tellerrand schaut, bekommt auch heute noch einen Dino für unter 100.000 Euro.

Wie der Dino als Fiat zur Welt kam

Wer noch nicht weiß, warum in diesem Fiat Spider ein Ferrari-Herz schlägt, hier noch einmal ein kurzer Rückblick: Um die Homologation in der Formel 2 zu bekommen, musste Ferrari Mitte der 1960er Jahre innerhalb eines Jahres 500 V6-Motoren, die eigens für die leichte Rennsportserie entwickelt wurden, auf die Straße bringen. Da es unmöglich war, in so kurzer Zeit 500 Ferraris mit einem für Ferrari-Connaisseure eher unattraktiven Zweiliter-Sechszylinder zu verkaufen, wurden die Aggregate auch im damaligen Fiat Spider und Coupé eingelassen.

Ganz im Stil eines Ferraris

Wie auch der Ferrari Dino 246 stammte das Design für den Fiat Dino Spider aus der Feder von Pininfarina. Das Coupé hingegen war ein Entwurf von Bertone. Kein Wunder also, dass der Spider Stilelemente des 206 GT, jenem Prototypen von 1965, und des darauffolgenden 246 aufgriff und sie gekonnt in einer geschwungenen Karosserie zusammenführte, die übrigens auch an die der Corvette oder Opel GT erinnert. So elegant und sanft die Kurven des Fiat Dino Spider auch wirkten, unter der Fronthaube des Zweisitzers brüllte ein Triebwerk, das seinen Ursprung immerhin im Rennsport hatte. Wenn der 2,0-Liter-Sechszylinder mit seinen drei Webervergasern auf Touren kamen, konnte der Fiat Spider in rund sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erreichen.

Guter Preis trotz unvollständiger Historie?

Obwohl bis zum Produktionsende im Jahr 1969 immerhin über 2.000 Exemplare des Fiat Dino gefertigt wurden, war der Ferrari-Fiat eine seltene Erscheinung auf den Straßen Europas. Noch seltener gelangte der Zweisitzer in die USA. Wie der hier gezeigte, strahlend gelbe Fiat Dino Spider von 1967 in die Staaten gelangt, ist leider nicht vollständig dokumentiert. Die Historie reicht nur bis ins Jahr 2001 zurück, als der in New York beschäftige Robert Willis den Fiat erwarb und ihn acht Jahre lang besaß. Willis und auch die nachfolgenden Besitzer ließen den Dino stets ohne Rücksicht auf Kosten instand setzen. Mitte Januar kommt der Fiat Dino Spider bei RM Auctions in Arizona zum Aufruf. Die Preiserwartungen liegen zwischen 90.000 und 120.000 Dollar. Da bereits viele Autos dem Rost zum Opfer fielen und das Thema „Dino“ bei Sammlern mehr und mehr ins Interesse rückt, könnte dieser Fiat trotz unvollständiger Historie einen guten Preis erzielen.

Fotos: RM Auctions

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Autos, die wir lieben“, in der wir Ihnen jeden Samstagmorgen unsere liebenswertesten Klassiker und Youngtimer präsentieren.