Treffen Sie die Sammler beim Great West Tour of Elegance 2016

Die Tour of Elegance ist quasi der dynamische Auftakt zum Royal Concours of Elegance at Windsor Castle. Entlang einiger der schönsten Straßen im Südwesten Englands und in Wales schenken Eigner ihren großartigen Autos noch einen Auslauf vor dem großen Event. Classic Driver hat sie begleitet.

Jon Shirley und sein Ferrari 250 GTO

Den eigenen Ferrari 250 GTO für einen Concours anzumelden und ihn dann aber in der optionalen Pre-Show Tour of Elegance zu fahren, sind zwei höchst unterschiedliche Paar Stiefel. Es ist geradezu heroisch und wir verbeugen uns vor Jon Shirley, dem ehemaligen Microsoft-Vordenker. Seine Anmerkungen sind ebenso beeindruckend: „Man bringt zu jedem Event ein neues Auto mit, aber mir gehen sie langsam aus, also habe ich den GTO dabei.” Frisch lackiert in weiß als Hommage an das Goodwood-Debüt des Ferrari in 1962, verrenkten sich etliche Hälse in den malerischen Dörfern der Cotswalds und Brecon Beacons als der rechtslenkende GTO vorbei donnerte.

Bill Pope und sein Maserati Tipo 200SI

Straßenrennen sind diesem kühnen Maserati Tipo 200 SI nicht unbekannt, denn in seiner Zeit war er Teilnehmer der Targa Florio wie auch der Mille Miglia. Mit seinem markanten Auftritt in gelb und grün war Bill Popes Auto nicht nur ein weiterer Star der Tour, er setzte auch vor der lieblichen grünen englischen Landschaft Akzente. Sein Besitzer ist nicht nur ein Mann mit Geschmack, sondern ein liebenswürdiger Gentleman: Pope tauschte unterwegs immer wieder  Autos mit Classic Driver-Händler Will Stone und anderen. „Es macht doch nur richtig Spaß, wenn man diese Erfahrung mit Freunden teilen kann. Darum geht es doch bei diesen Veranstaltungen.” So einen Freund wie Bill sollten alle haben.

Donald Bernstein und sein Cunningham C-3 Vignale

Nachdem er diesen Cunningham C-3 mit Vignale-Karosserie für einen Rekordpreis bei RMs Arizona-Auktion im Januar gekauft hatte, bekam Donald Bernstein während der Tour of Elegance endlich Gelegenheit, ihn ausführlich zu testen. „Der Hemi-Motor hat ein tolles Drehmoment, aber das Auto ist für einige dieser schmalen kleinen Wege doch vielleicht eine Spur zu breit. Möglich, dass sich deswegen so wenige in England verkauft haben.” Es liegt aber auch daran, dass nur 19 Stück je gebaut wurden...

Jack Thomas und sein Ferrari 375 America Specialé

Dieser Ferrari 375 in den Farben grün und burgunderrot wurde ursprünglich vom Fiat-Patriarchen und Two-Tone-Connaisseur Gianni Agnelli in Auftrag gegeben. Das Coupé erhielt außerdem eine maßgeschneiderte Karosserie von Pinin Farina, dessen Briefing damals lautete: „Entwerfe einen Ferrari, wie es noch keinen Ferrari zuvor gegeben hat.” Dieser Wunsch wurde mit einem imposanten vertikalen Grill, einem riesigen Glasdach und großzügig geformtem Heck auch erfolgreich erfüllt. „Obwohl mir dieses Auto schon seit einiger Zeit gehört, fühlt es sich immer noch surreal an, es fahren zu dürfen,” erzählt Besitzer Jack Thomas. „Ich habe Bilder von dem Speciale auf dem Stand der Turiner Motor Show 1955.” Im Jahr 2003 holte sich das Auto mit 100 Punkten den Klassensieg in Pebble Beach. Man darf gespannt sein, ob der Ferrari 2016 in Windsor ebenso erfolgreich sein wird.

Rolf Richter und sein ex-Monte Carlo Porsche 911 Rallye

Was wären die legendären sportlichen Erfolge der Marke ohne den Porsche 911? Denn sie wären ohne diesen Sportwagen undenkbar - den ersten, vom Werk vorbereiteten 911 für den Motorsport. Porsche Classic hat ihn gerade gemäß den Monte Carlo Rallye-Spezifikationen frisch restauriert. Mit den Originalplaketten als stolzer Nachweis seiner Historie, wurde der Porsche von Besitzer Rolf Richter von Hamburg bis an die Startlinie der Tour of Elegance gefahren, ehe er sich mit Verve in viele englische und walisische Kurven verbeißen durfte. Unser Lieblingsdetail sind die Heuer Monte Carlo-Stoppuhren am Armaturenbrett - so wie einst vor langer Zeit mit Herbert Linge am Steuer.

Fotos: Tom Shaxson for Classic Driver