Market Finds – Selbstdarsteller und ein Überraschungsei

Der Classic Driver Markt bereitet immer wieder die Bühne für die Exhibitionisten unter den Autos – sei es, weil ihr Design ein Pfauenrad schlägt oder weil sie Raritäten sind, die nur wahre Kenner zu würdigen wissen. Wir haben ein paar stolze Pfauen und eine Art Fabergé-Ei auf Rädern ausgewählt.

Ein seltener „Flachbau”

Bei der Verbindung Porsche und Flachbau mögen zwar viele an den 930 denken, aber Connaisseure erinnern dann sofort an die speziellen 964 Turbo S-basierten „Flachnasen”, die mit ihren Klappscheinwerfern aus dem 928 und heckseitigen Luftschlitzen wie beim 959 irgendwie wie ein Einhorn ohne Horn wirkten. Dieses Exemplar ist nicht nur einer von 39 nach US-Spezifikationen gebauten Porsche mit der internen Bezeichnung X85, es hat auch gerade einmal 39 Meilen auf dem Tacho – was daran liegt, dass es neu vom Blackhawk Museum erworben wurde.

Machbarkeitsstudie

Dies ist beileibe kein gewöhnlicher Jensen 541S, sondern eines von drei Versuchsfahrzeugen, die im Hinblick auf eine mögliche Serienproduktion gebaut wurden. Es wird sogar angenommen, dass dieser Jensen im Jahr 1960 bei der Earls Court Motor Show auf dem Stand die Blicke auf sich zog – also ein echter stolzer Pfau unter den Concept Cars. Jetzt ist beim einstigen Selbstdarsteller ein wenig der Lack ab. Vielleicht sorgt ein neuer Besitzer mit Sinn für den einstigen Glanz für das ursprüngliche Farbschema Pearl Grey sowie für das originale Kennzeichen, das damals in einigen Zeitschriften als „750 CEA” auftauchte.

Vive le Sommer!

Es mag im Augenblick nicht den Anschein haben, aber noch ist Hochsommer. Wer also nach einem stilvollen Lastentier für einen Road Trip Richtung Südfrankreich sucht, ist mit diesem très charmant Citroën ID21 Break auf der richtigen Spur. Vor dem Hotel oder an der Beach dürfte der Kombi, der wieder in der ursprünglichen Farbe "Grey Kandahar" erstrahlt und mit seltenen Jaeger-Anzeigen sowie Vinyl-Sitzen ausgestattet ist, mehr Aufmerksamkeit erregen, als so manches von den allgegenwärtigen SUVs oder MPVs. Perfekt für die Dachreling wären übrigens die Surfbretter von Basquiat.

Mit Reifen aus Le Mans

Die 24 Stunden von Le Mans sind nicht nur der ultimative Härtetest für Mensch und Maschine, sondern auch für einzelne Komponenten. Deswegen hat Reifenhersteller BF Goodrich 1982 zwei Privatteams, die mit Porsche 924 GTR antraten, als Sponsor unterstützt. Schließlich gab es keinen überzeugenderen Beweis für die Qualität der neuen Straßenreifen, als diese Teilnahme. Und dann gewann tatsächlich einer dieser Porsche 924 die IMSA GTO-Klasse mit nur fünf Reifen – individuelle Pneus und nicht ein normaler Satz. Dieses leichtfüßige Le-Mans-Geschoss sucht nun einen neuen Besitzer.

Aber Mama gefällt er

Vor dem Aero 8, Morgans jüngstem Versuch, ein „modernes” Styling zu wagen, gab es Mitte der 1960er Jahre schon einen Versuch, mit dem typischen Markenlook zu brechen: den Morgan Plus 4 Plus. Obwohl seine Leistung durchaus respektabel war, gelang dem Coupé kein Verkaufserfolg. Mit seiner etwas eierförmigen Silhouette, die vermutlich nur eine Pfauenhenne oder ein sehr treuer Morgan-Fan lieben konnte, wurden nur 26 Stück gebaut. Dieses Exemplar wurde an Morgans offiziellen US-Händler G.B. Sterne ausgeliefert. Mögen andere über die skurrile Eiform lächeln, aber der nächste Besitzer kann auf die kostbaren Fabergé-Eier verweisen, die in etwa so selten sind, wie Hühner mit Zähnen.

Jede Woche werden eine ganze Reihe klassischer und moderner Fahrzeuge zum Classic Driver Markt hinzugefügt. Sie finden sie alle hier