Lutziger Classic Cars: Von Jägern und Sammlern

Koni Lutziger ist nicht nur einer der renommiertesten Klassiker-Händler der Schweiz, er ist auch ein angesehener Sammler. Classic Driver durfte einen Blick in die Lutziger’schen Garagen werfen – und kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Die Grenze zwischen Händler und Sammler ist eine fließende – so auch bei Koni Lutziger.

Wer sich hin und wieder bei Händlern klassischer Automobile aufhält, kennt das Phänomen: Man schlendert entlang historischer Kostbarkeiten, fachsimpelt ausgiebig über Technik und Geschichte – nur wenn man etwas zu direkt nach dem Preis fragt, wird das Gegenüber plötzlich einsilbig: Dieses Exemplar sei eigentlich nicht zu verkaufen, das daneben auch nicht, und der dort hinten, naja, da sei er noch in der Entscheidungsphase, er würde sich dann eventuell melden. Die Grenze zwischen Händler und Sammler ist eine fließende – so auch bei Koni Lutziger, der heute im schweizerischen Rudolfstetten nahe Zürich über eine wahre Schatzkammer wacht. Rund 80 Ausnahme-Autos aller Jahrgänge stehen hier, über mehrere Hallen und Garagen verteilt, etwa 25 davon stehen in der Regel zum Verkauf.

Was zählt: Originalität und Historie

Schon als Kind war Koni Lutziger fasziniert von schnellen Autos und Motorrädern. 1966, mit 21 Jahren, gründete er mit einem Partner eine Firma, die sich auf die Reparatur und den Handel mit Motorrädern spezialisierte. Als Mechaniker betreute er zudem den Schweizer Motorrad-Rennfahrer Bruno Kneubühler bei seinen WM-Läufen. Nebenbei begann Lutziger zu sammeln – erst Rennmotorräder, von denen er noch heute eine beachtliche Sammlung besitzt. Später kamen die Autos, und dann irgendwann der Handel dazu. Wichtig war ihm jedoch zu jeder Zeit die Historie und der Originalzustand. Mit überrestaurierten Super-Klassikern kann Lutziger wenig anfangen.

Ein spannendes Ensemble

Auch eine kleine Werkstatt betreibt Lutziger – allerdings nur für den Eigenbedarf: Die Grenze zwischen Händler und Restaurationsbetrieb möchte er wahren, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Sohn Fabian Lutziger, der schon als Kind zwischen den Exoten spielte und seit einigen Jahren ebenfalls im Familienunternehmen involviert ist, führt uns durch die Garagen und erklärt, welche Schätze wir hier tatsächlich versammelt sehen. Wir zählen allein zwei Dutzend klassische Porsche 911 in verschiedenen Zuständen – Lutziger hat sie erworben, bevor der Hype begann. Wir staunen über staubige Carreras, Turbos, Targas, einen froschgrünen 2.7 RS, ein G-Modell aus den 1980ern mit 2.000 Kilometern auf dem Tacho. Daneben historische Rennwagen, die er selbst bei Revival-Veranstaltungen fährt, und Klassiker aller großen Marken und Baujahre. Ein Zakspeed-Ford neben einem De Tomaso Pantera im Renn-Outfit neben einem Bentley Mark IV Cresta mit Pininfarina-Karosserie, wenige Schritte weiter ein Lamborghini Miura mit Originallack, ein ebenfalls unberührter Bizzarrini und eben jener Alfa 6C, mit dem Koni Lutziger gerade die Zurich Classic Car Awards gewonnen hat – das Ensemble könnte kaum spannender sein.

Gastfreundschaft und Understatement

Angesichts dieser Preziosen könnten Lutziger Senior und Junior die Nase weit oben tragen, doch weit gefehlt: So gastfreundlich und "understated" wie bei Lutziger Classic Cars geht es in dieser hochpreisigen Szene selten zu. Die Kunden, die aus aller Welt nach Rudolfstetten reisen, wissen dies zu schätzen. Und auch wir freuen uns bereits auf unseren nächsten Besuch.

 

Das Angebot von Lutziger Classic Cars sowie die Kontaktdaten finden Sie im Classic Driver Markt