Hätte Ferrari doch bloß einen 365 GTC/4 Spider gebaut

In Maranello hat man sich in den 1970er Jahren nicht dazu durchringen können, eine offene Variante des Ferrari 365 GTC/4 zu produzieren. Ein Fehler - so scheint es uns zumindest beim Anblick dieses Einzelstücks, das beim britischen Händler Talacrest zum Verkauf steht.

Kein Original, aber...

Auch wenn der Ferrari 365 GTC/4 Spider niemals offiziell von Maranello abgesegnet wurde, ist die offene Version alles andere als ein Hinterhof-Cutoff: Umgebaut wurde der GTC von der Carrozzeria Auto Sport bei Modena, die schon im Jahr 1972 gegründet wurde - zunächst unter dem Namen Bacchelli & Villa. Während Franco Bacchelli sein Handwerk in den 1950er Jahren bei Piero Drogo gelernt hatte, war Roberto Villa lange Jahre im Dienste der Karosseriemanufaktur Scaglietti tätig gewesen. An Erfahrung fehlte es den Unternehmern also nicht.

Ganz schön selten!

Ob der in Modena modifizierte und von Talacrest zum Verkauf angebotene Ferrari 365 GTC/4 Spider schöner ist, als das etwas buckelige Coupé oder gar der vorausgegangene Daytona GTS - darüber lässt sich natürlich vortrefflich streiten. Sicherlich bietet das Einzelstück aber die Möglichkeit, einen offenen Ferrari-V12 aus den Siebzigerjahren für einen vergleichsweise günstigen Kurs zu erwerben. Wie viele Spider bei der Carrozzeria Auto Sport gefertigt wurden, ist uns nicht bekannt. Eine ähnlich gut gemachte und gepflegte Konversion wird man allerdings lange suchen müssen.

Fotos: Simon Clay for Talacrest

Der Ferrari 365 GTC/4 Spider steht derzeit bei Talacrest zum Verkauf. Das passende Coupé finden Sie im Classic Driver Markt.