Große Überraschungen bei Gooding & Company in Pebble Beach

Gooding & Company schloss gestern seine zweigeteilte Pebble-Beach-Auktion ab. Unbestrittener Star war der Ex-Gary Cooper/Miles Collier Duesenberg SSJ von 1935, der seinen Schätzwert pulverisierte und für 22 Millionen US-Dollar wegging.

Als Charlie Ross den Hammer zum Verkauf eines von zwei Duesenberg SSJ fallen ließ – ein Auto, dem ein eigener Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gebühren würde – stockte dem Publikum der Atem. Denn der zuvor auf „mehr als zehn Millionen Dollar“ taxierte Schätzwert für das Ex-Gary Cooper-Modell wurde mit 20 Millionen (22 Millionen mit Käufergebühr) locker verdoppelt. Hoffen wir, dass wir dieses außergewöhnliche Fahrzeug in den nächsten Jahren auf dem heiligen Rasen von Pebble Beach live erleben werden. 

Während Goodings groß angekündigter Ex-Pedro Rodriguez Ferrari 275 GTB/C am Freitagnachmittag keinen neuen Besitzer fand, verkauften sich der graue 250 GT Tour de France und der Ferrari 500 Mondial Serie II eines Admirals mit 6,6 beziehungswiese 5,005 Millionen Dollar zufriedenstellend. Unsere persönlichen Ferrari-Favoriten – der charmant kuriose Dino Berlinetta GT Prototyp und der herrschaftliche 330 GTC Speciale, schnitten mit Ergebnisse von jeweils über drei Millionen ebenfalls stark ab. Auch jüngere Springende Pferde galoppierten schnell aus ihrer Box: Ein roter 575 Superamerica brachte es auf 913.000 Dollar, während der noch seltenere 599 SA Aperta die magische Millionen-Dollar-Marke durchbrach. Doch alles nichts gegen einen bedrohlich schwarzen LaFerrari, der 3,08 Millionen Dollar einspielte.

Es ist bezeichnend für die sich ändernden Trends im Sammlermarkt, dass man für dieselben 522.000 Dollar, die man für einen Ferrari GTC4 Lusso mit kleinem Special Edition-Bonus investieren musste, auch einen Ferrari 330 GTC und damit einen der bewundernswertesten Ferrari Grand Tourer der 1960er-Jahren hätte erstehen können. 

Im Porsche-Lager ging der im Vorfeld besonders im Fokus gestandene und recht bizarre 911 Spyder mit Bertone Karosserie mit 1,3 Millionen Dollar (1,43 Millionen inklusive Zuschlägen) über dem Schätzpreis weg. Ein wunderschöner 550 Spyder stach den etwas athletisch wirkenderen 918 RSK aus (4,45 Millionen gegen 3,74 Millionen Dollar), doch war es der RS Spyder Prototyp von 2007, der mit imponierenden 4,51 Millionen Dollar das Top-Ergebnis für die Zuffenhausener erzielte. Keiner der von Gooding aufgebotenen Bugatti Veyron wurde verlauft, und auch so wichtige historische Rennwagen wie der Gulf Mirage GR8 und der Ford GT40 Mk IV fielen an diesem Tag durch.

Zu den Überraschungen gehörte ein Citroën DS19, der mit 175.000 Dollar stolze 85.000 Dollar über seinem Schätzwert blieb. Und ein appetitlicher Serie 1 Jaguar E-type Roadster erzielte auch sehr solide 357.500 Dollar. Weniger überraschend dagegen die 5,17 Millionen, die eine glückliche Seele für den Maserati A6GCS/53 Spider – ohne Zweifel das schönste Auto im Katalog – auf den Tisch legte. 

Fotos: Stephan Bauer für Classic Driver © 2018  

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