Das sind die 100 schönsten Fotos vom Pebble Beach Concours d'Elegance 2018

Der Pebble Beach Concours d'Elegance ist der wohl wichtigste Schönheitswettbewerb weltweit. Jeder große Sammler träumt davon, mit einer dieser begehrten Trophäen nach Hause zu fahren. Hier sind unsere Highlights vom „Fairway to Heaven” bei der 68. Auflage des kalifornischen Klassikers.

Traditionell bestimmt zwar die Eleganz so einen Concours, aber die rund 200 Automobile, die am vergangenen Sonntag den 18. Fairway des Golfclubs Pebble Beach beehrten, drücken weit mehr aus, als ästhetische Brillanz. Sie sind Kultursymbole, die auf ihre Art Impulse gegeben haben, die weit über die Welt der Fahrzeuge hinausreichen. Denn sie verkörpern die Kreativität, Willenskraft und den Erfindungsgeist ihrer Schöpfer, die nichts weniger wollten, als einen Umbruch.

Es ist das umfassende Verständnis dieser Leistungen, dass so unterschiedliche und einflussreiche Menschen nach Pebble Beach zieht, seien es große Designer der Vergangenheit und junge Kreative, legende Fahrer, die Le Mans bestritten haben, bedeutende Sammler und die neue Garde der Influencer, die von ihrem Smartphone nicht zu trennen sind. In diesem Jahr erhielten riesenhafte, sonderangefertigte Citroëns ebenso wie die zierlichen, hinreißenden Juwelen von OSCA ihre eigenen Klassen, genauso wie die historischen Fahrzeuge aus der britischen Kolonialzeit in Indien und den traumhaften US-Cabriolets aus der Eisenhower-Ära der fünfziger Jahre.

Pebble Beach war immer die Domäne der Automobile der Vorkriegszeit, und auch in diesem Jahr wurde nicht mit dieser ehrwürdigen Tradition gebrochen. Schließlich war es auch David Sydoricks Alfa Romeo 8C 2900B von 1937 mit seiner sinnlich geschwungenen Touring-Karosserie, welcher 2018 die höchste Akkolade - „Best of Show” - davontrug. Als exquisite Verbindung aus schierer Schönheit und erfolgreicher Rennsportausrichtung hat sich dieser aufwändige Alfa gegen Konkurrenten wie die Duesenberg J Murphy Town-Limousine von 1929 und einen Talbot Lago T26 Grand Sport Figoni Fastback aus dem Jahr 1948 durchgesetzt. 

Zu den anderen Teilnehmern zählten zugleich viele Vorkriegsautos in jeder nur erdenklichen Form, in dem nur möglichen Stil, die alle von einer längst vergangenen Zeit erzählten, als Designer und Ingenieure vor Innovationen und Ideen nur so sprühen durften. Bestes Beispiel ist hierfür ist das fast sieben Meter lange Cadillac V16 Hartmann-Cabriolet von 1937. Mit seiner einzigartigen Karosserie von Figoni & Falaschi wurde dieses Juwel kurz vor seinem Moment im Rampenlicht von Pebble Beach restauriert. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn der Cadillac gewann in der Classic American Open-Klasse.  

Abgesehen von dem zum „Best of Show” gekürten Alfa 8C, drehten sich alle Gespräche in der Küstenkulisse von Pebble Beach um den kühnen Keil namens Ferrari 512S Modulo. Dem bekannten New Yorker Sammler Jim Glickenhaus gelang es 2014, sich das legendäre Konzept von Pininfarina zu sichern. Und er schwor sich, diesen Ferrari wieder fahrtüchtig zu machen. Was er sich vorgenommen hatte, erreichte er auch, denn dieses raumschiffartige Concept Car schnurrte am Sonntag zum 18. Fairway, während sich alle Hälse verrenkten. Als Glickenhaus, die sich nach vorne öffnende Kanzel verließ und aus dem tiefen Cockpit schlüpfte, wirkte er selbst wie ein Marsianer nach der geglückten Landung auf Planet Erde. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt war nichts vom üblichen morgendlichen Nebel zu sehen - es hätte dieser Szene etwas Surreales verliehen.

Im Jahr 2017 wurde die vermutlich feinste Auswahl an Ferraris überhaupt anlässlich des 70. Jubiläums der Marke in Pebble Beach versammelt. Aber das Aufgebot in diesem Jahr stand dem in nichts nach. Die begehrte Enzo Ferrari Trophy sicherten sich Chris und Ann Cox mit ihrem grandiosen 250 Testa Rossa, der kürzlich in Maranello das komplette Classiche-Treatment erhalten hatte. Wir waren schon bei der Tour d`Elegance am Donnerstag hingerissen: Aber nun verliebten wir uns gänzlich in den von Brandoli restaurierten 206 S Dino und den 500 Testa Rossa mit Ponton-Stoßfängern. 

Es belegt die weltweite Bedeutung von Pebble Beach, wenn die wichtigsten Autohersteller diesen Event als Plattform zur Vorstellung ihrer neuesten und bedeutendsten Modelle nutzen. Bei der sogenannten Casa Ferrari enthüllte die Marke aus Maranello das 50. Cabrio in der Geschichte: den 488 Pista Spider. Während Mercedes-Benz die Seidentücher vom EQ Silver Arrow zog. Dieses innovative einsitzige Concept Car wurde als Hommage an den W125 als dominierenden Grand Prix-Rennwagen der dreißiger Jahre gebaut. Singer Vehicle Design wählte diese Veranstaltung, um als US-Premiere das Resultat der „Dynamics and Lightweight Study” zu zeigen. Ford erinnerte an frühere Le Mans-Erfolge mit der GT Heritage Edition, die stolz die berühmten Gulf-Farben trägt.

Die bezaubernde Schlichtheit und Eleganz von Michael Trössers OSCA 2000 S Frua Spider von 1954 überzeugte um den Phil Hill Cup zu gewinnen, während das massive und doch fein gezeichnete Talbot Lago T26 GS Pennock-Coupé Zeitgenossen wie den Jaguar XK120 fast ein wenig prosaisch aussehen ließ. Wer sagt, dass die Ära der bedeutenden Karosseriebauer mit dem Krieg zu Ende ging? Es ist beinahe unmöglich, unseren eigenen „Best of Show”-Favoriten zu wählen, aber wir könnten uns gut vorstellen, dass man mit dem großzügig bemessenen Citroën DS 21 Chapron Le Léman-Coupé durch die Straßen von London oder Berlin gleiten könnte und dabei die Blicke der Hipster auf sich zöge.

Dafür, dass Pebble Beach seit 68 Jahren nach demselben Konzept organisiert ist, wirkt dieser Concours kein bisschen behäbig. Aber den Eindruck täuscht, denn die Macher geben sich jedes Jahr die größte Mühe, Teilnehmer auszuwählen, die einen frischen und neuen Hauch verleihen. Sie verstehen vielleicht die Tiefe unseres Enthusiasmus für klassische Automobile besser als so manch andere - ihre Aufgeschlossenheit ist eine wahre Freude. Wir sind schon gespannt, was der „Fairway to Heaven” im nächsten Jahr bereithält. 

Fotos: Stephan Bauer für Classic Driver © 2018 

Sie finden unsere gesamte Berichterstattung zu Pebble Beach und zur Monterey Car Week 2018 zusammengefasst hier.