

Ein Einzelstück mit Flügeltüren
In der wilden deutschen Tuningszene der Achtzigerjahre, in der zahlreiche Garagen die kühnsten Ideen hervorbrachten, präsentierte Hartmut Boschert seine Vision auf der Frankfurter IAA 1989. Das umfangreich überarbeitete Mercedes-Coupé mit abgesenktem Dach, einer vom SL inspirierten Front und Flügeltüren, die eine Hommage an den 300 SL Gullwing waren, sah aus wie kein anderes Auto aus dieser Zeit. Unter der dramatisch umgebauten Karosserie verbarg sich ein Biturbo-Reihensechszylinder, der einen möglichst geschmeidigen und mühelosen Vortrieb gewährleisten sollte. Mit nur einem gebauten Exemplar mit Flügeltüren und einem Neupreis von 186.000 DM war er von Anfang an Kult. Der Boschert B300 wird nun von Broad Arrow Auctions im Rahmen der Villa-d'Este-Auktion am 16. und 17. Mai versteigert. Das Estimate wird mit 475.000 bis 525.000 Euro angegeben.



Ein Testarossa der anderen Art
Es ist bemerkenswert, wie sehr sich der Charakter des Ferrari Testarossa verändert, wenn man ihn statt im klassischen Rot über Schwarz in einer feineren Grigio-über-Crema-Spezifikation sieht. Plötzlich wirkt die kühne Ikone der Achtzigerjahre weniger wie Miami Vice und mehr wie ein zurückhaltender Gran Turismo. Mit seinem Zwölfzylinderboxermotor und dem unverwechselbaren Pininfarina-Design zählt der Testarossa zu den prägenden Supersportwagen seiner Ära. Während die Werte von Legenden aus dieser Ära, wie beispielsweise des Ferrari F40 und des 288 GTO weiter steigen, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis der Testarossa nachzieht. Dieses vollständig dokumentierte, Classiche-zertifizierte Exemplar mit geringer Laufleistung verkörpert genau das, was Sammler heute suchen. Angeboten von Curated Garage, ist es eine seltene Gelegenheit, einen Blue-Chip-Ferrari der Achtziger mit einwandfreier Provenienz zu erwerben.


Hommage an einen frühen Alpina
Der BMW 1600 GT geht auf den Glas 1300/1700 GT zurück, ein Coupé, das Hans Glas GmbH entwickelte, bevor BMW das Unternehmen in den Sechzigerjahren übernahm. Nach der Übernahme überarbeitete BMW das Fahrzeug grundlegend mit eigener Designsprache und Mechanikkomponenten des BMW 1600 TI. Die Karosserie wurde von Pietro Frua entworfen, dessen elegante und ausgewogene Linienführung dem Fahrzeug einen ausgesprochen italienischen Charakter verleiht. Der Alpina 1600 GT war eine sehr seltene, frühe Hochleistungsversion, die einst von Alpina entwickelt wurde und einen leistungsgesteigerten Motor, inklusive anderer Vergaser sowie ein verbessertes Handling bot. Das angebotene Exemplar ist ein originalgetreuer Neuaufbau nach demselben Rezept. Dank der umfangreich dokumentierten Historie, dem Einsatz von Originalkomponenten und einer sorgfältigen Restaurierung fängt dieses Exemplar den Geist der frühen Hochleistungs-BMWs aus dem Hause Alpina perfekt ein. Es steht aktuell bei LBI Limited in Philadelphia zum Verkauf.



So etwas wie ein „Viertürer-911"?
Dieser Porsche Cayenne Turbo von 2009 ist mit seinem 500 PS starken Biturbo-V8 wohl der konsequenteste Ausdruck des Konzepts: Supersportwagentempo bei echter Alltagstauglichkeit, 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden. Die Farbkombination GTS-Rot über Kastanienbraun war für einen Turbo eine Seltenheit ab Werk und verleiht diesem Exemplar zusammen mit dem Breitbau-Kleid der überarbeiteten 957-Generation einen echten Sonderstatus. Frühe Cayenne Turbo werden als Hochleistungsikonen der Nullerjahre endlich neu entdeckt. Bei Rock'n'Roll Classics wird dieses Exemplar für 37.000 Euro angeboten.



Rückkehr auf die Schotterpisten
Ende der Siebzigerjahre als Renaults Antwort auf den sich wandelnden internationalen Rallyesport entwickelt, war der 5 Turbo weit mehr als ein modifiziertes Serienfahrzeug. Unter Jean Terramorsi entstand ein reinrassiges Rennsportwerkzeug, das in seiner Klasse seinesgleichen suchte. 1980 in der Gruppe 4 homologiert, avancierte er am Vorabend der Gruppe-B-Ära schnell zu einem der markantesten und erfolgreichsten Rallyeautos seiner Generation.
Alle Rallyes waren damals fordernd, doch die Rallye Côte d'Ivoire, besser bekannt als Bandama-Rallye, galt als eine der härtesten überhaupt. Jean Ragnotti und Beifahrer Jean-Marc Andrié pilotierten dieses Exemplar durch extreme Bedingungen und trotzten starker Konkurrenz, allen voran Michèle Mouton. Trotz vielversprechendem Start verunfallte der R5 und kehrte zur Aufarbeitung in die Werkstätten von Renault Sport zurück. Dort verblieb das Fahrzeug, bis es 1984 von Patrick Landon, dem damaligen Leiter des Rallye-Programms, als persönliches Geschenk an Ragnotti übergeben wurde. Jahrelang von ihm selbst gepflegt und später von einem Privatsammler restauriert, steht der R5 Turbo nun bei Historic Cars in Paris zum Verkauf.




























