


DTM-Pionier mit Stern
Während die meisten 190er ihr Dasein pflichtbewusst in grauen deutschen Vororten fristeten, war dieses Exemplar Teil des frühen DTM-Zirkus – zu einer Zeit, in der Mercedes noch ein Frischling in der jungen Rennserie war, aber bereits wertvolle Erfahrungen sammelte, die schließlich zu den großen Erfolgen der neunziger Jahre führen sollten. Für die 1988er Saison von AMG vorbereitet und vom Visa Santander International Schwaben Motorsport Team eingesetzt, hakte es den kompletten Rennkalender ab und gab auf legendären Strecken wie dem Nürburgring, Hockenheimring und der Berliner AVUS sein Bestes.
Die Performance-Experten aus Affalterbach entlockten dem 2,3‑Liter‑Vierzylinder rund 300 PS und verpassten dem kompaktesten Benz der Achtziger eine strenge Diät, sodass sein Leergewicht unter eine Tonne rutschte. Der Tourenwagen wurde kürzlich einer umfassenden 100.000‑Euro‑Restaurierung durch Mercedes‑Benz Gstaad unterzogen. Jetzt steht der historisch wertvolle Baby-Benz, der von Mechatronik angeboten wird, wieder in voller Blüte – inklusive seiner originalen Fuji-Livery.



Motorsport-Mania aus Modena
Nachdem die ursprüngliche Sportwagenschmiede in beiden vorherigen Jahrzehnten hauptsächlich auf GTs fokussiert war, besann sich Maserati anfang der Neunzigerjahre kurzzeitig auf das Motto "weniger ist mehr". Der Ansatz der Italiener war radikal: Sie strichen einfach alle Komfort-Features und stellten einen spartanischen Monoposto auf die Räder. Die Barchetta, die dezent an das 1990er Chubasco-Konzept erinnerte, war geboren. Ein auf’s wesentliche reduzierter Rennwagen statt der gewohnten luxuriöser Boulevard-Cruiser.
Im Gegensatz zu vielen anderen Maseratis hat dieses von KGC Automobiles angebotene Exemplar die letzten 34 Jahre nicht in einer klimatisierten Garage verbracht, sondern genau das getan, wofür es geschaffen wurde: im offiziellen "Grantrofeo Barchetta"-Cup anzutreten. Von den nur 17 jemals gebauten Barchettas hebt sich dieses Exemplar durch Originalität und Patina sowie seinen "Passaporto Tecnico" ab. Das Herz der Barchetta ist ein 2,0‑Liter‑Biturbo‑V6 mit 315 PS. Der Antrieb wurde von dem des Maserati Biturbo abgeleitet, gepaart mit einem leichten Zentralrohrrahmen und einem Fahrwerk mit F1-DNA.



Harrods Hooligan
Mit nur 500 gebauten Exemplaren zählt der McLaren Senna zu den exklusivsten Autos des letzten Jahrzehnts. Die radikalste Competition-Version, die Senna GTR LM, hebt das Ganze auf eine andere Ebene – mit 845 PS anstatt der 825 Pferdchen der Standard-GTR, einer optimierten Drehmomentkurve und einem auf 9.000 U/min angehobenen Drehzahlbegrenzer. Ihr "Le Mans"-V8 soll noch reaktionsschneller und frei drehend sein als der ohnehin herrliche Antrieb der anderen Senna-Varianten.
Dieser Hingucker ist einer von nur fünf jemals gebauten Senna GTR LMs und trägt die berühmte Harrods-Lackierung – eine Hommage an den McLaren F1 GTR, der 1995 bei den 24 Stunden von Le Mans den dritten Platz belegte. Das Auftragen der Details in Handarbeit nahm über 800 Stunden in Anspruch. Ein zusätzlicher Senna-GTR-Motor, spezielle Nasswetter-Reifen und Felgen sind ebenfalls dabei. Das Fahrzeug wird von den britischen Spezialisten von Romans International angeboten, die diesen einzigartigen Senna GTR LM gegen Aufpreis für eine Straßenzulassung vorbereiten.



Witwenmacher mit Ruf-Siegel
In den frühen 2000ern machte der Porsche 996 GT2 seinem Spitznamen "Witwenmacher" alle Ehre. Grund dafür war sein straffes, vom GT3 abgeleitetes Fahrwerk, die enorme Power und der Verzicht auf eine Traktionskontrolle. Doch dieses Exemplar ging noch einen Schritt weiter. Es wurde im August 2002 neu in die USA ausgeliefert, erlitt ein Jahr später einen kleinen Unfall und wurde danach von RUF gerettet. Dort erhielt es eine neue Karosserie und wurde mit RT550-Komponenten aufgerüstet – dies ist angeblich einer von nur fünf 996 GT2, die von Alois Ruf selbst aufgebaut wurden. In einem Brief an den Besitzer schrieb Alois, dass das Fahrzeug 2003 auf Basis einer originalen Porsche-Rohkarosserie vollständig neu aufgebaut wurde. Der Prozess sei derselbe gewesen wie bei einem Neufahrzeug von RUF.
Dieses Juwel, dass von dem in Luxemburg ansässigen Unternehmen Art & Revs angeboten wird, stand sich in den letzten Jahren nicht einfach nur die Räder platt. Seit dem Neuaufbau hat er 14.000 Kilometer abgespult. Der begehrenswerte 996 verfügt über das komplette RT550-Paket: 600 PS starker Turbomotor, eine spezielle Abgasanlage, ein integrierter Überrollkäfig, Body-Kit, kräftigere Keramikbremsen, ein optimiertes Fahrwerk, mehrteilige RUF-Felgen und eine verstärkte Kupplung. Das Auto wurde kürzlich gewartet und bekam in dem Zuge neue Reifen. Schon ein serienmäßiger GT2 verlangt Mut, aber dieses veredelte Biest sorgt dafür, dass noch mehr Adrenalin freigesetzt wird. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beeindruckenden 340 km/h. Der stehende Kilometer wird in unter 20 Sekunden absolviert. Das RUF-Fahrwerk sorgt im Vergleich zum normalen GT2 für ein deutlich vorhersehbareres Handling.



Prototypen-Adel
Vorserienfahrzeuge und Prototypen gelten für viele Sammler als der heilige Gral. Sie schlagen die Brücke zwischen wilden Ingenieursskizzen und vollendeten Serienmodellen. Zudem verfügen sie häufig über einzigartige Details und technische Lösungen, die bei der Serienversion nicht mehr zu finden sind. Diese Mischung aus Seltenheit und dem gewissen "Was-wäre-wenn" macht sie besonders begehrenswert.
Der F150 Prototipo Preserie PS1 (Fahrgestellnummer 197860), der bei der kommenden RM Sotheby’s-Auktion in Miami unter den Hammer kommt, ist ein perfektes Beispiel für dieses Phänomen. Er gehört zu den letzten LaFerrari-Prototypen aus Ferraris sorgfältigem dreistufigem Entwicklungsprogramm. Fertiggestellt im Jahr 2013, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als der LaFerrari auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde, sieht dieses Testfahrzeug dem Serienmodell bereits zum Verwechseln ähnlich. Wie dieses besitzt es bereits das vollständige HY-KERS-Hybridsystem mit dem 6,3-Liter-V12-Motor sowie aktive Aerodynamik-Elemente für zusätzlichen Abtrieb. Der deutlichste Hinweis für sein Prototypen-Dasein? Eine spezielle "F150"-Plakette am Lenkrad anstelle des üblichen "LaFerrari"-Schriftzugs. Die 16.427 Kilometer auf dem Tacho stammen höchstwahrscheinlich aus intensiven Testfahrten auf der Strecke in Fiorano.




























