Dieser Aston Martin von Touring wäre fast der neue DB6 geworden

Schon zehn Jahre lang währte bereits die Partnerschaft zwischen der berühmten Carrozzeria Touring und Aston Martin, als die britische Marke 1966 beschloss, auch das nächste Coupé von den Italienern schneidern zu lassen. Was lag näher? Doch der Auftrag hatte es in sich.

Hatte zu Beginn der Allianz zwischen Aston Martin und den Karosseriebauern von Touring der Himmel noch voller Geigen gehangen, so waren jetzt doch erste Misstöne hörbar. Der Vorschlag der italienischen Spezialisten für einen DB5-Nachfolger wurde zugunsten einer eigenen Überarbeitung abgelehnt. Dasselbe Schicksal ereilte Tourings Idee für einen Viersitzer - daraus sollte später der DBS entstehen. Aber Aston Martins damaliger Besitzer David Brown wollte unbedingt einen zweisitzigen Sportwagen als Pendant zum sogenannten Gentleman's Express aus der Feder des Hausdesigners William Towns. Beide sollte dann auch den langersehnten, neuen V8-Motor erhalten. Vielleicht aus langjähriger Treue, vielleicht weil man die zweimalige Abfuhr wieder wettmachen wollte, erhielt Touring den Zuschlag für eben dieses neue Coupé.

Neues Design für eine neue Ära

Auf der Basis von zwei verkürzten und stark modifizierten DB6-Chassis entwickelte Touring 1966 für die Automessen von Paris und London ein Paar Prototypen mit komplett neu aufgebauten Karosserien. Im Rückblick war deren Design zwar nicht ganz so elegant wie das der bisherigen Modelle. Aber letztlich waren es andere Faktoren, die dafür sorgten, dass das Paar quasi nur ein „Two-off” ohne Chance auf die Serie blieb. Probleme mit der technischen Machbarkeit sowie die Folgen eines wirtschaftlichen Abschwungs im Stammwerk Newport Pagnell bedeuteten das Aus, sowohl für den Aston Martin DBS wie auch für das angeschlagene Unternehmen Touring.

Wirklich das Ende? Nein, nicht ganz, denn der Name DBS lebte noch weit bis in die siebziger Jahre hinein, denn dank der Touring-Prototypen genoss die neue Nomenklatur große Bekanntheit (um Verwechslungen zu vermeiden, wurden die Modelle später in DBSC umgetauft) - sonst wäre auch William Towns Entwurf tatsächlich DB7 getauft worden. Und der klangvolle alte Name Carrozzeria Touring wurde ebenfalls wiederbelebt. Manchmal gibt es eben auch in der Automobilgeschichte ein Happy End.

Fotos: Bonhams

Der Aston Martin DBSC von Touring wurde leider bereits 2009 von Bonhams versteigert, doch im Classic Driver Markt stehen zahlreiche weitere Aston Martin zum Verkauf.