Die Höhepunkte des Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2015

Seit 1929 werden beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este die elegantesten Karosserien prämiert. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Erneut trafen sich am vergangenen Wochenende seltene Klassiker großer Marken am Ufer des Comer Sees im Wettstreit um den Titel "Best of Show".

Klassiker vor einzigartiger Kulisse

Es gibt viele Gründe, warum der Villa d’Este Concours jedes Jahr mit Spannung erwartet wird. Neben den ausgewählten Klassikern und schnittigen Designstudien ist es vor allem die einzigartige Kulisse - die intime Atmosphäre der Villa d’Este am Samstag und die großzügige Parklandschaft der Villa Erba am Concours-Sonntag – die den Concours zu etwas ganz Besonderem machen. Vor Allem die Atmosphäre in der Villa d’Este, jenem Grand Hotel, an dem vor 86 Jahren der erste Concours d’Elegance stattfand, ist außergewöhnlich. Ohne vom Veranstalter vorgegebenen Dresscode, sind die Gäste elegant, oftmals auch „wohlbehütet“ gekleidet und unterstreichen den Glamour der historischen Automobile und Motorräder. Etwas anders sieht es Sonntag am öffentlichen Teil des Concorso aus - hier würde zumindest ein freundlicher Hinweis auf gewisse Kleidungsregeln helfen.

Spanische Extravaganz

Dennoch sind die historischen Automobile und Motorräder natürlich die Starbesetzung des Concours-Films. Auch in diesem Jahr wartete das "Selecting Commitee" sowohl mit einigen der „üblichen Verdächtigen“, aber auch mit großen Überraschungen auf. Zur letzteren Kategorie gehörte eindeutig der Pegaso Cupula (einer von drei Pegaso beim Concorso!), den der Sammler Evert Louwman in den Wettbewerb schickte. Das in den Nationalfarben Spaniens lackierte Einzelstück erinnert in Form und Farben an ein Kunstwerk von Picasso – hieße die Veranstaltung Concorso d’Extravaganza, der skurrile Spanier hätte den Preis "Best of Show" ohne Zweifel gewonnen. Tatsächlich erhielt der Pegaso die von den jungen Besuchern des Concorso vergebene "Trofeo Ragazzi". 

Etwas ganz besonderes

Wie in jedem Jahr, gab es auch dieses Mal wieder Stimmen, die der Meinung waren, im letzten Jahr sei die Auswahl besser gewesen. Aber wer wird sich bitteschön über einen Ferrari 250 Tour de France in Originalzustand ärgern, der dem finnischen Rennfahrer Curt Lincoln gehörte und erstmals seit seiner Abholung in Modena wieder außerhalb Skandinaviens zu sehen war? Und was könnte es eleganteres geben, als einen Alfa Romeo 6C 2500 Speciale mit einer fantastischen Geschichte? Die Auswahl beim diesjährigen Concorso war nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders! Und genau das machte dieses Event zu etwas Besonderem.

Glückliche Gewinner

Natürlich fehlen auch die historischen Motorräder nicht auf dem Concorso. In diesem Jahr ging der Titel „Best of Show“ an eine Münch Mammut. Doch auch Classic-Driver-Händler Premiummotorad konnte sich über zwei „Platzierungen“ für seine Kawasaki Z 900 (3. in der Klasse) und seine MV Agusta 750 GT (2. in der Klasse) freuen. Die beiden Publikumspreise der Villa d’Este und der Villa Erba wurden derweil an eine sensationelle Ferrari 166 MM Barchetta verliehen, die einst dem jungen Fiat-Patriarchen Gianni Agnelli gehört und den Beinamen „Nonna“ getragen hatte. Bis heute gehörte der Ferrari mit seiner blau-grünen Lackierung tatsächlich zu den elegantesten Wagen im Feld. Die neunköpfige Jury unter dem Vorsitz des Automobildesigners Lorenzo Ramaciotti sah die Situation jedoch etwas anders und verlieh den Titel "Best of Show" schließlich an einen von 19 gebauten Alfa Romeo 8C Spider Zagato.

Fotos: Rémi Dargegen für Classic Driver © 2015