Der Maserati Merak SS ist ein Bild von einem Keil

Der Maserati Merak ist einer dieser Sportwagenkeile, der uns mit seinen scharfen Linien und klaren Kanten an die schönen 1970er Jahre erinnert. Bei Bonhams kommt am 21. März in Goodwood eines der jüngsten Exemplare zum Aufruf – und könnte ein neues Preisniveau erreichen.

Wie seine Zeitgenossen Ferrari 308 GT4 „Dino“ und Lamborghini Urraco ist der Maserati Merak eher ein Underdog auf dem Sammlermarkt und daher eines der günstigsten Design-Statements der 1970er Jahre. Wenn er überhaupt einmal auftaucht, geht er meist für unter 50.000 Euro über den Ladentisch. Schon damals stand der Merak mit seinem vergleichsweise kleinen Dreiliter-V6, der auch im Schwesterwagen Citroën SM zum Einsatz kam, im Schatten leistungsstärkerer Sportwagen. In der eigenen Familie war es der Maserati Bora, der mit seinem 4,7-Liter-V8 dem Merak wenig Chancen ließ. Dass sich die Brüder im Übrigen nahezu sämtliche technische Komponenten teilten, schien keinen der Kritiker aufmuntern zu können. Entsprechend ist ein Maserati Bora heute etwa fünfmal so teuer.

Doch die düsteren Jahre des Merak könnten bald gezählt sein. Beim Auktionshaus Auctionata in Berlin wurde kürzlich ein Exemplar im Zustand „für Bastler“ versteigert, das seinen Schätzpreis von 16.000 Euro mal eben verdoppeln konnte.

Nach 24 Jahren wieder zu haben

Der hier gezeigte Maserati Merak SS von 1982 ist einer der letzten produzierten und einer von nur etwa 300 je gebauten Rechtslenkerversionen. SS steht für „Supersport“ und kennzeichnet die leistungsstärkste Variante mit 220 PS. Der Merak im Farbton Giallo Fly verweilte 24 Jahre lang beim selben Besitzer und ist in der Maserati-Klub-Szene bekannt, nahm an verschiedenen Events teil, bei denen er auch Auszeichnungen gewann. Er kommt am 21. März bei Bonhams im Rahmen des 73. Goodwood Members‘ Meeting unter den Hammer. Der Schätzpreis liegt bei 35.000 bis 45 000 Pfund. Wer weiß, wie lange der Giugiaro-Keil für so einen Kurs zu haben ist.

Fotos: Bonhams