Der hydropneumatische Aufstieg von Citroën zum Sammlerauto

Das exzentrische Design und innovative Technologien haben Citroën seit jeher Respekt und Bewunderung, gleichwohl selten hohe Sammlerpreise eingebracht. Dank verstärkter Präsenz bei Auktionen und steigenden Werten scheint sich nun ein Wandel anzukündigen.

Französische Finanzförderung 

Auktionen spiegeln zwar nicht 1:1 den Sammlermarkt wider, sie sind aber sehr wohl ein öffentlicher Gradmesser für die aktuelle Beliebtheit eines bestimmten Modells. Fahrzeuge, die es in die begehrten Kataloge der großen Auktionshäuser schaffen, sind nicht nur ein Indiz dafür, was gerade angesagt ist. Sie stehen auch exemplarisch für die Erwartung der Experten, was künftig für ihre Klientel von Interesse sein könnte. Hat ein bestimmtes Auto bei einer Auktion ein gutes Ergebnis erzielt, bewirkt das in der Regel einen Kaskadeneffekt. Sprich: Andere Häuser scannen den weltweiten Markt nach weiteren attraktiven Exemplaren für ihre eigenen Versteigerungen. Ein Beispiel für eine solche Kehrtwende ist Toyotas Geländewagen FJ40. Noch vor fünf Jahren wäre solch ein Landcruiser nie und nimmer in den erlauchten Kreis einer Auktion aufgenommen worden – heute erhält er automatisch Zugang und steht im Aufgebot oft neben einem Ferrari 275 oder Jaguar E-type.

Es ist immer spannend, die so genannten Außenseiter dabei zu zu beobachten, wie sie langsam in das Programm der Auktionen einsickern und sich nicht selten zu festen Größen des Programms hocharbeiten. Eine solche Entwicklung beobachten Experten gerade bei den ikonischsten Modellen von Citroën. Zwar sorgten bei den jüngsten Scottsdale-Auktionen die üblichen Verdächtigen für die größten Schlagzeilen. Doch erzielten die zum Kauf angebotenen Franzosen still und leise ebenfalls respektable Ergebnisse. So verkaufte zum Beispiel RM Sotheby’s einen 1973er Citroën DS Pallas für 55.000 US-Dollar, bei Gooding & Co. ging ein SM aus dem gleichen Jahrgang mit 81.400 Dollar über den Tisch. Bislang waren wir nur vom seltenen Décapotable DS hohe Erlöse gewöhnt, doch erreichen die Limousinen-Modelle nun langsam aber sicher auch ein höheres Preisniveau. Als Folge glaubt auch Artcurial an eine helle Zukunft für die Marke mit dem Doppelwinkel und hat für seine kommenden Rétromobile Sale gleich fünf DS, einen SM und sogar CX- und BX-Modelle ins Programm aufgenommen. Da auch die Preise bei privaten Verkäufen ansteigen, stellt sich die Frage: Sehen wir hier einen künftigen Auktions-Favoriten in spe?

Fotos: RM Sotheby's, Artcurial

Sie finden eine Auswahl von zum Verkauf gelisteten Citroën im Classic Driver Markt.