Das waren die Höhepunkte des Bonhams Aston Martin Sale 2017

Am letzten Wochenende begaben sich Aston-Martin-Sammler und Verehrer wieder ins alte Domizil der Marke im englischen Newport Pagnell, wo Bonhams zum mittlerweile 18. Aston Martin Sale geladen hatte. Star der Auktion, die 5,2 Millionen Pfund einspielte, war ein außergewöhnlicher DB6.

Alljährliches Abstauben

Auch wenn Aston Martin seine neuen Sportwagen mittlerweile in Gaydon produziert – die historische Aston Martin Works-Abteilung ist noch immer in Newport Pagnell zu Hause. Und demnächst soll auch die Neuauflage des DB4GT hier, am legendären Firmensitz der Nachkriegszeit, aus den Werkstätten rollen. Zu einem der Höhepunkt im Kalender aller Aston-Gurus, Sammler und Enthusiasten gehört natürlich auch Bonhams monothematische Auktion, die viele Bieter und Zuschauer zum Anlass nehmen, den eigenen Aston Martin aus der Garage zu rollen und nach Newport Pagnell zu steuern. Allein der Anblick des Parkplatzes ist deshalb schon die Reise wert. In diesem Jahr entdeckten wir einen superseltenen linksgelenkten Aston Martin V8 SWB Vantage Volante Special Edition, den neuen Vanquish Zagato und ein DB4 Cabriolet im Farbton „Caribbean Pearl“. 

Große Fische, keine Fischer

Der Katalog lockte dieses Mal mit 42 Autos und einem weiten Preisspektrum – vom charmanten DB7 bis zur atemberaubenden DB6 Volante mit einem Schätzpreis von 700.000 bis 900.000 Pfund war alles dabei. Doch die Bieterschaft war in diesem Jahr nicht in ausgiebiger Spendierlaune – einige „große Fische“ wie der zuvor genannte DB6, dessen höchstes Gebot bei 670.000 Pfund lag, sowie das V8 Vantage Zagato Coupé und der noch nicht zugelassene Vantage GT12 fanden trotz vollem Einsatz von Chefauktionator Jamie Knight keine neuen Besitzer.

Gute Autos, gute Preise

Unter den 25 Autos, die sich verkauften – das entspricht einer Erfolgsrate von 60 Prozent – gab es jedoch auch positive Überraschungen: Ein wunderschöner Aston Martin DB6 von 1964, der sich seit 1972 in den Händen desselben Besitzers befand, erzielte einen Preis von 561.500 Pfund inklusive Zuschlag. Und auch die echten Raritäten verkauften sich gut: Der extravagante V8 Sportsman Estate von 1996 brachte 337.500 Pfund, ein brauner V8 Zagato Volante verkaufte sich für 281.500 Pfund und das brutalistische und äußerst seltene Vantage Le Mans Coupé aus dem Jahr 2000 wechselte für 309.500 Pfund den Besitzer. Grundsetzlich verkauften sich viele Autos in den Preisregionen der unteren Schätzpreise oder sogar darunter. Dieser Fakt und die Verkaufsrate stimmen mit der derzeitigen Marktlage überein, in der besonders hohe Preise nur noch für die besten und außergewöhnlichsten Exemplare gezahlt werden. Die Preiskorrekturen bei durchschnittlichen Modellen dürfte mittelfristig aber auch neue Käufer auf den Plan rufen.

Viel Glück und viel Segen

Unsere Gedanken sind derweil bei jenen tapferen Menschen, die für den Aston Martin DB2/4 MKII von 1957 im „Scheunenfund-Zustand“ die Hand gehoben und  54.625 Pfund bezahlt haben. Auch für die neuen Besitzer des für 28.750 Pfund verkauften Aston Martin Lagonda von 1979 haben wir Bewunderung übrig. Denn beide Preise mögen angesichts der Autos wie Schnäppchen wirken, doch dürften beide Projekte ihren abenteuerlustigen Käufern durchaus noch graue Haare wachsen lassen. Wir wünschen in jedem Fall recht viel Glück!

Fotos: Robert Cooper für Classic Driver © 2017

Zahlreiche Aston Martin stehen auch im Classic Driver Markt zum Verkauf.