The Beatles Bentley: Baby you can drive my car!

John Lennon war bekannt für seine handbemalten Luxuslimousinen, die gerne als mobiles Liebesnest herhalten mussten. Die Geschichte dieses Bentley S1 von 1956, heute bekannt als der „Beatles-Bentley“ ist jedoch noch um einiges spannender...

 

Der Bentley S1 gehörte tatsächlich keinem der Beatles, sondern dem australischen Mode-Unternehmer John Crittle – einer der stilprägendsten Figuren im London der 1960er Jahre. Crittles Karriere begann beim Szeneausstatter „Hung on You“ in Chelsea, wo einige der besten psychedelischen Outfits der Zeit geschneidert wurden. Zum Art-Nouveau-Stil gehörten gewaltig ausgestellte Kragen, maßgeschneiderte Zweireiher sowie die obligatorischen Blumenhemden und wild gemusterte Krawatten. Finanziell unterstützt durch den 21-jährigen Guinness-Erben Tara Browne, der wenig später mit seinem Lotus Elan tödlich verunglückte und John Lennon zu „A Day in the Life“ inspirierte, eröffnete Crittles im Herbst 1966 seinen ersten eigenen Laden: Dandie Fashions. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und schon bald kleideten sich Jimi Hendrix, The Who, David Bowie und The Rolling Stones in der King’s Road 191 ein.

Die King’s Road auf und ab

The Beatles Bentley: Baby you can drive my car!
The Beatles Bentley: Baby you can drive my car!The Beatles Bentley: Baby you can drive my car!

Um mit seinen Freunden die King’s Road auf und ab zu fahren sowie als Shuttle zwischen den angesagten Geschäften, Clubs und Wohnungen in Chelsea benötigte Crittle einen geräumigen und repräsentativen Wagen. Mit seinen ersten Einnahmen leistete er sich einen zehn Jahre alten Bentley S1. Doch natürlich passte die gedeckte Farbgebung der Limousine nicht in Crittles bunten Lebenswandel, also beauftragte er die Künstler Douglas Binder, Dudley Edwards und David Vaughn. Unter dem Kollektivnamen BEV hatte das Trio im Auftrag von Tara Browne bereits die Schaufenster von Dandie Fashions bemalt und auch schon eine AC Cobra in ähnlich psychedelischem Stil verschönert. Auch der berühmte Lord John Shop in der Carnaby Street ging auf die Rechnung von BEV.

Die Kooperationen der „Business-Beatles“

The Beatles Bentley: Baby you can drive my car!

Doch was hatten die Beatles mit all dem zu tun? Auch die vier Pilzköpfe hatten sich unter dem Namen Apple Corps ins Geschäftsleben gewagt und an zahlreichen jungen Unternehmen beteiligt. Geld war bei den meisten Gründern zwar nicht zu holen, doch für die Beatles war die Rechnung klar: Entweder man teilte den eigenen Reichtum mit jungen und gleichgesinnten Menschen – oder man warf es dem Fiskus in den Rachen. Und wieder war es Tara Browne, der kurz vor seinem Tod die entscheidenen Verbindungen knüpfte: Hatten die Beatles bei Crittle zunächst nur ihre Outfits gekauft, begannen Sie ins Geschäft zu investieren – das bald schon den Namen Apple Tailoring trug.

Bei der Eröffnung sah man einen ausgelassenen John Lennon mit falschem Pelz um den Polokragen – doch wie viele Kooperationen der „Business-Beatles“ in der Szene hielt die Verbindung nicht lange stand. Die Anteile wurden neu berechnet und neben dem Laden fand sich letztlich auch der Bentley auf der Guthaben-Seite von John, Paul, Ringo und George. Für Crittle vielleicht ein Verlust, für den Wagen jedoch ein Gewinn: Schließlich gehörte er ab diesem Tag zum ehrenwerten Club der „Beatles Cars“.

Fotos: www.beatlesbentley.com

Die gesamte Geschichte des "Beatles' Bentley" können Sie auf der hervorragend gemachten und mit zahlreichen zeitgenössischen Bildern illustrierten Website www.beatlesbentley.com nachlesen.

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