

Monster Miata
Was auf den ersten Blick aussieht wie ein klassischer Mazda MX-5 der ersten Generation (NA), entpuppt sich bei näherer Inspektion als ein MX-5 auf Steroiden. Er wurde umgebaut von der in den frühen 1990er-Jahren in Kalifornien gegründeten Firma Monster Miata, die den japanischen Kult-Roadster mit einem Fünfliter-Ford-V8 zum Muscle Car botoxte. Ein Beispiel dafür ist dieses in der Schweiz angebotene Exemplar, das über eine verstärkte Hinterachse aus dem Ford Thunderbird und ein Fünfgang-Handschaltgetriebe von Tremec rund 300 PS auf die Antriebsachse wuchtet. Das Modell des Baujahres 1995 hat 61.000 Kilometer auf der Uhr, ist in der Schweiz zugelassen und mit allen Modifikationen vom TÜV abgenommen. Haben Sie den Mut, diesen im Golden State Kalifornien zum Muscle Car aufgerüsteten Miata zu bändigen? Monster Miata hat in den letzten 30 Jahren über 75 solcher Umbauten ausgeführt, die Jungs sollten also wissen, was sie da tunen.


Herr der Ringe
Eigentlich lief es für Audi Mitte der 80er-Jahre ganz gut. Mit dem 100 C3 hatten die Ingolstädter gerade einen Rekord-cW-Wert von 0,30 erzielt und auch im Motorsport lief es dank Quattro-Allradantrieb mehr als rund. Nur in Nordamerika tat sich die Marke mit den vier Ringen schwer, daher musste dringend ein PR-Coup her. Und was taugt da besser als ein Geschwindigkeitsrekord? Also nahm man sich einen Audi 100, in den USA besser als Audi 5000 bekannt, und gab ihn in die Obhut der Motorsportabteilung. Diese verpasste dem serienmäßigen 2,2-Liter-Fünfzylinder-Turbo einen Fünfventil-Zylinderkopf, was zusammen mit weiterem Feintuning und 2 bar Ladedruck 650 PS entfesselte.
Mit dem dreifachen Indy-500-Sieger Bobby Unser am Steuer brachte man den mit einem speziellen Body-Kit ausgestatteten und tiefergelegten 5000 CS Quattro dann nach Talladega, wo der Amerikaner am 24. März 1986 den Superspeedway mit einem Schnitt von 332,88 km/h umrundete. Audis Plan war aufgegangen. Nicht nur hatte man einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Allradfahrzeuge aufstellen können, sondern auch eine Legende des US-Motorsports ins Schwärmen gebracht. Der Wagen habe sich dank des Allradantriebs angefühlt, als sei er mit Sekundenkleber auf der Straße fixiert, so Unser später. Nachdem die Schwarze Witwe noch für Reifentests genutzt wurde, sollte sie danach eigentlich verschrottet werden. Dies geschah gottlob nicht, und so steht das Fahrzeug nun bei der kommenden Monterey-Auktion von RM Sotheby’s zum Verkauf.


Bayern-Kurier
Der M635 CSi war in puncto Performance das Ende der Fahnenstange innerhalb der BMW 6er-Serie (E24), jenes vom Franzosen Paul Bracq mit haifischartig zugespitzter Frontpartie und elegantem Heck gezeichneten großen Coupés. Verantwortlich für die Motorisierung und das Fahrwerk zeichnete die BMW Motorsport GmbH, die hier mit einem vom legendären BMW-M1-Motor stammenden, jedoch überarbeiteten Vierventil-DOHC-Motor mit sechs Einzeldrosselklappen ins oberste Regal griff. Im Klartext bedeutete dies 286 PS aus dem auch im M5 eingesetzten 3,5-Liter-Sechszylinder (M 88/3), der das mit Front- und Heckspoilern bestückte Coupé auf 255 km/h trieb. Zwischen 1983 und 1989 entstanden lediglich 5855 Einheiten, darunter 524 Rechtslenker wie dieses in Großbritannien zugelassene Modell Baujahr 1984, einer von nur zwei RHD-Typen in der Farbe Zobelbraun. Innen genießen die auf beigen Ledersitzen logierenden Passagiere den Komfort eines Schiebedachs und einer Klimaanlage.
Neben den attraktiven 16-Zoll-Alpina-Felgen fällt ein Detail ins Auge: die fehlenden und sonst beim M635 obligatorischen ausgestellten Radkästen, was das frühe Produktionsdatum dieses ansonsten sehr originalgetreuen Bayern-Kuriers belegt.


Zurück in die Zukunft
Nein, das ist nicht das Werk des 2019 verstorbenen und für solche Designs berüchtigten Berliner Designers Luigi Colani. Vielmehr geht die Studie Pontiac One auf Harry Bradley (1939 bis 2003) zurück, einen ehemaligen GM-Designer, der 1968 als Erster auch die legendären Hot-Wheels-Modellautos entwarf. Das sieht man diesem roten Ungetüm auf Basis eines Firebird des Modelljahres 1970 irgendwie auch an. Dave Crook, ein Zeichner und Karosseriebauer mit ebenfalls GM-Wurzeln, brachte den Wagen nach Bradleys Plänen in Form. Um die Silhouette so flach wie möglich zu gestalten, neigte er die Windschutzscheibe um fünf Zoll nach hinten und choppte die Dachlinie um drei Zoll. Zu den markanten Designmerkmalen gehören voll verkleidete Hinterräder, sechs gierige Lufteinlässe auf der Motorhaube und eine juwelenartige Heckleuchteneinheit, die ein optisches Reflektorsystem mit einer eleganten Prismenlinse integriert. Trotz seines wilden Aussehens ist der mit einem 5,7-Liter-V8 bestückte Pontiac voll fahrfertig.
Angeblich soll GM-Styling-Gott Bill Mitchell beim Anblick des Pontiac One begeistert gewesen sein. Doch Pläne, das in Handarbeit umgesetzte Unikat für offizielle GM- oder Pontiac-Präsentationen einzusetzen, kamen nicht zustande, da der Entwurf wohl doch zu weit in die Zukunft gedacht war. Nun steht dieser einzigartige Feuervogel bei der Pebble-Beach-Auktion von Gooding & Company meistbietend zum Verkauf.


Noblesse oblige
Der Bentley Arnage wurde 1998 eingeführt, als die Traditionsmarke aus Crewe noch gemeinsam mit Rolls-Royce zum Vickers-Konzern gehörte. Die Übernahme durch Volkswagen folgte kurz darauf. Der Arnage „R“ und sein Schwestermodell Rolls-Royce Silver Seraph standen für ultimative britische Noblesse im Grand-Touring-Segment. Bis heute sticht die Limousine durch ihr elegant-zeitloses Design und den prestigeträchtigen Auftritt heraus. Dazu trägt maßgeblich der ikonische Bi-Turbo-V8 bei, der aus 6 ¾ Litern Hubraum 457 PS aus dem Kurbeltrieb schüttelt, was im Einklang mit der Automatik müheloses Beschleunigen und einen seidenweichen Lauf garantiert.
Das hier gezeigte Modell des Baujahres 2007 trägt bereits das 2005 eingeflossene Facelift mit vier einzelnen Rundscheinwerfern im Stil des Continental GT und Klimaanlagen-Bedientasten aus dem Bentley Azure. Das neu in die Schweiz gelieferte Auto hatte bis heute erst zwei Besitzer, ist zu 100 Prozent originalgetreu und in bestem Zustand. Innen wartet ein Interieur im Good old British Style mit viel Holz und Leder sowie elfenbeinfarben unterlegten Analoginstrumenten. Und damit nichts diese heimelige „splendid isolation“ stört, gibt es für die Türen eine Soft-Close-Funktion.



























