

Seltener Wüstenwind
Mit seinen 326 PS aus einem Bi-Turbo-3,2-Liter-V8 war der auf dem verkürzten Fahrgestell des Karif und Biturbo Spyders (2,4 Meter Radstand) basierende Shamal ein kompaktes Kraftpaket. Der asymmetrische hintere Radausschnitt war ein beliebtes Detail von Marcello Gandini, während der Innenraum des nach einem mesopotamischen Wüstenwind benannten Coupés mit Vollleder-Ausstattung und ovaler Analoguhr authentischen 90er-Charme verströmte. Der von 1989 bis 1995 als letzter Maserati unter Führung von Alejandro de Tomaso vertriebene Shamal war die finale Evolutionsstufe der legendären Biturbo-Baureihe und der Schwanengesang der de-Tomaso-Ära, die mit der Übernahme Maseratis durch Fiat endete. Von 1989 bis Ende 1995 nur 369-mal gebaut, gehört der Shamal heute zu den extrem gesuchten Sammlerfahrzeugen italienischer Provenienz. Dieses vom römischen Händler Auto Veloce angebotene rote Auto von 1991 hat 70.000 Kilometer auf der Uhr und wartet samt Maserati Classiche-Zertifikat auf einen neuen Besitzer.


British Beef
Der 2008 an den Start gegangene Aston Martin DBS ersetzte den Vanquish S und brachte dank des großzügigen Einsatzes von Kohlefaser 30 Kilo weniger auf die Waage als der auf der gleichen Plattform basierende DB9. Durch seinen Auftritt in den James-Bond-Filmen Casino Royale und Quantum of Solace (Ein Quantum Trost) erwarb er sich kinematografischen Ruhm. Dieses in Belgien stehende Modell von 2010 lockt mit dem seltenen Sechsgang-Getriebe von Graziano, das die 517 PS des mächtigen und bei Ford in Köln gebauten 5,9-Liter-V12 in Antrieb umsetzt. Das silberne Auto betört mit einem edlen und ganz in schwarzes Leder und Alcantara getauchten Interieur. Angesichts von nur 2.536 gebauten DBS-Coupés und eines laut Händler „Concours-Zustands" liegt der Preis von knapp 160.000 Euro am oberen Ende der Preisrange für einen gebrauchten DBS.


Ein Porsche wie geRUFen
Dieser RUF BTR 3.8 Baujahr 1992 begann sein Autoleben als eines von nur 290 gebauten Exemplaren des ultraleichten Carrera RS N/GT – seinerseits eine straßenzugelassene Version des 964 für den Carrera-Markenpokal. 1999 rüsteten ihn die PS-Magier aus Pfaffenhausen auf die hauseigene BTR 3.8-Spezifikation um – bestehend aus einem auf 3,8 Liter Volumen aufgebohrten M64/50-Turbomotor mit 415 PS, gekoppelt an einen Sechsgang-Handschalter. Vorab schon im Porsche Werk bestückt wurde der Wagen mit dem begehrten „M003 Club-Sport"-Paket, plus Überrollkäfig, größerem Tank, Recaro-Schalensitzen, Schroth-Gurten und einem Zentralschalter zum Abschalten der Elektrik. Das Exterieur veredelte RUF mit einem 930 Turbo-ähnlichen Heckspoiler, ergänzt um eine RUF-Auspuffanlage und hübsche OZ-Felgen. Seit diesem Umbau war das Auto fast 25 Jahre eingelagert und wurde kaum gefahren, ehe es im Dezember 2025 zurück zu RUF kam, um dort für hoffentlich bald wieder zügige und genussvolle Ausfahrten fit gemacht zu werden. Heute präsentiert sich dieser besondere RUF in der korrekten Werksfarbe Maritim Blau und wird Anfang Juli bei der RM Sotheby's Auktion am Tegernsee versteigert.


Der Großvater des Ferrari FF
Ein Ferrari SUV? Ja. Ein rein elektrischer Ferrari? Steht kurz vor der Tür. Aber ein Ferrari Kombi? Ja, aber der FF von 2011, an den Sie vielleicht gerade denken, war streng genommen nicht das erste Cavallino Rampante mit Rucksack. Denn nachdem er auf dem Genfer Salon von 1975 noch als regulärer 365 GT 2+2 posiert hatte, kam dieses Exemplar mit Chassisnummer 18255 an den Schweizer Ferrari-Händler Willy Henri Felber, bekannt für seine Eigenbauten wie den an den Roadster 166 Spider Corsa erinnernden FF (Felber Ferrari).
Im Auftrag eines vermeintlich vermögenden Kunden aus dem Nahen Osten wandte er sich für einen besonderen Umbau an Stardesigner Giovanni Michelotti, der dem Ferrari-Viersitzer ein hübsches Kombi-Heck aufsetzte und sich zwecks Realisierung seines Entwurfs an den britischen Coachbuilder Panther Westwinds wandte. Der dann anhand von Michelottis Skizzen einen zweifarbigen Shooting-Brake in Ribat-Blau mit kontrastierendem weißem Dach auf die Räder stellte. Der Innenraum wurde mit beigefarbigem Connolly-Leder bezogen und erhielt als Technik-Highlight einen Röhrenfernseher zwischen den Vordersitzen.
Weil der Kunde dann aber nicht in der Lage war, das Auto zu bezahlen, behielt Felber den nach dem gleichnamigen Prachtboulevard von Cannes „Croisette" getauften Shooting Brake zunächst für sich. Er stand danach jahrzehntelang gut behütet in einer Schweizer Sammlung, ehe ihn der Schweizer Klassik-Spezialist Andreas Wüest 2024 auf der Monterey Car Week zeigte. Danach blieb dieses einzigartige Sammlerstück in den USA und steht nun bei Wüest zum Verkauf.


Ein Wolf im Wolfspelz
Ein Le-Mans-Siegerauto mit Nummernschildern – das war der 1984 für den austro-kanadischen Ölmagnaten und Formel-1-Teambesitzer Walter Wolf von den Kölner Brüdern Manfred und Erwin Kremer auf Basis des Siegerwagens der 24 Stunden des Jahres 1979 umgebaute Kremer K3 Le Mans. Dieser radikalste straßenzugelassene Abkömmling eines Rennwagens behielt die extreme Gruppe-5-Karosserie fast unverändert bei, lackiert im Mitternachtsblau der Wolf-Formel-1, mit rot-goldenen Akzenten und Wolfs persönlichem W-Emblem. Mit einer Spitze von 338 km/h schlug dieser 740 PS starke Bolide sogar den Ferrari F40.
Besonders faszinierend: der Kontrast aus kompromissloser Renntechnik und luxuriösen Details. Waren Fahrwerk, Aerodynamik und Motor fast unverfälschte Motorsport-Technik, gab es innen eine Lederausstattung, eine hochwertige Audioanlage und sogar elektrische Fensterheber. Dennoch blieb der Charakter extrem roh und laut. Walter Wolf fuhr sein Schmuckstück über 9.000 Kilometer quer durch ganz Europa, bis er ihn 1987 an den Schweizer Ex-Rennfahrer Angelo Pallavicini verkaufte. Mitte der 2010er-Jahre kam das Unikat dann zu Mechatronik, wo er ein weiteres Jahrzehnt Teil der hauseigenen Sammlung blieb. Im Sommer 2024 fiel die Entscheidung für eine zweijährige mechanische Restaurierung an der Geburtsstätte des Boliden. Nach Abschluss der Arbeiten bei Kremer Racing folgte, als Härtetest, ein dreitägiger Roadtrip von Stuttgart über die Dolomiten zum Fuori Concorso am Comer See. Nun wartet dieser einzige von Kremer zu einem Straßenfahrzeug umgebaute K3 bei Mechatronik auf seinen nächsten Besitzer. Hüter über ein Auto, das an einen der größten Erfolge eines privaten Rennteams aller Zeiten erinnert.



























