Warhol meets Munch: Die dunkle Seite der Pop-Art wird versteigert

Sotheby´s startet mit einer außergewöhnlichen Auktion in die Herbstsaison: drei Siebdrucke von Andy Warhol, die von Werken Edvard Munchs inspiriert wurden, stehen am 19. September zum Verkauf. Sie bieten einen seltenen Einblick in die düstere Seite des Pop-Art-Meisters.

Auch mehr als zwanzig Jahren nach seinem Tod besitzt Andy Warhol in der Kunstwelt einen klangvollen Namen. Er machte seinerzeit in den sechziger Jahren Popkultur und Alltagsgegenstände erstmals salonfähig. Inzwischen hat er längst einen festen Platz in den Museen zeitgenössischer Kunst und begeistert Sammler weltweit. Deswegen dürften auch die drei einmaligen Drucke, die von Warhol 1984 auf der Grundlage von drei berühmten Bildern Edvard Munch schuf, für hohe Gebote bei den Enthusiasten sorgen. Die Drucke werden am 19. September 2012 bei Sotheby´s in London versteigert.

Warhol übertrug die bekannten Motive des norwegischen Expressionisten in seine aussagekräftige und typische Bildersprache. Er überhöhte jeweils die wesentlichen Merkmale einer Figur mit beinahe cartoon-haften Zügen und ersetzte Munchs subtilere Palette mit den knallbunten Farbkombinationen der Pop-Art. Damit gelang es Warhol, seine persönliche und zeitgemäße Auffassung dieser von Angst und Verzweiflung geprägten Originale zu schaffen.

Warhol meets Munch: Die dunkle Seite der Pop-Art wird versteigert Warhol meets Munch: Die dunkle Seite der Pop-Art wird versteigert

Letztlich sollen diese Werke auch Andy Warhols eigene Obsession mit Sterblichkeit und Tod widerspiegeln - eine Furcht, die besonders in dem geisterhaften Selbstporträt in seiner Version von "Madonna und Selbstbildnis mit Skelettarm".

Die drei Drucke - "Der Schrei" (nach Munch), "Eva Mudocci" (nach Munch) und "Madonna und Selbstbildnis mit Skelettarm" (nach Munch) - stammen aus einer europäischen Privatsammlung und werden mit umgerechnet rund 630.000 bis 940.000 Euro bewertet.

 


Fotos: Sotheby's

Sotheby's website: www.sothebys.com