Kurvenkunst: Die besten Playboy-Cover

Was dem Playboy in den 1950er Jahren gewagt erschient, wirkt heute eher harmlos. Feuchte Hände bekommen dagegen gestandene Grafikdesigner, wenn sie eine alte Ausgabe in die Finger bekommen: Denn oftmals zierten die frühen Playboy-Hefte kleine Meisterwerke der Titelgestaltung.

Für Männer jenseits der 16 scheint es oft, als flirtete heute von jeder Playboy-Ausgabe dieselbe, photogeshoppte und flutschig-geölte Blondine vom Titel. Eigentlich schade, denn vor 60 Jahren, als Hugh Hefner mit seinem Playboy den amerikanischen Zeitschriftenmarkt im Sturm eroberte, war auch die Cover-Gestaltung eine Klasse für sich. Vor allem in den späten 1950er und 1960er Jahren wurde mit neckischen Grafiken, kreativen Kollagen und vielversprechenden, aber wenig enthüllenden Ausschnitten gearbeitet, um den hungrigen Männern des Landes den Ausgabenpreis von 50 Cent zu entlocken. Herr über die Titel war seit den frühen Playboy-Tagen der Grafikdesigner und Art Director Art Paul , der auch den Hasen im Logo entworfen hatte. 

Ein Art Director namens Art

Art Paul hatte im Chicago Institute of Design beim Bauhaus-Professor László Moholy-Nagy studiert und lernte Hugh Hefner über einen gemeinsamen Bekannten kennen. Als dieser 1953 nach einem Grafiker für sein eigenes Magazinprojekt suchte, sagte Art Paul spontan zu – und blieb rund 30 Jahre als leitender Kreativer an Bord. Zusammen mit lokalen Illustratoren wie Leo Bellin, Roy Schnakenberg, Ed Paschke und Seymour Rosofsky entwickelte Art Paul einen phantasievollen Stil, der immer wieder mit dem Hasenmotiv spielte und über die Jahre mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig machte er die Illustration als Kunstform salonfähig – von vielen Grafikern wird er als Wegbereiter des „Illustration Liberation Movement“ gefeiert. 

Weitere Informationen über Art Paul finden Sie auf der Website des Art Directors Club unter adcglobal.org.