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Warum ist diese extrem seltene Alpine noch immer so günstig?

Mit der A610 nahm Alpine Anfang der Neunziger den Porsche 911 ins Visier, doch es entstanden nur 818 Exemplare. Noch seltener ist die Sonderserie Magny-Cours, von der nur 31 Stück gebaut wurden. Osenat versteigert nun eines davon auf der Époqu’auto.

Alpine hatte große Hoffnungen in die A610 gesetzt und wollte mit ihr unter anderem dem Porsche 911 der Generation 964 so einige Kunden abjagen. Im Grunde handelte es sich bei dem Coupé um eine Weiterentwicklung des Vorgängers Alpine GTA, was vielen potenziellen Kunden offenbar nicht genug war. Insgesamt wurden in Dieppe zwischen 1991 und 1995 nur 818 A610 gebaut, die allesamt von demselben 3,0 Liter großen und 250 PS starken Turbo-V6 aus der PRV-Motorenfamilie angetrieben wurden. Das lag auch am Preis: Mit rund 396.000 Francs bei der Markteinführung war die normannische Flunder zwar günstiger als der billigste Porsche 911, aber etwas teurer als ein vergleichbarer Porsche 968.

Nach dem enttäuschenden Start wollten die Franzosen die Verkäufe mit Sondermodellen ankurbeln. Eines davon war die A610 Magny-Cours, die die Renault-Tochter im Juni 1992 als Hommage an Nigel Mansells Sieg beim Großen Preis von Frankreich 1991 auf der gleichnamigen Rennstrecke vorstellte. Erkennbar ist diese Version an ihrem spezifischen perlgrünen Lack, der sich auch auf den Felgen wiederfindet, sowie an den Magny-Cours-Schriftzügen auf den Türen und Einstiegsleisten. Innen war die Edition serienmäßig mit schwarzem Leder, einer nummerierten Plakette und einem CD-Player ausgestattet. Mit 449.500 Francs kostete sie 33.000 Francs mehr als die normale A610, die 1992 mit 416.500 Francs in der Preisliste stand.

Mit nur 31 gebauten Exemplaren ist die Magny-Cours sogar seltener als der Porsche 911 Carrera RS 3.8 der Generation 964, von dem 1993 lediglich 55 Straßenversionen entstanden. Während die in Weissach handgebaute Leichtbau-Ikone heute aber teils Millionenbeträge erzielt, ist die perlgrüne Französin für einen Bruchteil davon zu haben. Das Auktionshaus Osenat bringt am 7. November bei seiner Youngtimer-Auktion im Rahmen der Époqu’auto in Lyon das Exemplar mit der Nummer 15 unter den Hammer. Der Schätzpreis liegt bei 40.000 bis 65.000 Euro. Die Gründe für den Preisunterschied liegen auf der Hand: Die A610 war ein Verkaufsflop und stand stets im Schatten des 911. Ihr PRV-V6 war ein Großserienmotor, der auch in Familienlimousinen wie dem Renault 25 oder dem Peugeot 605 arbeitete, und bei der Verarbeitungsqualität konnte sie mit Porsche nicht mithalten. Hinzu kommt, dass Renault den Markennamen Alpine nach dem Produktionsende 1995 für mehr als zwei Jahrzehnte auf Eis legte, sodass lange kein Hype die Preise treiben konnte.

 

 

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