
Der Scheunenfund: Ferrari 250 GTO
Dieser Ferrari 250 GTO mit der Chassisnummer 3589GT ist als eines von nur acht rechtsgelenkten Exemplaren und als Teil der ursprünglichen ersten Serie von 36 GTO besonders bedeutend. Wie seine Artgenossen wurde er für GT-Rennsport auf höchstem Niveau gebaut. Auf eine erfolgreiche frühe Rennkarriere folgte eine der außergewöhnlichsten Überlebensgeschichten der Motorsportgeschichte. Das Auto stand über Jahre im Freien, ehe es wiederentdeckt, restauriert und schließlich als legendärer „Scheunenfund“ der goldenen GT-Ära bewahrt wurde.

Der Überlebende: BMW 328
Dieser BMW 328 „Bügelfalte“ ist der einzige Sonder-Roadster, der in BMWs Münchner Werk für die werkseigene Rennabteilung gebaut wurde – und das einzige Mille-Miglia-Fahrzeug dieses Typs, das in einem weitgehend originalen, unrestaurierten Zustand erhalten geblieben ist. Es spielte eine Schlüsselrolle bei BMWs Mille-Miglia-Einsatz von 1940, hatte aber auf dem flachen Hochgeschwindigkeits-Kurs in der Po-Ebene gegenüber den geschlossenen 328-Coupés Nachteile und kam so nur auf den sechsten Platz. Das Auto gelangte im Zuge sowjetischer Reparationsforderungen nach dem Krieg in den Osten und über Riga 2001 schließlich zurück nach Deutschland.

Der Mangusta aus Kill Bill
Der De Tomaso Mangusta ist eine von Giorgetto Giugiaro gestaltete Ikone der späten 1960er-Jahre, angetrieben von einem Ford-V8 und als bewusstes „Anti-Cobra“-Statement konzipiert, das De Tomasos Platz in der Sportwagenwelt zementierte. Dieses außergewöhnlich originale Exemplar mit extrem niedrigem Kilometerstand erlangte zusätzlichen Kultstatus durch seinen Auftritt im zweiten Teil von Quentin Tarantinos Action-Epos „Kill Bill: Volume 2“ aus dem Jahr 2004, wo es als symbolisches Bindeglied zu den Auftragskillern des Films diente – ein unverhofftes zweites Leben in der Popkultur.

Das vergessene Hypercar
Als höchste Entwicklungsstufe von Ferdinand Piëchs W12-Konzept wurde der Volkswagen W12 Nardò von Italdesign unter Giorgetto Giugiaro gebaut, um Volkswagens Fähigkeit zu beweisen, neben seinen Großserienautos auch einen echten Supersportwagen zu entwickeln. Er ist das einzige in Privatbesitz befindliche Exemplar der W12-Prototypen und verkörpert den Höhepunkt des Programms: Mit Langstrecken- und 24-Stunden-Geschwindigkeitsrekorden in Nardò ebnete er direkt den Weg für spätere Hochleistungsmodelle wie den Bentley Continental GT und den Volkswagen Phaeton – und beeinflusste sogar den Bugatti Veyron.

Der Bugatti Type 37 des Le-Mans-Gründers
Der Bugatti Type 37 ersetzte den Brescia mit einem leichteren 1,5-Liter-Vierzylinder mit rund 60 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 150 km/h. Er war technisch eng mit dem Type 35 verwandt, rollte jedoch auf einfacheren Drahtspeichenrädern. Dieses späte Exemplar von 1929 ist besonders bedeutend, da es von Charles Faroux, dem Mitbegründer der 24 Stunden von Le Mans, geordert wurde und über Jahrzehnte dank seiner ihn pflegenden Besitzer bemerkenswert original erhalten blieb.

Rückkehr von Isotta Fraschini
Dieser Isotta Fraschini 8C Monterosa (Chassis #01) aus dem Jahr 1947 ist eines von nur fünf Vorserienmodellen, mit denen sich die Mailänder Marke als Luxusautohersteller neu erfinden wollte. Er hat als eines der radikalsten automobilen Experimente des Italiens der späten Vierzigerjahre Geschichte geschrieben. Besonders bemerkenswert sind sein Heckmotor-Layout, der von Lampredi entwickelte V8 und die einzigartige zweitürige Coupé-Karosserie von Touring, die dieses hochambitionierte, letztlich aber nie in Serie gegangene Modell zu einem echten Unikat machen.

Der Testarossa des Advokaten
Dieser Ferrari Testarossa Spider ist ebenfalls ein echtes Einzelstück: Es wurde 1986 von Pininfarina als einzige offizielle Cabrio-Version von Ferraris Achtzigerjahre-Flaggschiff gebaut und anschließend an Fiat-Chef Gianni Agnelli höchstpersönlich ausgehändigt – dem wohl bekanntesten Industriemagnaten Italiens. In elegantem Silber mit zwei hellblauen Streifen an den Flanken und makelloser Provenienz ist es der perfekte Villa-d’Este-Concours-Kandidat: selten, stilsicher und untrennbar mit der Industriegeschichte Italiens verbunden.

Der Veyron-Prototyp
In Pearl und Ice Blue lackiert ist dieser Bugatti Veyron „Prototype 5.1“ eines von nur sechs seriennahen Vorserienfahrzeugen. Damit spielte er eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Freigabe des Veyron für die Serienproduktion unter der Führung des Volkswagen-Konzerns. Er diente als wichtigstes Hochgeschwindigkeits-Test- und Validierungsfahrzeug – insbesondere für die Aerodynamik, die Reifenentwicklung mit Michelin und Stabilitätstests – und war zugleich das Fahrzeug, das bei bedeutenden Presseveranstaltungen und offiziellen Präsentationen eingesetzt wurde.

Der letzte Ghia-Ferrari
Dieser Ferrari 375 MM mit der Chassisnummer 0476 AM ist der vorletzte von 23 gebauten straßentauglichen 375 MM und der einzige mit einer von Ghia gezeichneten Karosserie. Er wurde 1954 vom amerikanischen Geschäftsmann und Rennstallbesitzer Robert Wilkie in Auftrag gegeben und verband den von den Formel-1-Ferraris abgeleiteten Lampredi-V12 mit einer ungewöhnlichen zweifarbigen (Salmon Pink / Anthracite Grey) Fastback-Coupé-Karosserie. 1955 wurde dieser letzte Ghia-Ferrari auf dem Turiner Salon enthüllt, ehe er als Neuwagen in die USA verschifft wurde.

Balbos Otto Vu
Dieser SIATA 208 CS Balbo Berlinetta ist eines von nur etwa 30 bis 35 je gebauten SIATA-208-V8-Sportwagen und eine von nur sechs bekannten überlebenden Balbo-karossierten Berlinettas – damit gehört er zu den seltensten Varianten der gesamten Modellreihe. Er verkörpert den Höhepunkt von SIATAs Ambitionen als kleines Turiner Ingenieursunternehmen: ein leichter hauseigener Rohrrahmen, Fiats „Otto Vu"-V8 und eine maßgefertigte Karosserie. Dieses Exemplar blickt auf eine bemerkenswert internationale Vorgeschichte mit Aufenthalten in Italien, Frankreich, Deutschland und den USA zurück.
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