Der Weinbauer Ferruccio Lamborghini und das Blut des Miura

Vom Traktorfabrikanten zum Sportwagengott – dieser Werdegang von Ferruccio Lamborghini ist hinreichend beschrieben worden. Weniger bekannt ist jedoch, dass Lamborghini ab 1974 in die Landwirtschaft zurückkehrte. Und ein zweites Leben als Winzer führte.

Das Hobby zum Beruf zu machen - das gelingt nicht vielen Menschen

Das Hobby zum Beruf zu machen - das gelingt nicht vielen Menschen. Ferruccio Lamborghini, 1916 in einem kleinen Dorf in der Emiglia-Romagna als Sohn einer Winzerfamilie geboren, ist es gleich mehrmals geglückt. Die Geschichte vom erfolgreichen Traktorfabrikanten, der sich mit Enzo Ferrari anlegt und schließlich aus Trotz seinen eigenen Sportwagen baut, ist im 50. Jubiläumsjahr von Automobili Lamborghini unzählige Male erzählt worden. Nachdem in den frühen Siebzigerjahre aufgrund der Ölkrise die Nachfrage nach rasanten Sportwagen dramatisch einbrach, und auch die Traktoren sich nicht mehr richtig verkaufen wollten, veräußerte Ferruccio Lamborghini seine Anteile und kehrte zu seinen Wurzeln zurück – dem Weinbau.

Das Blut des Miura

Bereits 1971, während eines Urlaubes in Umbrien, hatte sich Lamborghini in die sanften Hügel in der Nähe des Lago Trasimeno und das malerische mittelalterliche Dörfchen Panicale verliebt – und kurzerhand das Weingut „La Fiorita“ erstanden. Nachdem er sich 1974 aus dem Geschäftsleben zurückgezogen hatte, verschrieb er sich dem Projekt mit voller Passion: Er pflanzte verschiedene Rebsorten und beließ es nicht bei den typischen regionalen Sorten Sangiovese und Ciliegiolo, sondern kultivierte auch Merlot und Cabernet Sauvignon. Doch weil Lamborghini italienische und französische Weinsorten mischte, erhielt er zunächst nicht das offizielle DOC-Siegel, und musste seine Produkte als einfachen Landwein verkaufen.Dennoch waren die Rotweine bei Kennern sehr beliebt - und unter dem Namen „Sangue di Miura“ (zu Deutsch „das Blut des Miura“) über die Grenzen Italiens bekannt.

Nach dem Tod von Ferruccio Lamborghini im Februar 1993 übernahm seine Tochter Patrizia das Weingut mit 100 Hektar Grund und 32 Hektar Weinbergen. Heute lohnt sich ein Besuch nicht nur wegen der drei prämierten Weine Campoleone, Trescone und Torami – auch das Agriturismo mit Appartments und einem Restaurant mit regionaler Küche sowie ein Golfclub locken nach Panicale. 

Weitere Informationen zu den Weinen von Lamborghini sowie dem Weingut erhalten Sie unter lamborghinionline.it.