Zenith und Land Rover beweisen, dass Autos und Uhren ein ideales Gespann sind

Automobile und Luxusuhren haben seit Jahrzehnten eine innige Verbindung. Warum wohl? Anlässlich der Präsentation der ersten Zusammenarbeit zwischen Range Rover und Zenith bat Classic Driver drei Experten aus der Auto- und Uhrenwelt um ihre Meinung dazu.

Wir sind in Paris, um den ersten Spross der noch jungen Partnerschaft zwischen Zenith und Land Rover zu erleben: eine stilvolle Edition des traditionsreichen El Primero-Chronographen, der von Range Rover inspiriert wurde. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, uns mit Jean-Claude Biver, als Präsident der Watch Division von LVMH zuständig für die Konzerntochter Zenith und passionierter Käsemacher, Aldo Magada, CEO von Zenith sowie Gerry McGovern, Land Rovers Designchef, über diese vermutlich langfristig angelegte Allianz zu unterhalten.

Gegensätze ziehen sich an

Wie kommt es, dass ein zukunftorientiertes Unternehmen wie Land Rover und ein Exponent des klassischen Schweizer Uhrenhandwerks Gemeinsamkeiten für Synergieeffekte entdecken? „Wenn man einen luxuriösen Range Rover besitzt, dann hat man meist auch eine Luxusuhr”, meint McGovern. „Wir fühlten uns von Zenith angesprochen, weil die Marke in der Uhrenbranche einen sehr guten Ruf genießt, wie eben auch Range Rover.” Magada ist auch dieser Meinung, denn das britische SUV sei ein Meilenstein wie die El Primero, der weltweit erste Automatikchronograph. Übrigens entstanden Auto und Uhr beide im Jahr 1969, ein Umstand, der, wie Biver verrät, erst nach der Vereinbarung ans Licht kam. 

Eine untrennbare Verbindung

Diese tiefgreifende Verknüpfung zwischen Uhren und Automobilen, der faszinierende Gegensatz zwischen einem kleinen, juwelenartigen Gegenstand und einem vergleichsweise riesigen Auto bewegt immer mehr Marken, wie man an der erfolgreichen Partnerschaft zwischen Bentley und Breitling beobachten kann. „Wenn wir einmal ehrlich sind: Kein Mensch braucht Premiumfahrzeuge oder Luxusuhren,” meint McGovern. „Ihr Smartphone hat eine präzisere Zeitmessung als jedes mechanische Uhrwerk. Der Unterschied liegt darin, dass Menschen diese Uhren begehren, eine emotionale Verbindung zu ihnen aufbauen, etwas besitzen, dass sie wertschätzen und pflegen.” Die drei Experten waren sich einig, dass die Beziehung zu einer Uhr stärker als die zu einem Auto ausgeprägt ist, weil der Zeitmesser direkten Kontakt mit der Haut hat. 

Die Partnerschaft zwischen Zenith und Land Rover entstand Anfang 2016 nach einem zufälligen Treffen zwischen Biver und McGovern. Danach folgten monatelang intensive Beratungen zwischen den beiden Teams. „Wir wollten die El Primero nicht grundsätzlich verändern, sondern überlegen, wie wir ihr Range Rover-Merkmale übertragen können, zum Beispiel durch die Keramiklegierung des Aluminiumgehäuses,” erklärt McGovern. „Wir wollten sie weniger komplex gestalten - nach dem selben Prinzip, das wir auch anwenden, wenn wir unsere Autos und vor allem deren Innenräume entwerfen.”

Ein pragmatischer Ansatz

Dass Magada angesichts der eher schwierigen Situation der Schweizer Uhrenindustrie pragmatisch denkt, ist nachvollziehbar. „Zenith hat eine spezielle Thematik. Es handelt sich um eine Nischenmarke, die man in vielen Ländern kaum vom Hörensagen kennt. Durch die Verbindung mit Land Rover, einer Marke, die gerade in Regionen wie dem Mittleren Osten und den USA über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügt, können wir uns auch in diesen Märkten präsentieren.” Ist die El Primero ein ebenbürtiges Pendant zum Range Rover? Magada meint dazu: „Mit diesem Geländewagen kann man tagsüber Offroad unterwegs sein und abends an der Oper vorfahren, und die Zenith ist ebenfalls bei sportlichen Aktivitäten genauso angebracht wie beim Besuch einer Fashion Show in Paris.” Autos und Uhren - doch ein unschlagbares Paar.

Fotos: Zenith, Range Rover, Corinna Fromm Communications