Wir starten mit Rennsport-Mogul Patrick Peter in die neue Saison

Ehe die Ampel zum ersten historischen Motorsport-Event des Jahres 2019 am übernächsten Wochenende in Barcelona auf Grün springt, trafen wir uns mit Patrick Peter, dem Chef des Event-Organisators Peter Auto. Um aus erster Quelle zu erfahren, auf welche Spektakel wir uns schon jetzt freuen dürfen...

„2019 wird ein sehr gutes Jahr für uns“, prophezeit Patrick Peter zum Beginn unseres Interviews auf dem Peter Auto-Stand der Rétromobile 2019. Auf dem ein McLaren F1 GTR „Langheck“ als Eyecatcher dient. Wir wollen mit dem großen „Macher“ die nächste historische Motorsportsaison besprechen - die am 5. April mit Esprítu de Montjuic auf dem Circuit de Catalunya beginnt. „Wir kommen zurück nach Monza und Paul Ricard. Dazu haben wir natürlich die Tour Auto im April und – nach einem Jahr turnusmäßiger Pause - Chantilly Arts & Elegance im Juni.“

Seit über drei Jahrzehnten ist Peter bereits als Promoter von Motorsportevents aktiv, darunter für die populäre BPR Global GT Serie und die moderne Interpretation der Tour de France Automobile, die er 1992 aus der Taufe hob. Heute gehört er zweifellos zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Welt des historischen Rennsports. Seine Organisation Peter Auto wird heuer nicht weniger als neun Events ausrichten, darunter Straßenrallyes wie die Tour Auto und die Rallye des Legendes, den spektakulären automobilen Schönheitswettbewerb Chantilly Arts & Elegance und eher konventionelle Motorsport Meetings wie die Rennen in Spa und auf dem Hungaroring. 

Mit über 240 Nennungen, zum Teil aus so weit entfernten Ländern wie Japan, und einem glorreichen Potpourri klassischer Rennwagen zählt die Tour Auto seit jeher zu den beliebtesten Events des Jahres. Auf der Rétromobile, so Peter, sei er regelrecht überflutet worden mit Anfragen von Leuten, die unbedingt auf die Nennungsliste der diesjährigen Ausgabe kommen wollten. Und denen er mit Bedauern absagen musste. „Wir werden 2019 eine neue Streckenführung haben“, sagt er. „Normalerweise starten wir in Paris und ziehen dann entweder nach Südwesten oder Südosten weiter. Doch alle zehn Jahre bleiben wir im Norden Frankreichs. Dieses Jahr geht es daher von Paris über Dijon, Vichy und Lyon nach Deauville.“ Zwischen einigen der schönsten Straßen, die Frankreich zu bieten hat, werden wie immer Prüfungen auf Rennstrecken eingestreut, darunter 2019 Magny-Cours und Le Mans. 

Wie immer wird es bei der Tour Auto auch wieder ein spezielles Thema geben. In diesem Jahr widmet es sich den vergessenen englischen Marken Frazer-Nash, Healey, Triumph und Sunbeam. „Wir versuchen immer, eine möglichst große Bandbreite an Autos anzuziehen, was nicht immer einfach ist. Zwar gibt es eine Liste mit Auswahlkriterien, doch wenn einer mit so etwas Ausgefallenem wie einem Borgward oder Ballot kommt, werde ich sofort ‚Ja’ sagen!“ Übrigens hat für 2019 auch ein gewisser Herr Vatanen gemeldet.

Der alle zwei Jahre laufende Schönheitswettbewerb Chantilly Arts & Elegance geht am 30. Juni in den Parkanlagen des majestätischen Schlosses von Chantilly über die Bühne. Der erstmals 2014 abgehaltene Concours hat sich zu einem der europäischen Top-Events gemausert. Weil er anfangs noch im September lief, trat er jedoch in Konkurrenz zu anderen hochkarätigen Veranstaltungen wie dem Goodwood Revival und der Frankfurter IAA. Als Folge zog Peter den Termin auf Juni vor, jeweils im Jahreswechsel alternierend mit Le Mans Classic. 

„Ich denke, Chantilly gehört zu den besten Concours Europas“, sagt Peter stolz. „2019 haben wir wieder einige Spezialthemen: Eine Hommage an Bentley zum 100-jährigen Jubiläum, eine Klasse im Concours d’Etatfür Autos aus der Feder von Marcello Gandini und eine Feier mit Fahrzeugen der Vorkriegsmarke Ballot.“ Unter den sechs Exponaten des französischen Herstellers wird auch spezielles Exemplar aus der amerikanischen Miles Collier Collection sein. Chantilly hält auch einen Concours d’Elegancein seiner ehrlichsten und originalen Form ab: für zeitgenössische Autos, die einen Ausblick auf die Zukunft der Mobilität werfen. „Wir beurteilen nicht nur die Autos, sondern auch den Dress der Damen, die mit ihnen paradieren, so wie es früher üblich war. Eine sehr französische Tradition!“

Um verstärkt jüngeres Publikum anzusprechen, wird Chantilly auch eine Bühne für grandiose GT-Sportwagen aus den 90er- und 00-er-Jahren bieten – man denke an McLaren F1, Porsche 993 GT2, Dodge Viper oder Maserati MC12. „Ich habe ja damals mit dafür gesorgt, dass wir im Zuge der 1994 neu lancierten BPR-Serie solche Autos auf die Rennstrecken brachten“, erinnert sich Peter. „Die Serie war damals sehr erfolgreich. Weil die Autos den Fans bekannt waren und eine hohe Qualität besaßen – man nehme nur den McLaren F1, der heute zu den weltweit wertvollsten Modellen zählt.“ 

Die Inklusion dieser Fahrzeuggattung in Chantilly folgt auf die Endurance Racing Legends Serie, welche Peter Auto in Form von Hochgeschwindigkeits-Demofahrten bei seinen Events der Saison 2018 zu Gast hatte. Die Demo bei Le Mans Classic, mit fast 100 Modellen vom Saleen S7 bis zum Toyota GT-One, zählte zu unseren Highlights des Jahres. 2019 nun wird Peter Auto erstmals drei „echte“ Rennen für diese Boliden ausrichten, in Barcelona, Spa und Monza. „Ich wäre ehrlich gesagt lieber bei den Paraden geblieben“, gesteht Peter. „Aber wir fanden heraus, dass die Besitzer unbedingt Rennen fahren wollten. So schlugen wir für 2019 diese drei Rennen plus zwei Demorunden vor.“ 

„Wir wollen an den wirklich hochkarätigen Autos festhalten. Nicht, weil sie teuer sind, sondern weil es in einem wettbewerbsorientierten Umfeld schwierig ist, wertvolle und weniger wertvolle Fahrzeuge zu mischen. Daher werden wir zum Beispiel keine LMP2-Autos akzeptieren. Die fahrerischen Qualitäten der Piloten variieren stark, und wir sollten nicht vergessen, dass sich die gesamte Serie vor allem an Amateurfahrer richtet. Die am Steuer ihres Autos einfach nur viel Spaß haben wollen.“ 

All das zeugt vom Willen Peters, auf neue Trends zu reagieren und jüngere Zielgruppen anzusprechen. Was auch wir hier bei Classic Driver sehr begrüßen. „Um jüngere Fans zu begeistern, ist es wirklich wichtig, Vorkriegs-, Nachkriegs- und moderne Autos zu mischen. Denn ich bin mir sicher, dass viele von ihnen mit der Geschichte von Ballot nicht vertraut sind“, so Peter. „Wir haben nie das Gefühl, mit einem Event ‚fertig’ zu sein. Wir müssen ständig etwas ändern, denn wenn man ein Event dreimal besucht hat und immer wieder das gleiche Programm und die gleichen Autos und Fahrer zu sehen bekommt, bleibt man beim nächsten Mal vermutlich zuhause.“ 

Ehe er zu seinem nächsten Termin eilt, stellen wir Peter noch eine letzte Frage: „Wie wird Peter Auto in fünf Jahren aussehen?“ „Wir beendeten 2018 mit der ersten Bahrain Classic Challenge. Alle waren danach happy. Daher denke ich dass es ein Ziel sein sollte, in den folgenden Jahren ein Event im Nahen Osten zu organisieren. Wir wollen zudem die Zahl der Events im Sommer erhöhen. Aber auch etwas in der Winterpause machen, und da wäre das Klima in Bahrain eine sehr gute Lösung. Lassen Sie sich überraschen!“

Fotos: Rémi Dargegen / Robert Cooper / Mathieu Bonnevie für Classic Driver © 2019 

Die Erstellung dieses Beitrags wurde freundlich unterstützt von Peter Auto. Wenn Sie an einem der zahlreichen Events von Peter Auto in der Saison 2019 teilnehmen wollen, dann besuchen Sie die offizielle Website, auf der Sie alle Informationen finden, darunter alle Nennungsformalitäten.