Ring of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring

Weit über 500 Rennwagen haben den AvD-Oldtimer-Grand-Prix 2012 am Nürburgring zu einem wahren Festival des historischen Motorsports gemacht – ganz wie zu Zeiten der klassischen Grand-Prix.

Der 3,5-stündige AvD-Marathon auf der Nordschleife, das Abendrennen am Samstag mit Le Mans Start und die furiose Jaguar E-Type Challenge zählten zu den vielen Highlights.

Reichlich Adrenalin, der Duft von frischem und verbranntem Rennbenzin und unzählige Momente guter Stimmung lagen in der Luft, als der 40. Oldtimer-Grand-Prix den Nürburgring am vergangenen Wochenende in einen „historischen“ Ausnahmezustand rückte: Das war ein Renn-Wochenende wie aus dem Bilderbuch, mit Fahrzeugen der Extraklasse und zahlreichen packenden Renn- und Wertungsläufen. Angefangen mit dem historischen Marathon am Freitag, über Vorkriegs-Monoposto Rennen, Formel-1-Boliden, BMW M-Sonderläufen, der spektakulären Jaguar E-Type Challenge, bis hin zum Le Mans Start-Rennen mit zweisitzigen GT- und Rennwagen der Jahrgänge 1960 und 1961. Nahezu alle Marken waren beim OGP vertreten: von Alvis und Aston Martin, über BMW und Bristol sowie Cooper und Chevron. Das Alphabet der Klassiker erschien somit beinahe vollständig: denn natürlich waren auch Alfa Romeo, Bentley, Bugatti, Jaguar, Maserati, Ferrari, Lotus und Porsche mit von der Partie. Alleine Mercedes machte sich auf der Piste auffallend rar, wäre nicht Classic Driver Händler HK-Engineering gewesen, der seine rasanten Renn-Flügel an den Start brachte.

 

Ring of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring
Ring of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am NürburgringRing of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring

Und so sahen die Zuschauer auf den vollen Rängen letztlich bei allen Läufen prall gefüllte Starterfelder, in denen sich seltene und wertvolle Klassiker tummelten. „Wir haben mit deutlich über 50.000 Besuchern bei traumhaftem Wetter ein rundum gelungenes Jubiläum gefeiert“, freut sich Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, Präsident des AvD. Ein besonderes Highlight war das exklusiv zelebrierte BMW-M-Jubiläumsrennen. Der Hersteller aus München sorgte auf dem Nürburgring mit einem hervorragend besetzten Rennen für Furore, das wichtige Modelle aus vier Motorsportjahrzehnten präsentierte. Stars vergangener Tage, wie Leopold Prinz von Bayern, Johnny Cecotto, Dieter Quester, Marc Surer und Marc Hessel begeisterten die Zuschauer in den Boliden, die teilweise eigens aus dem Werksmuseum entnommen und wieder in rennfertigen Zustand versetzt worden waren.

 

 

Ring of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring
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Ebenfalls ein Publikums-Magnet: die Jaguar-Rennkatzen auf ihrer unerbittlichen Trophäen-Jagd. Spektakulär waren die beiden Läufe der E-Type Challenge am Samstag und Sonntag des OGP. In seiner zweiten Saison begeisterte der vom Historic Sports Car Club (HSCC) geführte Markenpokal im Rennen 8 mit einem Feld aus 22 Fahrzeugen, darunter zahlreiche begehrenswerte „Lightweight“-Roadster. Jaguar Heritage Racing Fahrer Alex Buncombe (GB) sicherte sich jeweils den ersten Platz in einem von JD-Classics vorbereiteten E-Type vor Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. Einfach atemberaubend war der schnelle „Formationsflug“ der Jagdkatzen auf der Start-Ziel Geraden. Im Rudel und als Alleinjäger schossen die E-Types an den tausenden Zuschauern auf Tribüne und an der Strecke vorüber.

 

 

Ring of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring
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Bereits am Freitag, dem 10. August, starteten die Gentlemen Racer von Jaguar Heritage Racing an der Nordschleife beim anspruchsvollen AvD-Historic-Marathon: mit einer bissigen Mk II Rennlimousine, Baujahr 1964. Das Fahrer-Trio bestehend aus Alex Buncombe (GB), Frank Klaas (D, GB) und Chris Ward (GB) brachte die dunkelgrüne Rennkatze mit der Startnummer 103 schnell und sicher über die insgesamt neunzehn Runden. Die beste Rundenzeit lag mit 9.14,97 Minuten auf hohem Niveau. Die drei Mk-II-Fahrer knüpften somit an alte Erfolge an. Schon vor 50 Jahren verwies die elegante Sportlimousine von Jaguar die Mitbewerber in die Schranken: zwischen 1961 und 1963 war es den Privatfahrern Peter Lindner und Peter Nöcker dreimal infolge gelungen, im Mk II das zur Europameisterschaft zählende ADAC 6-Stunden-Rennen zu gewinnen. Dabei schlugen sie 1963 mit ihrem 250 PS starken 3,8 Liter Jaguar nicht nur Werksteam von Mercedes-Benz, sondern schraubten auch ihre Rundenbestzeit auf 10.39,6 Minuten. Erwartungsgemäß bot auch der diesjährige beinharte Historic-Marathon packendes Renngeschehen. Bei bestem Eifelwetter donnerten 85 historische GT-Rennfahrzeuge und Tourenwagen über die Nordschleife und lieferten sich teils atemberaubende Verfolgungsjagden und Überholmanöver. Den Gesamtsieg holte sich hier der extrem schnelle mintgrüne Jaguar E-TYPE des Gotcha Historic Racing Teams mit Frank Stippler und Marcus von Oeynhausen.

 

 

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Ebenfalls im Rennfieber: das Team Meilenwerk Historic Racing. Originale AC Cobra, Alfa Romeo Zagato TZ, Alfa GTA, BMW M1, Jaguar C- und E-Type und Ferrari 250 SWB machten diesen Paddock zu einer viel besuchten Anlaufstelle im neuen Fahrerlager. Zusammen mit Bratke Motorsport und der Graber Sportgarage aus der Schweiz lieferte Meilenwerk Historic Racing zudem packendes Renngeschehen auf der Nordschleife und dem Grand-Prix Kurs. Ein besonderes Highlight konnten die geladenen Gäste zudem am Samstagabend genießen: Rennfahrer-Ass Jochen Mass kochte persönlich im Meilenwerk Airstream und servierte kurz vor dem großartigen GT-Rennen mit Le Mans Start ein echtes Racing-Risotto! Die rund 100 geladenen Gäste ließen es sich schmecken. Auch stark frequentiert: die Coys Auktion am Nürburgring. Sie fand am Samstag statt und hatte einige bemerkenswerte Fahrzeuge im Angebot.

 

 

Ring of Fire: Asphalt-Glühen beim 40. Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring
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Viele weitere Stars aus der Motorsportgeschichte fanden als Fahrer oder Besucher den Weg zum Nürburgring. Zu ihnen gehörte der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der beim 22. AvD-Historic-Marathon zum Auftakt des Wochenendes gemeinsam mit Dr. Armin Zumtobel im Porsche 911 hinter dem Jaguar E-Type von Frank Stippler und Marcus Graf von Oeynhausen als Zweitplatzierter abgewinkt wurde. Zu den Besuchern zählte auch Hans-Joachim Stuck, der Präsident des DMSB: „Der AvD-Oldtimer-Grand-Prix gehört für mich zu den Top-Oldtimer-Veranstaltungen in Europa“, erklärte der ehemalige Motorsport-Star. „Ich habe hier an diesem Wochenende viele Fahrzeuge gesehen, mit denen ich selbst gefahren bin oder mit denen ich im Rennen gefightet habe. Da wurden viele schöne Erinnerungen wach.“

 

Der OGP selbst geht auf die 1970er Jahre zurück. „Anfangs waren es 16 bis 20 Autos, doch die Idee sprach sich schnell herum“, schildert Hubertus Graf von Dönhof. Er war es, der zum ersten Meeting einlud und damit als Gründervater der Veranstaltung gelten darf. „Heute gehört der AvD-Oldtimer-Grand-Prix zweifellos zu den bedeutendsten historischen Rennveranstaltungen auf dem europäischen Kontinent.“ Besonders erfreulich: auch für die künftige positive Weiterentwicklung des AvD Oldtimer-Grand-Prix konnten die Veranstalter bereits entscheidende Weichen stellen. AvD-Präsident Fürst Löwenstein: „Für das Jahr 2013 werden wir uns wieder ein besonderes Highlight ausdenken. Nach Gesprächen mit den Insolvenzverwaltern des Nürburgrings wird auch die 41. Auflage definitiv wieder hier in der Eifel stattfinden.“



Fotos: Nanette Schärf

Die schönsten Impressionen vom OGP 2012 sehen Sie hier.

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