Suixtil kleidete die Rennsporthelden von Fangio bis Moss

Ihnen ist bei historischen Motorsport-Events rund um die Welt sicher schon das Suixtil-Logo aufgefallen, angenäht an ein Fahrerhemd oder angebracht an der Karosserie eines Klassikers. Dies ist die Geschichte der Bekleidungsmarke, die untrennbar mit der goldenen Zeit des Motorsports verknüpft ist.

Suixtil wurde Anfang der 1930er Jahre in Argentinien gegründet und schlug Kapital aus der wachsenden Popularität des Motorsports in Amerika. Schnell entwickelte sich die Firma zur Bekleidungsmarke der Wahl für professionelle Rennfahrer. Der Drahtzieher hinter Suixtil war Salomon Rudman, ein russischer Immigrant und leidenschaftlicher Motorsport-Enthusiast, der seinem Unternehmen zu großem internationalem Erfolg verhalf. 

Die erste professionelle Rennkleidung

Als der Automóvil Club Argentino 1948 das erste nationale Rennteam für die Teilnahme an Formel-1- und 2-Meisterschaften in Europa ins Leben rief, wurde Suixtil als Sponsor gewählt, um das Team mit hochwertiger Rennsportbekleidung auszustatten. Zum ersten Mal konnten Rennfahrer speziell für sie entworfene Kleidung tragen. Die Anzüge wurden aus Hitzeschutz-Materialien angefertigt und mit tiefen Taschen als nützlichem Stauraum sowie elastischen Bünden versehen, damit die Fahrer keine Gürtel brauchten.

Siegeszug durch die Fahrerlager

Suixtil trat anschließend seinen Siegeszug um die ganze Welt an: Fangio, Moss, Herrmann, Gendebien, González, Trintignant – um nur einige der berühmten und erfolgreichen Rennfahrer zu nennen, die stolz das Suixtil-Logo trugen. Sie alle demonstrierten die Angesehenheit und Beliebheit dieser Marke in der Welt des Motorsports der 1950er und 1960er Jahre. Für Fahrer in aller Welt wurde Suixtil ein Muss, wie ein schneller Blick durch relevante Bücher über Motorsportgeschichte zeigt: Auf vielen zeitgenössischen Fotos ist das berühmte Logo zu sehen.

Wie Phoenix aus der Asche

Nach dem Tod ihres Gründers Rudman schloss die Firma Suixtil 1967 ihre Pforten und die blieben geschlossen bis zum Jahr 2008, als der Franzose Vincent Metais die Marke wiederbelebte. Heute bietet Suixtil allerdings stilvolle und qualitative hochwertige Herrenbekleidung an. Im Zentrum steht die „Heritage“-Linie, die sich an die Suixtil-Rennkleidung vergangener Tage anlehnt. „Für uns war das eine ganz klare Sache“, erklärt Metais im Gespräch mit Classic Driver sein Motiv für die Wiederbelebung der traditionellen Marke. „Die Geschichte von Suixtil  muss erzählt werden, denn es ist eine Geschichte über Mut, Gottvertrauen und Unermüdlichkeit. Ich frage mich oft, was diese Jungs antrieb, Rennen zu fahren. Die einfachste Erklärung ist wohl, dass sie in der Gegenwart lebten, nicht in der Zukunft. Sie lebten stets im Jetzt und mir gefällt diese Philosophie. Es gibt sie auch heute noch, allerdings ist sie etwas zahmer geworden.“ 

Den Zeitgeist getroffen

Metais fördert die Attraktivität der wiederbelebten Marke Suixtil, indem er den historischen Motorsport unterstützt. Bei fast jeder Veranstaltung ist das Suixtil-Logo zugegen - auch wenn es sich nur um einen gut sichtbar angebrachten Aufkleber handelt. „Die Klassiker bei diesen Events stehen ja für den Spirit, den wir verkörpern. Also lag es nahe, dass wir unseren Bestellungen auch Suixtil-Aufkleber beilegten. Das war allerdings nicht unsere Idee, sondern einige Freunde fragten mich, ob wir auch Aufkleber hätten. Die Reaktionen darauf sind der Wahnsinn.“

Mehr als Kleidung

Genau wir damals geht es bei Suixtil um viel mehr als nur um Kleidung. „Unsere Marke verbindet uns mit einer Gruppe von Menschen, die genau wie wir von historischen Motorsport fasziniert sind“, freut sich Metais. „Die Kleidung ist natürlich eine tolle Sache, aber sie ist ein Vehikel, ein Medium für die Leidenschaft für diese Ära des Motorsports, die wir alle teilen.“ Metais hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und sein Enthusiasmus und seine Leidenschaft sind ansteckend. „Wir mussten das Rad nicht neu erfinden – es war ja mit Suixtil schon da und damals war es eine universelle Sache. Motorsport war der Ausdruck der Lebensfreude, die die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg empfanden und es war eine großartige Zeit.“

„Ich habe noch viel vor“

Angesichts des wachsenden Interesses an Klassikern und historischem Motorsport dürfte die Zukunft für Suixtil rosig aussehen. „Ich habe noch sehr viel vor“, verspricht Metais, „aber ich stehe auch mit beiden Beinen auf der Erde. Ich glaube Menschen gefällt die Tatsache, dass Suixtil authentisch ist. Es steht für eine Ära und die verändert sich nicht mehr.“  

Fotos: Suxtil, Tony Baker/Classic & Sports Car, Bernhard Völker, Vercelli Archives, Tom Burnside © santens.co, IMRRC at Watkins Glen, BARC Boys, Gene Bussian, CORSA Research, Archives Maurice Louche, Rémi Dargegen courtesy of RM Sotheby's, Classic Garage Marc Vogers, Peter Singhof.

Die gesamte Kollektion sowie mehr Informationen über die Geschichte des Unternehmens finden Sie auf der Suixtil-Webseite.