So haben Sie den WM-Sieg von James Hunt noch nie gesehen

40 Jahre sind vergangen, seit James Hunt im Regen von Fuji und trotz Problemen mit Reifen und Bremsen des McLaren M23 den WM-Titel 1976 errang. Nun setzt die neue digitale Reproduktion von Unique & Limited das epochale Ereignis in eine neue Perspektive.......

Das in Tschechien ansässige Digitalstudio Unique & Limited hat sich zum Ziel gesetzt, historische Momente in der Geschichte des Motorsports auf faszinierend neue und bislang so noch nie umgesetzte Weise zu rekonstruieren. Möglich gemacht durch eine clevere Montage aus am Computer generierten Bildern und Original-Fotografien. Das jüngste Kunstwerk rankt sich um eines der bis heute legendärsten Formel 1-Rennen aller Zeiten, den GP von Japan 1976 am Fuße des heiliges Berges Fuji. Nach einem zu Hollywood-Ehren („Rush“) gekommenen und über die ganze Saison führenden Duell mit Niki Lauda gewann der Brite James Hunt die WM mit nur einem Punkt Vorsprung. 

1976: Eine Saison epischen Zuschnitts

Sie sind wahrscheinlich vertraut mit der Dramaturgie dieser Saison.  Doch für all jene, die es nicht sind, hier ein wenig Hintergrund: Das Formel 1-Jahr 1976 ähnelte einem Hollywood-Thriller. McLarens neue Nummer Eins - dessen Kapriolen abseits der Strecke nicht selten seine Leistungen auf der Piste überschatteten - sah sich in ein erbittertes Duell mit Niki Lauda verstrickt. Dem im Vergleich zum Sunnyboy und Lebemann Hunt analytisch-kühlen Österreicher im Ferrari.

Zur Mitte der Saison hatte Lauda seinen berühmten Unfall auf der Nürburgring-Nordschleife. Im Abschnitt „Bergwerk“ kam er in einem schnellen Linksknick von der Ideallinie ab und prallte in die felsige Böschung. Dabei ging sein Ferrari in Flammen auf. Laudas Verletzungen waren so schwer, dass er im Krankenhaus bereits die letzte Ölung erhielt. Doch er überstand die kritische Phase und trat bereits sechs Wochen später beim Grand Prix von Italien in Monza wieder an. Mittlerweile hatte jedoch Hunt in Laudas Abwesenheit in der Punktetabelle aufgeholt, so dass alles auf einen Showdown auf dem Fuji Speedway hinauslief. Starker Regen und eine durch Nebelschwaden zusätzlich verschlechterte Sicht veranlassten Lauda, den 312 T2 nach nur zwei Runden abzustellen. Sein Argument: „Ich will mich nicht noch einmal umbringen...“ 

Statt Senna erst einmal Hunt

„Ursprünglich wollten wir einen Senna-Druck machen“, sagt uns Unique & Limited-Gründer Jan Rambousek. „Doch als wir McLaren kontaktierten, kam stattdessen die Idee eines James Hunt-Bildes auf, zur Erinnerung an seinen WM-Sieg vor 40 Jahren“. Obwohl die Jungs bei McLaren nach Erhalt der ersten handgefertigten Konzeptskizzen noch etwas skeptisch waren, konnten die „echter“ wirkenden Computer-Renderings sie dann sehr schnell überzeugen. Für die Zukunft haben sie daher auch einen Senna-Druck nicht ausgeschlossen...

Beim Thema Hunt-Fuji-McLaren ging es Unique & Limited als Erstes darum, einen Winkel zum Auto auszutüfteln, der a) zum Mount Fuji und b) zum satten gelben Loch im Himmel passte – das Wetter klarte nämlich zum Rennende hin immer mehr auf. Diese Details waren dem Team um Rambousek sehr wichtig. Danach stand das Rendering von Hunts McLaren M23 an. Ein extrem komplexer Prozess, der insgesamt drei Monate dauerte. Dazu nutzten die Digital-Virtuosen neben Fotos aus dem McLaren-Archiv tausende Bilder, die von einem ähnlichen M23 beim diesjährigen Goodwood Festival of Speed aufgenommen wurden (das tatsächliche Hunt Siegerauto gehört übrigens Bernie Ecclestone). „Es handelt sich um das bislang detailreichste Modell, das wir je gemacht haben“, erklärt Rambousek. „Zum Beispiel zeigen wir anders als bei vielen früheren Motiven große Teile des Motors und weitere mechanische Komponenten.“ 

Ganz der Vater...

Übrigens war es ebenfalls in Goodwood, wo das Team erstmals James Sohn Freddie traf. Aufgrund der frappanten Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn überredete Rambousek Freddie, bei der Anfertigung des Bildes als Double von James zu fungieren. Wenngleich es am Ende nur um die Augen ging. „Freddie kam also für die Fotosession nach Prag. Und das Erste, was er uns sagte, war: ‚Ich habe gehört, dass ihr hier gutes Bier und schöne Mädchen habt.’ Ich bin sicher, er kommt noch mal wieder!“  Wie sagt man doch: Wie der Vater, so der Sohn...

Während die Objekte im Vordergrund – das Auto, das Gras und die Leitplanke – am Computer entstanden, basiert alles andere auf Fotos und Landschaftsdaten. Denn die Geografie hat sich seit 1976 stark verändert – und der Teufel liegt bekanntlich im Detail. 

Sich in den Details verlieren

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„Wir konnten viele Bilder von James und dem Auto auftreiben, doch kein einziges war von hoher Qualität“, sagt Rambousek. „Daher mussten wir die exakten Bedingungen zu dieser Phase des Rennens recherchieren, also auch den genauen Zustand des M23.“ In der Tat betrachte man zum Bespiel die Reste von Klebeband rund um die seitlichen Kühler – das Tape wurde abgerissen, nachdem sich das Wetter gebessert hatte. Oder den Gipfel des Mount Fuji. Normalerweise trägt er eine Schneekappe, jedoch nicht in jenem Jahr. Als Beweis galt dem Team ein einziges Foto, aufgenommen während des Trainings am Vortag! „Wir simulierten auch, wie Wasser über das Auto lief“, enthüllt Rambusek. „Um so die exakte Position von Wassertropfen und Spritzern nachzubilden.“

Der fertige Druck ist einfach nur spektakulär und animiert den Betrachter, sich in den unglaublich fein ausgearbeiteten Details zu verlieren. „Wie bei all unseren Drucken ging es darum, einen Moment abzubilden, den man damals in einer solchen Farbqualität und Auflösung nicht hätte darstellen können“, betont Rambousek. McLaren Boss Ron Dennis persönlich segnete den Druck ab, und McLaren wird eine als Unikat angefertigte Kopie im Format 260x110 Zentimeter erhalten. Entweder für das Technology Center oder eine Wohltätigkeitsaktion. Darüber hinaus wird Unique & Limited wie schon bei anderen Produkten zuvor eine Reihe von Postern auflegen. Diesmal mit Bezügen zu Hunt und mit Hilfe von Renderings seines Formel 1.  

Das größere Bild

„Die Ursprungsidee war ein ‚Hero Shot’ vom Rennen, mit dem Auto und den katastrophalen Wetterverhältnissen als Haupthemen“, fasst Rambousek zusammen. Doch selbst der flüchtigste Blick auf dieses Kunstwerk bringt die Erinnerung an einen wahrhaft epischen Grand Prix und – sicher noch wichtiger – einen der charismatischsten Rennfahrer nicht nur seiner Epoche zurück: James Hunt.

Fotos and video: Unique & Limited.

Sie finden Bestellmöglichkeiten und zusätzliche Informationen zu Unique & Limited’s wunderbaren Drucken und Postern auf der offiziellen Website.