Pullman Editions und die Renaissance der Art Deco-Poster

In ihrer Galerie im Herzen Londons erschaffen Pullman Editions moderne und bezahlbare Interpretationen von Art Deco-Postern. Die echten Plakate sind längst rare Sammlerstücke, für die längst astronomische Preise verlangt werden. Classic Driver unterhielt sich mit Gründerin Georgina Khachadourian

Seit der Gründung im Jahr 2010 entwirft Pullman Editions zeitlose Plakate im Stil des Art Deco, deren Sujets aber weiter reichen, als die lebhaften Vorkriegseditionen, die als Eyecatcher vor allem für mondäne Urlaubsorte warben. Das Kerngeschäft von Pullman Editions bilden Plakate, die thematisch zusammengefasst wurden wie beispielsweise jene, die Automobilmarken wie Ferrari, Bentley oder Alfa Romeo gewidmet sind, sowie typische Designs für Urlaubsdestinationen und Wintersport. „Weil es nur ein endliches Angebot an erhaltenen Originalen in einem stetig wachsenden Sammlermarkt gibt, schießen die Preise durch die Decke. Ein seltenes Wintersportplakat kann bis zu 30.000 Pfund kosten,” erzählt Georgina Khachadourian in ihrem Geschäft im Londoner Stadtteil Chelsea. „Für viele ist es einfach unvorstellbar, so viel Geld für ein Poster auszugeben  so kamen wir auf die Idee für dieses Business.”

Eine Frage der Balance

„Wir geben diese Arbeiten bei einem hauseigenen Künstler in Auftrag. Zur Zeit arbeiten wir exklusiv mit Charles Avalon  wir bitten ihn, ein Design auf der Grundlage traditioneller Methoden zu entwickeln, das sich für eine limitierte Druckserie eignet. Jeden Druck verkaufen wir dann für 395 Pfund. Jede Edition ist auf 280 Drucke limitiert, denn wir haben festgestellt, dass diese Zahl ein gutes Gleichgewicht zwischen Sammlerwert und Finanzierbarkeit herstellt. Gleichzeitig haben wir immer mehr Einzelaufträge beispielsweise von einem Kunden, der sein Auto in diesem Stil dargestellt haben möchte, oder einem Hotel, das ein Resort-Poster für jedes der Gästezimmer bestellt.” Pullman hat übrigens seit der Gründung des britischen Concours of Elegance auch das offizielle Plakat des Wettbewerbs erschaffen. Classic Driver durfte einen Blicke auf das Original des jüngsten Concours-Poster werfen, ehe es an seine neue Heimat im Mullin Museum in Los Angeles verschickt wurde.

Frei interpretiert

„Wir haben den Stil der Poster nicht nur im Bereich der Farbigkeit aktualisiert, damit sie besser zu modernen Interieurs passen, wir haben auch das, was dargestellt wird, zeitgenössischer gestaltet. St. Moritz und Gstaad sind heute so attraktiv wie in den zwanziger Jahren, aber Orte wie Verbier oder Courchevel sind erst später auf der Wintersportkarte aufgetaucht. So ist es auch mit den automotiven Plakaten, wo einige der Sujets zwar erst drei oder vier Dekaden nach dem Art Deco auftauchten, dennoch in diesem Stil natürlich und überzeugend wirken. Kurioserweise ist das Poster, das den Ferrari California Spider an der Cote d'Azur zeigt, unser Bestseller. Ein anderer Favorit der Kunden ist das Plakat des Concorso d'Eleganza Villa d'Este von 1963 - nur, dass der Event in dem Jahr garnicht stattfand. Das erlaubte uns genug kreative Freiheit, um die Lücke auf unsere Art zu füllen.”

Fotos: Amy Shore for Classic Driver

Weitere Informationen erhalten Sie beim Besuch der Website von Pullman Editions.