Wie wohnt es sich in einer Utopie?

Selten war der Konsens in Architektur und Innengestaltung so groß wie in dieser Zeit – dem wirken uninspirierter Einrichtungsmagazine und trendhörigen Instagram-Influencern sei dank. Dabei gab es auch Zeiten, in denen die Wohnphantasie über Eames-Sessel und Rams-Regale hinausging.

Nicht nur im Automobildesign wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das Rad neu erfunden – auch die Architektur der Fünfziger- bis Achtzigerjahre war experimentierfreudig wie selten zuvor. Der bei Gestalten erschienene Bildband „Inside Utopia – Visionary Interiors and Futuristic Homes“ zeigt auf 288 Seiten einen inspirierenden Querschnitt der radikalsten und ungewöhnlichsten Wohnbauten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die offenen Grundrisse und Betonstrukturen des Mid-Century-Stils, der von Architekten wie Charles & Ray Eames oder John Lautner meisterhaft beherrscht wurde, fasziniert noch immer. Und dass durchaus nicht mehr immer die Funktion die Form bestimmte, lässt sich vor allem an postmodernen Wohnorganismen wie dem Palais Bulles von Antti Lovag oder den geometrischen Wunderland-Spielwiesen der Memphis-Gruppe bestaunen. Wer einen letzten Grund sucht, um sich von der heimischen Ikea-Landschaft zu verabschieden, dem sollte dieses wunderbar vielfältige Buch den letzten Implus verschaffen. 

Fotos: Gestalten 

Das Buch "Inside Utopia" finden Sie im Webshop von Gestalten.