Händlerporträt: Pure Classics

Unverfälschte klassische Automobile im Sammlerzustand bestimmen das Angebot des Classic-Driver-Händlers Pure Classics. Inhaber Frank Strothe führte uns kürzlich durch den aktuellen Bestand und lud zu einer Ausfahrt mit der ehemals schnellsten Limousine der Welt ein.

Frank Strothe, Automobilenthusiast und rennstreckenerfahrener Gentleman-Driver, ging seiner Leidenschaft für klassische Automobile viele Jahre im privaten Rahmen nach. Am Wochenende etwa trainierte Strothe regelmäßig mit seinem klassischen Porsche-911-Rennwagen auf der nicht weit entfernten Nordschleife des Nürburgrings, um erfolgreich an historischen Rennen teilzunehmen. Diese Leidenschaft hat der gebürtige Rheinländer nun zum Beruf gemacht. Im kleinen, aber feinen Ausstellungsraum im nordrhein-westfälischen Rheinbach bei Köln finden sich ausschließlich Klassiker mit lückenloser Geschichte, vorzugsweise in unverfälschtem Originalzustand. Doch damit nicht genug, die Klassiker sind zudem in technisch und optisch einwandfreiem Zustand, denn Strothe verkauft keine Restaurationsobjekte. Im Gespräch erläutert Strothe, dass Klassiker im Originalzustand für ihn eine Antiquität darstellen, von der jede einzelne ihre persönliche Geschichte erzählt. Ein toprestaurierter Klassiker hingegen, der wenig originale Substanz aufweist, sei wie ein Neuwagen, der erst seine Geschichte schreiben muss.

Händlerporträt: Pure Classics

Einhundertprozentig perfekt sind Strothes Klassiker daher nicht, so etwa der 1971er 911 2,2 T mit Schiebedach und goldfarbenem Erstlack! Damals wurden noch Einschicht-Metalliclacke verwendet, die am Beispiel des Porsche-Klassikers im Sonnenlicht scheinbar fluoreszieren. Der Erstlack hat im Laufe der Jahrzehnte und Kilometer, die er zurückgelegt hat (aktuell sind es nur 60.000), natürlich einige Steinschläge an der Stoßstange erleiden müssen. Doch das ist nur eine Kleinigkeit mit Blick auf den sonst optisch und technisch einwandfreien Klassiker. Wie unversehrt ein Automobil aus dem Jahr 1973 heute aussehen kann, zeigt derweil der Mercedes-Benz 280 SEL 4,5 Liter mit ebenfalls nur knapp 60.000 Kilometer. Das braune Lederinterieur bietet den passenden Kontrast zur dunkelgrünen Lackierung und weist nahezu keine Gebrauchsspuren auf. Eine seltene Gelegenheit, so Strothe, diese klassische Limousine in neuwagenähnlichem Zustand zu erwerben.

Händlerporträt: Pure Classics
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Einen geringen Kilometerstand weißt auch der cremefarbene Mercedes SL 450, Baujahr 1973, auf. Er zählt zu den Klassikern der Baureihe W 107, die bis 1989 gebaut wurde. Der SL zeichnet sich durch einen nahezu makellosen Erstlack aus und verspricht mit seinem leistungsstarken Triebwerk reichlich Fahrvergnüngen. Strothes Interesse gilt jedoch nicht nur Fahrzeugen mit geringer Laufleistung: „Oft ist es so, dass Klassiker mit einer höheren Laufleistung, die regelmäßig gewartet wurden, besser laufen, als die mit sehr geringem Tachostand. Sie sind meistens besser eingelaufen. Dennoch – bei jüngeren Fahrzeugen wie den Youngtimern ist die Laufleistung noch ein entscheidendes Verkaufskriterium, daher wird der aktuell angebotene Alfa Romeo Spider mit nur 6.000 Kilometern sicherlich bald einen Käufer finden.

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Dass sich im Verkaufsraum von Pure Classics dann doch ein 1A-restaurierter BMW/Alpina B7 Turbo findet, ist schlicht auf einen Jugendtraum des Inhabers zurückzuführen. Als das Auto Ende der Siebzigerjahre erschien, war es nicht weniger als die schnellste Limousine der Welt, und Strothe träumte davon, die Sportlimousine einmal selbst zu besitzen. Erst vor kurzem bot sich die Gelegenheit, dieses neu aufgebaute Fahrzeug im Neuwagenzustand zu erwerben. Obwohl Strothe an der Sportlimousine hängt und hinterm Steuer so euphorisch wie vor 30 Jahren wirkt, steht das Auto zum Verkauf. Preis: unter 50.000 Euro. Einen ausführlichen Bericht über den Alpina B7 lesen Sie hier.

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Den aktuellen Fahrzeugbestand von Pure Classics finden Sie im Classic Driver Automarkt.

Text & Fotos: Jan Richter