Erste Eindrücke von der British Int. Motorshow 2002

Die British International Motorshow 2002 findet noch bis zum 03. November im National Exhibition Center in Birmingham/UK statt. Obwohl Mercedes-Benz und BMW nicht vertreten sind, nutzen zahlreiche Hersteller die Veranstaltung, um ihre neuen Modelle zu präsentieren. Großbritanniens geschrumpfte Motorindustrie wird bestens durch Aston Martin, Jaguar, TVR und Morgan vertreten. Und alle haben Neuigkeiten zu verkünden.

Bentley’s Continental GT, der letzte Woche im Londoner Somerset Haus das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist von einer unabhängigen Jury zum „Auto der Show“ erkoren worden. Der Firmen-Stand aus Crewe war einer der beeindruckendsten der Show und präsentierte nicht nur die laufende Produktion, sondern auch den drittplatzierten Wagen von Le Mans. „Die 20er Jahre kennzeichneten das erste goldene Zeitalter für Bentley, und mit dem GT und anderen aufregenden Produkten werden wir ein neues goldenes Zeitalter für Bentley einleiten. Der Continental GT ist nur der Anfang“, gibt Bentley Chef Franz-Josef Paefgen bekannt. Es war auch das erste Mal seit den 30er Jahren, dass Bentley als eigenständiges Unternehmen auf einer britischen Motorshow ausstellte. Die vollständige Produktion des Fahrzeugs beginnt 2003, und mit den bisherigen Auftragseingängen ist das Modell bereits bis Mitte 2004 ausverkauft. Im nächsten Jahr wird die Produktion der Modelle Azure und Continental auslaufen, die während der letzten paar Jahre das Herzstück der Modellpalette bildeten.

Aston Martin präsentierte seinen DB7 GT, über das wir bereits berichteten. Ferrari präsentierte seinen „Enzo“, das Superauto mit Mittelmotor, auf einem drehenden Sockel, ohne begleitendes Personal. Das Schwesterunternehmen Maserati fehlte ebenfalls, während Italiens Superauto-Hersteller Lamborghini ein Fahrzeug durch seine UK-Importeure auf dem Stand zeigte.

Fords Premium-Automobilgruppe stand im Zentrum des Geschehens, nicht nur weil Aston den DB7 GT zeigte, sondern auch weil Jaguar sein neues XJ-Modell und Volvo den XC90 Sport Utility 4x4 präsentierten. Eher klein fiel die Ausstellung der drei Bond-Fahrzeuge aus dem neusten, demnächst erscheinenden Film „Die Another Day“ aus. Bob Dover gab eine eindrucksvolle Vorstellung angesichts der Nähe der beiden Bond-Girls auf dem Stand, welcher an Filmszenen im Eis erinnert. Bonds Aston war mit beschlagenen Reifen und Maschinengewehren ausgestattet, während das Fahrzeug des Bösewichts, ein Jaguar XKR, vor Raketen, Waffen und Granatenwerfern nur so strotzte.

Einige Neuigkeiten für den britischen Stand konnten auch am Audi-Stand entdeckt werden. Die neue Form des S4 Avant und der völlig neue A8 sind beide schön anzusehen und ein Augenschmaus. Gleich daneben hat Porsche zwei Versionen des Cayenne ausgestellt, der nach einer gelungenen Alternative zum BMW X5 aussieht. Zudem präsentiert man den populären, verbesserten Boxster.

TVR und MG-Rover schickten kraftvolle Superautos mit Frontmotor und Hinterradantrieb ins Rennen. TVRs T350C, der auf dem Tamora basiert, entspricht der neuesten Tradition des Blackpooler Unternehmens; geschwungene Karosserien mit leistungsstarken Motoren beim T350C, diesmal ein Aggregat mit 350PS bei 6 Zylindern. MG-Rover kündigte den XPower SV an, ein 2-sitziges Coupé mit V8-Motor aus der Feder von McLaren F1-Designer Peter Stevens. Die vollständigen Daten zu diesem aufregenden Auto finden Sie in unserer Rubrik „Auto der Woche“. Der historische Wagen „Invicta“ wurde mit diesem überraschend attraktivem Coupé wiederbelebt (lesen Sie hier mehr darüber).

Der niederländische Hersteller Spyker stellte mehrere seiner einzigartigen Modelle aus und nutzte die Gelegenheit, das C8 Laviolette-Modell komplett mit stählernen Rädern in Form eines Flugzeugpropellers einem amüsierten Publikum vorzustellen. Auf eher traditionellem Boden zeigte Alfa Romeo seinen zahlreichen britischen Fans das neueste Model aus der GTA-Reihe, den 147. Mit seinem 250 PS V6-Motor behauptet dieses Fahrzeug von sich, das leistungsfähigste Fließheck der Welt zu sein. Leistungswerte von 246 km/h Spitzengeschwindigkeit und 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h belegen dies – die Vorderreifen allerdings sehen nicht so aus.

Die British International Motor Show findet von Freitag, 25. Oktober, bis Sonntag, 3. November statt. Die Öffnungszeiten sind von 09.30 bis 19.00 Uhr. Am letzten Ausstellungstag wird bereits um 17.30 Uhr geschlossen. Weitere Details finden Sie auf der offiziellen Show-Webseite: www.motorshow.co.uk

Text & Fotos: Steve Wakefield. Copyright: Classic Driver 2002

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