Comeback für den Biker-Chic: Die neue Belstaff-Kollektion

Die Allure des historischen Rennsports stand bei den neuen Outfits des traditionsreichen Herstellers Pate. Wie gut diese Outfits auf der Rennstrecke aussehen, zeigte Filmstar und Motorradfan Ewan McGregor beim Goodwood Revival.

Altgediente Rocker würden den Kopf schütteln, aber die klassische Motorradjacke aus einem Baumwolle- und Wachsgemisch, die zudem immer muffig, dreckig und unwaschbar war, ist jetzt in den Adelsstand erhoben worden. Denn Lord March und Belstaff haben sich zusammen getan: zum Frühjahr 2013 wird es eine komplette Kollektion geben, die vom Geist Goodwoods inspiriert werden wird.

Wer sich bei Motorradbekleidung auskennt, weiß, dass das Unternehmen Belstaff 1924 im englischen Staffordshire gegründet wurde. Das innovative Baumwoll-Wachsgemisch der Marke war bald erste Wahl bei den Bikern des Königreichs. Ohne die inzwischen legendäre "Trialmaster"-Jacke schwang sich niemand auf ein Motorrad.

Während der Textilkrise der frühen neunziger Jahre rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen, ehe es vom hauseigenen Designer Franco Malenotti gerettet werden konnte. Er nahm, was von Belstaff übrig geblieben war und lies Outfits in einer Fabrik nahe Venedig zusammennähen. Als cleverer Vermarkter setzte er auf den Markenkern - robuste Funktionalität - und bald wurden Stars wie Angelina Jolie und George Clooney in Belstaff gesichtet und verliehen den Jacken globalen It-Appeal.

Im letzten Jahr wurde das Unternehmen allerdings von der Labelux-Gruppe gekauft, die dem millionenschweren amerikanischen Raumduftkönig Harry Slatkin gehört. Dieser sicherte sich sofort die Rechte, eine Goodwood Sport and Racing-Linie zu entwickeln, zu der auch ein Seidenschal im vom Rennstrecken-Gründer Freddie March favorisierten Karo gehört wie auch eine klassische Trialmaster-Jacke im Goodwood-Look. Sie heißt aber jetzt Woodcote, benannt nach der letzten Kurve des Kurses.

 

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Es wird außerdem Richmond-, Fordwater- und Glover-Mäntel geben sowie Rennoveralls aus Baumwolle unter dem Namen Ecurie. Eine blaue Bikerjacke aus gummiertem Leder zählt ebenfalls dazu. Alle Kleidungsstücke besitzen einen eingebauten Prallschutz. Damit liegt Belstaff voll auf Konfrontationskurs mit der anderen britischen Traditionsmarke Barbour, die ebenfalls den Trend zum Biker-Outfit im Retro-Look entdeckt hat. Ihre Steve McQueen-Kollektion wurde von der gewachsten Baumwolljacke inspiriert, die der rennbegeisterte Filmstar 1964 bei der International Six Days Trial getragen hatte.

 

Quasi im Gegenzug hat sich Belstaff den Filmstar und bekennenden Motorradfan Ewan McGregor gesichert, um die Kollektion mit Prominenz zu besetzen. Beim Revival fuhr er gleich ein paar Runden auf einer Manx Norton mit Belstaff-Label, um die Partnerschaft mit Goodwood werbewirksam zu inszenieren. Der Star trug eine glänzend neue Lederjacke, den traditionellen Halbschalenhelm, Schnürstiefel von Doc Martens kombiniert mit weißen Seemannssocken. So stellt man zwar keinen neuen Rundenrekord auf, aber für das Styling allein erntete er schon Beifall.



Fotos: Belstaff

Belstaff website: www.belstaff.com